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Kaliningrader patriotische Fassaden-Kunst: Dreist und primitiv – meinen Deutsche

Mo, 20 Mai 2019 Video-Info


Kaliningrader patriotische Fassaden-Kunst: Dreist und primitiv – meinen Deutsche
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Kaliningrader patriotische Fassaden-Kunst: Dreist und primitiv – meinen Deutsche

Seit einigen Monaten läuft im Kaliningrader Gebiet ein Projekt zur Verschönerung von Fassaden. An großen, meist fensterlosen Hausflächen, werden großformatige künstlerische Fassadengestaltungen vorgenommen. Deutsche kommentieren in sozialen Netzwerken das Street-Art Projekt der Russischen Föderation und bezeichnen dies als dreist, primitiv und Verherrlichung des Krieges.

Das russische Projekt läuft unter der Bezeichnung „Die ganze Welt kennt ihre Gesichter“ und ist den sowjetischen Helden gewidmet, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus gegeben haben, im Kampf gefallen sind und deren Namen ehemalige ex-ostpreußische Städte heute tragen.

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Aber es werden auch andere Projekte der Fassadengestaltung vorgenommen.

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Es gibt aber auch Privatinitiativen:

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Das föderale Projekt wurde am 9. Mai 2018 gestartet. Insgesamt werden derartige großformatige Fassadengestaltungen in sieben Kaliningrader Städten realisiert.

Deutsche Bürger, die sich in sozialen Netzwerken in Gruppen organisieren, die sich mit der Thematik „Ostpreußen“ beschäftigen, kommentieren diese Fassadengestaltung.

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User-1: …Bei allem Verständnis und viel russophiler Sympathie mit Rußland und den Russen stößt mir diese Wandverschönerung ausgerechnet im ostpreußischen Gumbinnen extrem sauer auf – dort, wo es zu den ersten grauenhaften Exzessen der Roten Armee auf deutschem Boden kam. Als Deutscher behalte ich mir das Recht vor, die Erinnerung an Grausamkeiten an Deutschen ebenso im Gedächtnis zu behalten, wie andere dies in Erinnerung an ihre Opfer tun.

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User-2: Ne, schließe mich an. So was geht gar nicht. Ist in dieser Form anstoßend. Diese Form von Propaganda gehört leider nicht der Vergangenheit, leider.

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User-3: Dreist. Primitiv.

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User-4: Die gleiche Verherrlichung des Krieges und der Triumphe der Nation war vor 1939 Teil der Geschichte Preußens und Deutschlands: Tannenberg, der Brandenburger Tor, die Berlinische Siegessäule, das Deutsche Eck usw. Wenn eine Nation besiegt wird, sind nur dann die Ironien wirklich sichtbar

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User-5: Der Krieg für die Russen muss doch so abenteuerlich gewesen sein, dass man sich auf so eine Art verherrlichen muss. Ich finde das nicht in Ordnung. Sie wurden ja für ihre Gräueltaten nie zur Verantwortung gezogen.

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User-6: Als ich 1992 im nördl. Ostpreussen war, entdeckte ich an verschiedenen Wohnungstüren immer wieder eine Plakette in russ. Schrift. Unser Dolmetscher erklärte uns, dass jeder Teilnehmer am "Grossen Vaterländischen Krieg" so eine Auszeichnung erhalten hat und an seiner Wohnungs- oder Aussentür anbringen durfte. Da begann sofort in meinem Hinterkopf eine Spule abzulaufen: "Und wieviele Frauen hat jeder von ihnen vergewaltigt?"

„Haupt-Foto“

Und es gab nur einen Beitrag, den man, mit etwas gutem Willen, als „liberal“ einstufen könnte:

User-7: Auf uns wirkt das sehr befremdlich, kriegsverherrlichend etc. Natürlich! Sowas wollen wir heute nicht mehr sehen, nirgendwo. Aber wir müssen auch sehen, dass Russland eine andere Perspektive hat. Sie reden vom "Vaterländischen Krieg" und es war für sie ein Verteidigungskrieg gegen einen mörderischen Angreifer Deutschland. Sie haben erfolgreich ihr Land verteidigt. Die Perspektive ist eine andere. Und Russland geht anders damit um. Kriegsdenkmäler stehen mitten in den Orten, man spricht von Kriegshelden, die Soldatenfriedhöfe sind pompös und für uns oft irritierend, wenn da alte Panzer am Eingang stehen. Aber das ist eben dort so. Nicht schön und zweifelsfrei auch Propaganda, aber das müssen wir einfach akzeptieren. Aber friedlicher wird die Welt durch solche Bilder sicher nicht...

Man muss sich also nicht wundern, wenn ein Teil der russischen Gesellschaft sich durch derartige Diskussionen und Kommentare, geführt von Bürgern des Staates, dessen Soldaten 27 Mio. Sowjetbürger ermordet haben, beleidigt und brüskiert fühlt.

Nach Redaktionsschluss für diesen Beitrag setzte sich die Diskussion fort.

