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Die Kaliningrader und ihre Hobby´s

Mo, 18 Feb 2019 Video-Info


Die Kaliningrader und ihre Hobby´s
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Haben die Kaliningrader Hobby´s? Lange hatte ich meine Zweifel. Insbesondere ob es Sammler zu bestimmten Thematiken gibt. Ich bin selber Sammler von Modellautos, fand aber keine Partner in Kaliningrad, mit denen man sich austauschen kann.

Am vergangenen Wochenende besuchte ich einen kleinen Laden in der Gaidara-Straße. Er existiert vielleicht seit einem reichlichen Jahr und bietet Modelle zum Selbstbau an. Es ist der einzige Laden dieser Art in Kaliningrad – freut sich also über fehlende Konkurrenz.

In einem langen Gespräch mit dem Besitzer erfuhr ich, dass es schon viele Kaliningrader gibt, die sich mit Modellbau beschäftigen, sich aber damit, aus den verschiedensten Gründen, nicht an die Öffentlichkeit trauen. Sie verstecken ihre Sammlungen, manchmal bestehend aus tausenden von Modellen, in ihren oftmals viel zu kleinen Wohnungen. Treffen von Sammlern, zum Thema Modellbau, gibt es nicht in Kaliningrad.

Erstaunlich fand ich bei der Besichtigung des Ladens in der Gaidarastraße, dass es in sehr großer Auswahl auch Modelle der deutschen Wehrmacht gibt, versehen mit der Symbolik der Wehrmacht. Hersteller dieser Modelle sind russische Firmen. Ich erinnere mich an Meldungen, wonach die baltischen Staaten die Einreise von Personen verbieten, die das Georgenband, das Band des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg, mit sich führen. Und ich erinnere mich an das Verbot von Kinderspielzeug, welches den roten Stern trägt. In Russland, dem Land, wo nach westlichen Vorstellungen vieles verboten ist, ist der Verkauf von deutschen Militärmodellen, mit deutscher Symbolik nicht verboten.

Es gibt aber auch in Kaliningrad, im Kulturhistorischen Museum der Stadt, in der ul. Klinitscheskaja, ein wöchentliches Sammlertreffen. Jeden Sonntag treffen sich dort Sammler von Briefmarken, Münzen, Ansichtskarten und vielem anderem Historischen. Der Eintritt von 50 Rubel, also rund 0,70 Cent, ist für jeden erschwinglich. Auch für Touristen, selbst wenn sie die russische Sprache nicht sprechen, eine wahre Fundgrube. Vieles kann hier gekauft, verkauft oder auch getauscht werden.

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Alltägliches, Gesellschaft, Handel

   Kommentare ( 1 )

ru-moto Veröffentlicht: 19. Februar 2019 02:44:42

"Jeder hat ein anderes Hobby", sage ich immer. Die Hobbys sind so verschieden wie die Interessen. Das Sammeln von Gegenständen ist bei vielen schon zu einer Art Zwang geworden oder es erfüllt einfach nur alte Kindheitsträume.

Je nach Größe des Geldbeutels sind die Sammelstücke extrem verschieden. Kunstgegenstände, Immobilien und sündhaft teure Oldtimer sind als Geldanlage sehr gefragt, dienen eher Spekulationszwecken und nicht nur als reines Hobbyobjekt. Manche dieser privaten Sammlungen sind unvorstellbar wertvoll.

Überwiegend werden aber "billigere" und für viele noch leistbare Hobbys betrieben. Irgendeinmal wird aber jeder Sammler das Bedürfnis haben, seine Sammlung zu verändern. Sei es nun um sie aus Platz(Geld)mangel zu verkleinern, diese zu ergänzen (vergrößern) oder einfach nur um zu tauschen. Es wird gesucht, gefunden, gekauft, angeboten, selbst gefertigt und getauscht.

Ich besitze eine umfangreiche Modellauto-Sammlung (1:18, 1:43) und will sie aus Platzmangel verkleinern...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 19. Februar 2019 05:41:34

... sich von einer Sammlung zu trennen, ist immer mit Schmerzen verbunden. An jedem einzelnen Stück hängt eine Erinnerung. Und häufig sind Sammlungen auch keine Wertanlage mehr. Urplötzlich, aus unerfindlichen Gründen, zeigt der "Markt" kein Interesse mehr, und die Sammlung ist nichts mehr wert. Das tut dann weh.

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