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Was interessiert Ausländer in Vorbereitung der Weltmeisterschaft an Kaliningrad?

Do, 07 Jun 2018 Video-Info


Was interessiert Ausländer in Vorbereitung der Weltmeisterschaft an Kaliningrad?

Begleittext zur Videoinformation

Kaliningrad-Domizil erhält in der letzten Zeit eine Reihe von Anfragen zu verschiedenen Momenten der Fußball-Weltmeisterschaft. Versuchen wir, auf einige der am meisten gestellten Fragen eine Antwort zu finden.

Am meisten interessiert Ausländer, wie der allgemeine Transport organisiert ist. Hierbei sowohl der städtische Nahverkehr, wie auch der Verkehr zwischen Kaliningrad und den Ostseestädtchen, wo ein Großteil der Touristen eine Unterkunft gefunden hat.

So teilte eine Frau mit, dass sie schon vor längerer Zeit eine Wohnung für 200 USD pro Tag in der Stadt Kaliningrad gemietet hat. Aber jetzt hat sie herausgefunden, dass es preiswertere Hotels in den kleinen Ostseestädten gibt und sie wird wohl umbuchen. Daraus ergibt sich aber das Problem, wie man von diesen Städtchen nach Kaliningrad und zurückkommt. Und die Frau will wissen, wieviel denn ein Fahrer mit Auto kostet.

Die Entscheidung, die teure Wohnung aufzugeben und in ein gemütliches und preiswerteres Hotel in eines der Ostseestädtchen Svetlogorsk, Selenogradsk, Pionersk umzuziehen, ist sehr gut. Der öffentliche Verkehr zwischen diesen Städten in Richtung Kaliningrad und umgekehrt, ist in „Friedenszeiten“ bereits gut organisiert. Jetzt wird das Verbindungsnetz weiter vervollständigt und es werden sowohl Busse, wie auch Linientaxis, wie auch Vorort-Schnellzüge in kurzen Intervallen verkehren. Sie brauchen sich keine Sorgen diesbezüglich zu machen, sie werden zu jeder Zeit, auch in den späten Abendstunden, problemlos an ihr Ziel kommen. Sie brauchen hierzu keinen Fahrer mit Auto – die auch ihre Dienstleistungen zu überteuerten Preise anbieten.

Weitere Fragen beziehen sich auf den Nahverkehr in der Stadt. Einige wollen im Internet herausgefunden haben, dass die Anfahrt zum Stadion sehr lange dauert.

Nein, das ist nicht richtig. Leider ist Google zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht auf der Höhe der aktuellen Kaliningrader „Zeit“ und zeigt nicht den wirklichen Stand. Kaliningrad ist eine relativ kleine Stadt und der Nahverkehr zum Stadion ist durch Sonderlinien (S1 – S4) sehr gut organisiert. Aber auch zu Fuß ist das Stadion gut erreichbar, denn das Stadion befindet sich eigentlich im Stadtzentrum. Vom „Platz des Sieges“, also dem Herz der Stadt, bis zum Stadion benötigt man zu Fuß vielleicht 30 Minuten, in Form eines angenehmen Spaziergangs. Mit dem Nahverkehr schaffen sie es in wenigen Minuten. Für Inhaber einer Eintrittskarte zu einem WM-Spiel ist die Nutzung des Nahverkehrs kostenlos.

Ein weiterer Fragenkomplex betrifft den Kaliningrader Airport. Dieser ist nun endlich fertiggestellt und entspricht modernen westlichen Vorstellungen.

Sie finden ausreichend Taxis, die Sie, egal zu welcher Zeit, zu Ihrem Ziel bringen. Die Fahrzeit vom Airport bis zum Stadtzentrum in Kaliningrad beträgt rund 20 Minuten. Nutzen Sie nur offizielle Taxis. Diese erkennen Sie an der gelben Farbe und dem Taxischild.

Allerdings gibt es auch einen Linienbus zwischen dem Airport und Kaliningrad, der regelmäßig verkehrt.

Weitere Fragen, die uns erreichen, betreffen die Kriminalität in der Stadt.

Sie können ganz beruhigt sein, Kaliningrad ist nicht mehr oder weniger kriminell wie irgendeine deutsche Stadt. Ich lebe in dieser Stadt seit 1995 und mein schlimmstes kriminelles Erlebnis war ein kurzes Gespräch mit einem Betrunkenen. Sind Sie einfach nicht zu vertrauensselig, passen Sie ganz normal auf ihre Wertsachen auf und unterlassen Sie einfach alle Handlungen, wo Sie Aufmerksamkeit auf sich lenken. Wichtig ist, dem Alkohol in Maßen und nicht in Massen zuzusprechen – dieser ist leider oftmals Ausgangspunkt, dass Ausländer in kriminelle Situationen geraten.