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   Kommentare ( 7 )

boromeus Veröffentlicht: 21. Mai 2019 08:57:43

"Dreist und primitiv"?.Das liegt wohl im Auge des Betrachters und in diesem Fallen an den arroganten Deutschen,die dafür absolut kein Verständnis aufbringen können und wollen.Natürlich dürfen die Toten nicht vergessen werden, die ihr Leben für ihr Land gaben.Aber auch hier findet ja nach russischem Verständnis ebenfalls eine große Differenzierung statt.Man feiert sich gerne Selber und das mit nicht nachlassender Intensität,vor allem anderen Dingen.Alleine 13000 Mann auf dem roten Platz vor ein paar Tagen.Dafür ist das Geld da.Schaut man sich aber die Infrarstruktur Land auf ,Land ab an ,wie ich jetzt in Wladivostok,dann bedarf das keiner Worte.Man muss halt Prioritäten setzen können.Wieviele Schulen und Krankenhäuser könnte man für etwas weniger "Urrra" auf ein Mindestmaß an Standart bringen.Aber davon verstehen die Germanen nichts.Genausowenig wie für den stolzen Satz ,der mittlerweile in Russland zu hören ist.
"Wir können 1945 gerne wiederholen".In diesem Sinne "Urrraaaaaaaaaaaa"

Georg Veröffentlicht: 21. Mai 2019 11:07:57

Es wäre doch sicherlich besser, wenn Russland ein für alle Mal mit der Vergangenheit abschließt und endlich seine Energie auf die Gegenwart und Zukunft konzentriert. Diese allgegenwärtigen Erinnerungen mit Mahnmals, Potraits, Aufmärsche etc. an die Vergangenheit, sei es im positiven wie negativen Sinne wird das Geschehene nicht verändern. Im Gegenteil, bei vielen Leuten drehen sich die Gedanken dadurch oft an Vergangenes, es ist total kontraproduktiv und bringt kein Stückchen weiter. Es hat absolut keinen Sinn, sich über etwas Vergangenes zu beklagen oder sich darüber aufzuregen. Man verliert dadurch nur jede Menge Energie und verändern tut sich absolut gar nichts. Vielleicht hinkt Russland den anderen Industriestaaten deshalb weit hinterher, obwohl es mit Bodenschätzen und Ressourcen reichlich gesegnet ist und eigentlich nur noch aus dem Vollen schöpfen müsste.

Hauke Veröffentlicht: 21. Mai 2019 19:08:27

Wat den Ein sihn Uhl is den Annern sihn Nachtigal

Udo Petz Veröffentlicht: 21. Mai 2019 20:26:08

Der große Vaterländische Krieg war die bisher größte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit. Wie hoch sollte denn da die Halbwertzeit liegen? Wer auf die Schnauze gekriegt hat, der will natürlich schnell vergessen, und später alles noch einmal probieren. Mir wurde in Russland immer viel Respekt entgegengebracht, aber das funktioniert nur gegenseitig. In ein anderes Land gehen und sich über die Sitten und Gebräuche lustig machen, das war schon beim Kaiser so.

ru-moto Veröffentlicht: 21. Mai 2019 23:48:05

Vor der eigenen Tür zu kehren oder einfach nur den großen "Mund" zu halten, bevor man im Ausland als GmbH-Bürger eines UN-Feindstaates ohne ordentliche Staatsbürgerschaft klugscheissert, wäre angebracht.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 22. Mai 2019 03:45:40

Georg
Veröffentlicht: 21. Mai 2019 11:07:57

Es wäre doch sicherlich besser, wenn Russland ein für alle Mal mit ....

Wieso Rußland?
Wäre es nicht richtiger, daß sich die besinnen, die das große Massaker mit über 60 Mio. Toten zu verantworten haben, daß die sich mit ihren neuen sehr aggressiven Freunden aus Übersee, die nach diesem Massaker schon wieder viele Millionen Tote auf ihrem Konto haben, mal besinnen und aufhören, der Welt ihren Gewaltstempel aufdrücken zu wollen? Neue WeltOrdnung und die USA sagen was das ist?
Was wollen schwer bewaffnete deutsch Truppen schon wieder an der russischen Grenze, was US-Truppen in Polen und Rumänien, in der Türkei, mit einer Riesenflotte vor dem Iran, in Syrien ...
Was sollen US-Atomraketen in Deutschland und der Türkei. Warum droht Washington unverholen Venezuela, unterstützt u. a. durch die deutsche Regierung? Seit wieviel Jahren wird dieses Land völkerrechtswidrig durch die USA boykottiert? Seit 2015 bereits durch Obama. Mit welchem Recht?

ru-moto Veröffentlicht: 22. Mai 2019 13:57:15

@ Радебергер Radeberger - Das haben bisher leider noch viele zu wenige verstanden und sind daher nicht in der Lage sich einen Überblick zu verschaffen, wie der Hase läuft.

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