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Hitler ist billig. Stalin ist den Russen teuer

Sa, 09 Jun 2018 Video-Info


Hitler ist billig. Stalin ist den Russen teuer

Ein Besuch auf dem immer noch existierenden Kaliningrader Flohmarkt am Wrangelturm zeigte, dass Joseph Stalin den Russen teuer ist. Hitler ist weniger wert.

Ein Gespräch mit dem Verkäufer von allerhand historischem Trödel ergab interessante Erkenntnisse. Er war bereit, Hitler zu verkaufen. Für 750 Rubel hätte ich ihn haben können. Mein Gegenangebot, ihm einen Rubel für Hitler zu zahlen, überzeugte ihn nicht.

Aber er war auch bereit, Stalin zu verkaufen. Um Stalin für immer und ewig in meinem Wohnzimmer haben zu können, hätte ich 2.500 Rubel zahlen müssen. Daraus schlussfolgerte ich, dass Stalin bei den Russen in Kaliningrad immer noch höher im Kurs steht als Hitler. Ein sehr beruhigender Umstand.

Für den Preis nach Felix Dscherschinski, dem ersten Tscheka-Chef (Geheimdienst) der Sowjetunion (Sowjetrusslands), habe ich mich nicht mehr erkundigt. Dafür durfte ich dem Standbesitzer kostenlos die Inschriften einer Vielzahl von Gedenkmünzen diverser Schützenvereine der Nazizeit übersetzen.

Nachdem sich eine größere Menge von Neugierigen um den „Wissenden mit Akzent“ geschart hatte, wurde es Zeit, mich möglichst schnell vom Standbesitzer, Hitler, Stalin und Dscherschinski zu verabschieden und meinen Weg Richtung Thälmann-Straße (deutscher Arbeiterführer, ermordet durch die Nazis im KZ Buchenwald) fortzusetzen.

Uwe Niemeier  

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   Kommentare ( 2 )

Herr Hoffmann Veröffentlicht: 10. Juni 2018 11:41:52

in Deutschland würde das Auftauchen einer Hitler-Büste zum Verkauf auf einem Flohmarkt vermutlich einen SEK-Einsatz auslösen ...

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 11. Juni 2018 12:07:18

Uns hat man bereits als Kind in der Schule versucht, den ewigen Schuldkomplex einzuimpfen. Ich erinnere mich noch gut wie unsere Geschichtsbücher aussahen, fast jeder Junge hatte es mit Hakenkreuzen und Heil Hitler vollgeschmiert, jede abgebildete Person bekamm ein Hitlerbart verpasst und einen erhobenn Arm angemalt, als stummer Protest gegen die nicht endend wollende Nazi Aufarbeitung.

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