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Nur Fliegen ist schneller - Gdansk/Kaliningrad auf der neuen S-7

Fr, 26 Okt 2018 Video-Info


Nur Fliegen ist schneller - Gdansk/Kaliningrad auf der neuen S-7
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Über Polen wird viel geschimpft – das ist wohl traditionell so. Und ich selber bin, als regelmäßiger Grenzgänger zwischen Kaliningrad und Polen, auch häufig von den subjektiven Verhaltensweisen der polnischen Grenzer und Zöllner betroffen und man stellt sich die Frage, warum die sich so und nicht angenehmer verhalten.

Umso mehr freut man sich natürlich, auch mal etwas Angenehmes berichten zu können.

Diejenigen, die mehr oder weniger regelmäßig das russische Kaliningrad besuchen und hierfür die Strecke Gdansk-Elblong-Mamonowa-1 nutzen, werden es bemerkt haben. Seit 2015 wurde auf der Strecke Gdansk-Elblong gebuddelt und gebuddelt. Man hätte meinen können, die Polen suchen das Bernsteinzimmer oder noch irgendeinen Goldzug aus dem goldigen … nein, äh, aus den braunen Zeiten.

Aber weder noch. Die Polen haben einfach die Fernverkehrsstraße S7 zu einer modernen Schnellstraße, ja, ich würde sagen Autobahn ausgebaut. Seit 2015 mussten die Nutzer dieser Strecke Umleitungen in Kauf nehmen und natürlich endlose Staus. Und wenn alles seinen normalen Gang gegangen ist, so konnte man die Strecke zwischen Grenze und Gdansk bzw. umgekehrt, in 2,5 Stunden bewältigt haben.

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und die Polen haben sich vor einer Woche entschlossen, die Vorfreude ein wenig zu teilen und haben den ersten Bauabschnitt bereits für den Verkehr freigegeben. Tja, es war angenehm und ich sagte mir: „Nur fliegen ist schneller“.

Unser Kaliningrader Linienbus fuhr pünktlich um 17 Uhr ab Busbahnhof Gdansk und wir waren 18.50 Uhr an der Grenze. Also schon mal eine halbe Stunde schneller. Ende Oktober, vielleicht Anfang November, wird die Strecke komplett der Nutzung übergeben und man kann dann wohl in 90 Minuten mit dem Bus und noch etwas schneller mit dem Individualfahrzeug die 110 Kilometer bewältigen.

Hoffen wir, dass diese Zeitersparnis, die durch die fleißige Arbeit der Polen entstanden ist, nicht durch subjektive Verhaltensweisen polnischer Zöllner und Grenzer bei der Ausreise aus Polen wieder kompensiert wird.

Bei der Gelegenheit vielleicht noch einmal der Hinweis über Reisemöglichkeiten für diejenigen, die nicht mit eigenem PKW anreisen oder nicht mit dem Flugzeug umständlich und teuer über Warschau oder Moskau zu uns kommen möchten.

ab Gdansk nach Kaliningrad

06.00 Uhr Firma Selenogradsk-Trans (täglich)

15.00 Uhr Firma Selenogradsk-Trans (täglich)

17.00 Uhr Firma Selenogradsk-Trans (täglich)

19.00 Uhr Firma „Königavto“ (täglich)

21.45 Uhr Firma „Königavto“ (Freitag, Samstag, Sonntag)

 

ab Kaliningrad nach Gdansk

06.00 Uhr Firma Selenogradsk-Trans (täglich)

06.45 Uhr Firma „Königavto“ (täglich)

07.30 Uhr Firma Selenogradsk-Trans (täglich)

15.00 Uhr Firma Selenogradsk-Trans (täglich)

16.45 Uhr Firma „Königavto“ (Freitag, Samstag, Sonntag)

18.00 Uhr Firma Selenogradsk-Trans (täglich)

Ein Ticket in eine Richtung kostet 700 Rubel, zum gegenwärtigen Kurs neun Euro.

Es empfiehlt sich rechtzeitig über Internet ein Ticket zu kaufen. Allerdings sind die Internetseiten alle russischsprachig. Insbesondere über die Feiertage zum Jahreswechsel (31.12.-10.01.) haben Sie defacto keine Chance, ohne rechtzeitig gekauftes Ticket diese Busse zu nutzen. Es werden sehr viele zusätzliche Busse zu diesen Tagen eingesetzt, die aber erfahrungsgemäß alle vollständig ausgelastet sind.

Zu den normalen Verkehrszeiten ist es eigentlich immer möglich, auch beim Busfahrer ein Ticket zum Normalpreis zu erwerben – wenn Sie in Rubel bezahlen. Bezahlen Sie in Zloty oder Euro, so wird es teurer.

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Polen, Verkehr

   Kommentare ( 3 )

ru-moto Veröffentlicht: 26. Oktober 2018 20:03:58

[...häufig von den subjektiven Verhaltensweisen der polnischen Grenzer und Zöllner betroffen und man stellt sich die Frage, warum die sich so und nicht angenehmer verhalten.]

Ausreisetag Samstag, 20. Oktober 2018:
Abfahrt Gwardejsk 11:10 Uhr. An der vorletzten Tankstelle vor der Grenze volltanken. Die Fehlbetankungssperre am Auto öffnet nicht, da die Einfüllstutzen dort bei allen Dieselzapfsäulen nicht der üblichen Norm entsprechen. Der ganze Tankinhalt musste mühsam per Reservekanister "notbetank" werden (14 x a 5 Liter). Dies kostete ungeplant eine volle Stunde und Nerven. Dabei habe ich gezielt NICHT die letzte Tankstelle angefahren.

Jetzt kam erst noch die Grenze x 2 - Ausreise RUS, Einreise PL:

Gesamtdauer des grenzbedingten Wartens über die "schnellere" EU-Spur: von 13:25 bis 16:55 Uhr
+ als Draufgabe extra 1 Stunde, da ich von einem PKW mit russ. Kennzeichen begleitet wurde, welcher länger brauchte.

Also 6 Stunden 45 Min. für nur 90 Kilometer Wegstrecke (11:10-17:55). Toll !

Hauke Veröffentlicht: 27. Oktober 2018 11:54:09

Wie meinte ein US General?
Das polnische Straßennetz ist nicht für schnelle Truppentransporte geeignet.
Die Autobahn Stettin-Danzig wird auch bald fertig.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 27. Oktober 2018 12:07:19

... leider ist mein Portal nicht geeignet, Schmeilis zu setzen. Ansonsten würde ich den "Grinsenden" hier einfügen.

ru-moto Veröffentlicht: 28. Oktober 2018 00:40:30

Die "tolle" A 22 erinnert heute noch an die legendäre "Gastarbeiterroute" nach Istanbul.

Diese ließ einst entlang ihrer Route ganze Berufsgruppen aufleben - Ärzte, Chirurgen, Schrotthändler, Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter, Totengräber... - und füllten neben Unfallkrankenhäusern auch ganze Ecken von Friedhöfen.
Beide habe ich öfter befahren und mit viel Glück schadlos überstanden.

Das schönste für Autofahrer in Polen ist übrigens noch immer die EU-finanzierte Autobahn A1.
Da geht es flach und gerade dahin. Luxus-Lärmschutzwände ohne Ende - auch dort, wo dahinter weder Rinder, Füchse, Rehe oder gar Menschen leben.

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