Es gibt in Kaliningrad auch keine Stadtbezirke oder Straßen, die man meiden sollte, weil dort die Mafia herrscht. Es gibt schon seit vielen Jahren keine Mafia mehr (wenn es sie denn jemals gegeben haben sollte). Sogenannte organisierte Kriminalität kennt Kaliningrad nicht, es sei denn im Bereich der Rauschgiftszene. Auch beim Besuch von Restaurants oder Cafés brauchen Sie sich über „Kriminelles“ keine Gedanken zu machen. Es gibt in diesem Zusammenhang keine „Szene-Einrichtungen“.

Weitere Fragen erreichen uns zu rein touristischen Fragen, was man sich in Kaliningrad anschauen sollte.

Hierzu gibt es ausführliche Reiseführer, die ein Standardprogramm vorschlagen. Und Kaliningrad hat eine Tourismus-Info am Platz des Sieges, im Gebäude der Kaliningrader Stadtverwaltung. Wer in kurzer Zeit „Standard“ sehen will, kann eine neue Buslinie nutzen, die in einem „Kreisverkehr“ viele Kaliningrader Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet und nach dem Prinzip „Hüpf rein, hüpf raus“ funktioniert. Sie erwerben einen Fahrschein für einen oder zwei Tage und können diesen Bus so nutzen, wie sie es brauchen, dort einsteigen wo sie es möchten und die Fahrt auch unterbrechen, um irgendeine Sehenswürdigkeit genauer in Augenschein zu nehmen. Und im Bus erhalten Sie einen elektronischen Reiseführer, der Sie in russischer und englischer Sprache während der Fahrt begleitet und Sie auf Sehenswürdigkeiten aufmerksam macht.

Natürlich gibt es auch ein „alternatives Kaliningrad“, also Stätten, die in keinem Reiseführer stehen und die nur bei einem begrenzten Kreis von Kaliningrad-Besuchern Interesse hervorrufen – also Industrieruinen, historische Häuser, die vielleicht gegenwärtig nicht bewohnt sind, altdeutsche Militäreinrichtungen, inoffizielle Straßenkunst außerhalb des Zentrums u.ä.

Solche Orte gibt es ausreichend. Nur sind nicht alle diese Orte auch ausreichend gesichert und es besteht die Gefahr, dass dort etwas passieren könnte. Sie sollten also niemals alleine losgehen. Und es ist klar, dass es keinen offiziellen Reiseführer zu diesen inoffiziellen Sehenswürdigkeiten gibt. Sollten Sie Insiderinformationen haben – schön, aber achten Sie auf ihre Sicherheit.

Sie werden nicht die einzigen Besucher während der Weltmeisterschaft in Kaliningrad sein. Schätzungen gehen von 400.000 Besuchern aus, also wird sich die Einwohnerzahl der Stadt in dieser Zeit fast verdoppeln.

Öffentliche Dienstleistungen, wie z.B. der Nahverkehr, der Regionalverkehr, offizielle Taxis, Eintrittspreise in Museen, dem Zoo usw. sind um ein Vielfaches billiger als in Deutschland.

Für diejenigen, die mit eigenem Fahrzeug anreisen, noch einige Hinweise.

Tanken können Sie problemlos an sehr vielen modernen Tankstellen in Kaliningrad. Die Tankstellen unterscheiden sich nur in zwei Fragen von denen in Deutschland. Zum einen sind die Preise für alle Sorten Treibstoff wesentlich billiger als in Deutschland und zum anderen zahlen Sie in Russland zuerst und dürfen dann die Menge tanken, die Sie bezahlt haben.

Russland hat eines der schärfsten Anti-Raucher-Gesetze weltweit. Sie werden jedes Jahr weiter verschärft. In Restaurants gilt generelles Rauchverbot. Auch in öffentlichen Gebäuden und auf öffentlichen Plätzen und an Haltestellen des Nahverkehrs ist Rauchen verboten.

Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken, ist ebenfalls in Russland verboten. Russen greifen da zu einer kleinen List. Sie haben eine Papiertüte, in der sich die Dose Bier oder die Flasche Schnaps befindet. Somit ist der Alkohol nicht sichtbar und man kann unterwegs ab und zu einen Schluck nehmen – wer es braucht. Jede Stadt hat außerdem die Zeiten geregelt, wann in Einzelhandelsgeschäften Alkohol verkauft werden darf und wann nicht. In Kaliningrad wird Alkohol von 10-22 Uhr verkauft. Danach gilt Kaufabstinenz.

Kaliningrad hat ein ausgeprägtes Netz von Banken und Geldautomaten. Viele Geldautomaten arbeiten mehrsprachig. Schauen Sie auf die Tastatur des Geldautomaten. Ist dieser auch in Englisch beschriftet, können Sie den Geldautomaten auch auf andere Sprachen, häufig auch auf Deutsch, umstellen.

Seit einiger Zeit zeigt sich Russland empfindlicher zu Fragen des Fotografierens von militärischen oder offiziellen Gebäuden und Objekten, aber auch von Militärangehörigen. Nicht immer sind in Kaliningrad derartige Gebäude grün angestrichen. Sollten Sie also von Polizei oder den seltenen Militärstreifen angesprochen werden, so sollten Sie nicht über Sinn oder Nicht-Sinn des Verbots anfangen zu diskutieren, sondern einfach nur die Wünsche Ihres Gastgebers beachten.

Und noch zum Schluss. Russland hat die Registrierungspflichten aus Sicherheitsgründen während der Weltmeisterschaft angepasst. Ausländer haben sich innerhalb von 24 Stunden zu registrieren. Wer sich weniger als 24 Stunden in Kaliningrad aufhält, unterliegt keiner Registrierungspflicht.

Uwe Niemeier

 

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   Kommentare ( 4 )

Herr Hoffmann Veröffentlicht: 7. Juni 2018 15:39:52

also eigentlich ist Kaliningrad wie die USA: das mit den Papiertüten kommt mir bekannt vor, die Tankstellendichte, die Preise für Sprit, Fotografierverbot, etc ...

... wie wär´s denn, wenn Kaliningrad Domizil an bestimmten Tagen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Treffpunkt eine kleine geführte Tour anbietet?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 7. Juni 2018 16:25:31

... wie sagt man in Deutschland: "Nicht für tausend Mark und gute Worte". Es gibt niemanden auf dieser Welt, der ein noch schlechterer Touristenbetreuer wäre, wie ich.

Herr Hoffmann Veröffentlicht: 7. Juni 2018 16:34:07

das käme auf einen Versuch an...
Die Filmchen, die Sie machen, sind doch recht nett...
Se ham ja noch etwas Zeit. Ich würde jedenfalls schonmal Interesse anmelden...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 7. Juni 2018 17:11:16

... die nächsten 20 Jahre werde ich mich ganz bestimmt nicht dazu entschließen können. Ich bin lieber alleine unterwegs und versuche mir meine Fragen selber zu beantworten. Ich hatte erst gestern ein zufälliges Zusammentreffen mit Deutschen und habe festgestellt, wie schwer es mir fällt, Fragen von Deutschen zu beantworten. Das ist einfach mein subjektives Problem, welches mit jedem Jahr sich auch noch verstärkt.

Herr Hoffmann Veröffentlicht: 8. Juni 2018 09:25:48

Oh, wie schade ...

ru-moto Veröffentlicht: 9. Juni 2018 18:19:01

[...also eigentlich ist Kaliningrad wie die USA...]

Ich war zwar noch nie in den USA - das habe ich auch nie vor - aber dafür schon öfter in KGD und auch sonstwo weit weg unterwegs.
Gemeinsamkeiten von KGD mit den USA sollten mir erspart bleiben, soferne es wirklich welche gibt. Im Zweifelsfall werde ich besser jeden solchen Verdacht vorsorglich im bedenklichen Sinne auffassen...

[...zufälliges Zusammentreffen mit Deutschen und habe festgestellt, wie schwer es mir fällt, Fragen von Deutschen zu beantworten...]

Dies kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich in einer Tourismusregion und auch beruflich Konatkt mit solchen habe. Manche brauchen auch um in die Irre zu gehen mehrere Hinweisschilder. Den Rest erspare ich Ihnen.

[RUS hat eines der schärfsten Anti-Raucher-Gesetze weltweit (...) in öffentlichen Gebäuden, auf öffentlichen Plätzen und an Haltestellen ist Rauchen verboten.]

Davon kann man in Ösistan nur träumen. Gesetze werden hier ignoriert, Kinder rauchen, saufen öffentlich.

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