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Das schönste Haus der Stadt flackert in neuem Glanz

Mo, 15 Okt 2018 Video-Info


Das schönste Haus der Stadt flackert in neuem Glanz
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Vor rund zwei Jahren äußerte der damalige Bürgermeister Kaliningrads Alexander Jaroschuk, dass das Haus eines der schönsten Häuser der Stadt ist. Und er versprach, dieses Haus instand zu setzen.

Wer das Haus aus früheren Zeiten kennt weiß, dass es ein historisches Gebäude aus deutscher Zeit ist. Es wurde 1929 gebaut und zeigte sich den Besuchern in einer gewissen gewöhnungsbedürftigen gelben Signalfarbe. Blickfang war ein röhrender Hirsch, der alle guten und schlechten Zeiten über einem der Hauseingänge überstanden hatte.

Über Geschmack kann man sich bekanntlich streiten. Ich persönlich konnte dem Haus, an dem ich regelmäßig vorbeiging, wenn ich zum damaligen Deutsch-Russischen Haus wollte, nichts Besonderes, nichts Schönes abgewinnen, selbst wenn ich meine Phantasie bemüht hätte, um mir vorzustellen, wie das Haus wohl, frisch gebaut, im Jahre 1929 ausgesehen hat.

Aber gut, der damalige Bürgermeister Jaroschuk hat eben seinen Geschmack und die Instandsetzung des Gebäudes begann wirklich wenige Wochen vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Ich dachte, dass man vielleicht bis zum Beginn das Haus fertigstellen wird, aber die Instandsetzung dauerte dann doch etwas länger.

Zufällig ging ich am heutigen Montag am Haus vorbei und sah, dass sich dort einige Leute versammelten. Einige sahen wichtig aus, einige waren wichtig – nämlich die Mitarbeiter der Medien, die anscheinend die Übergabe des fertiggestellten Objektes medial festhalten wollten.

Steht man auf dem Moskauer Prospekt und schaut auf das Gebäude, so sehen die drei Etagen gar nicht mal so groß aus. Aber man muss schon einmal um das Gebäude herumgehen, um festzustellen, dass es doch ein ziemlich großes Gebäude ist.

Aus den Meldungen meiner offiziell registrierten Medienkollegen ging hervor, dass die Instandsetzung des Gebäudes eben nur eine Instandsetzung und keine historische Rekonstruktion war. Sie kostete 22 Mio. Rubel und einige Arbeiten sind noch nicht erfüllt. So sollen die Stromleitungen komplett ausgetauscht werden, denn diese stromern schon seit deutschen Zeiten. Auch das Heizungssystem wird erneuert.

Es ist also noch zu früh, die Stadtverwaltung oder die bauausführenden Firmen zu loben oder zu kritisieren. Denn als ich meine individuellen Kreise um das Haus zog, sah ich doch noch eine Reihe von Dingen, wo ich meine, dass diese ganz bestimmt Anlass für Hohn, Spott oder doch zumindest kritische Anmerkungen derjenigen sind, die meinen, dass es Zeit wird, dass die Russen das zeitweilig zu verwaltende Gebiet Ostpreußen mit seiner Stadt Königsberg wieder verlassen sollten.

Die angebauten Blechschuppen wurden ohne Genehmigung errichtet, die Vorbauten zu den kommerziellen Einrichtungen in der ersten Etage sind ebenfalls ohne Genehmigung auf fremden Grund und Boden errichtet. Der Müllplatz mit seinem umliegenden Gelände, den kaum erkennbaren Straßen und die fehlenden Gehwege – alles Punkte, denen sich die Stadtverwaltung stellen sollte, um sich nicht die Worte des ehemaligen russischen Premierministers Tschernomyrdin anhören zu müssen: „Wir wollten das Beste, aber es kam wie immer.“

Bei meinen Gesprächen mit Bewohnern des Hauses, beschwerten sich diese über die Inaktivitäten der Stadtverwaltung, dass man nichts tue, um illegale Inbesitznahmen von Grund und Boden zu verhindern, um die illegal errichteten Anbauten und Garagen wieder abzureißen, dass nichts getan wird, um den Platz vor dem Haus vor illegal geparkten Autos zu schützen. Und alle anwesenden Journalisten und Blogger wurden gebeten, darüber zu berichten und einen Beitrag zu leisten, dass diese Instandsetzung zu einem würdigen Abschluss gebracht wird.

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