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72-Stunden-Visum für Kaliningrad – was sich hinter dieser Regelung verbirgt

So, 11 Dez 2016 Wirtschaft & Finanzen


72-Stunden-Visum für Kaliningrad – was sich hinter dieser Regelung verbirgt
ACHTUNG! Das 72-Stunden-Visum ist zum 1. Januar 2017 ausgelaufen und wird durch die Russische Föderation nicht mehr ausgereicht. Im ersten Halbjahr 2017 wird eine Beschlussfassung durch die russische Staatsduma erwartet (April/Mai), die ein generell vereinfachtes Visaverfahren für Kaliningrad beschließen soll. Bisherige Informationen besagen, dass man eine Einreisegenehmigung über die Internetseite des russischen Außenministeriums spätestens drei Tage vor Antritt der Reise beantragen kann und in elektronischer Form eine Einreisegenehmigung erhält. Es sind keine Einladungen oder sonstigen anderen Dokumente mehr nötig. An der Grenze ist der Reisepass, die Quittung über die bezahlten Konsulatsgebühren und die Krankenreiseversicherung vorzulegen. Der Reisende hat das Recht, sich sieben Tage ohne Registrierung im Kaliningrader Gebiet aufzuhalten. Durch die Gebietsregierung wird jedoch ein längerer Zeitraum von 14 Tagen angestrebt. Mit diesem Visum können Sie nur einmalig nach Kaliningrad einreisen. Eine Weiterreise in das russische Mutterland ist mit diesem Visum nicht möglich. Für die Einreise kann jeder Grenzübergangspunkt in Kaliningrad genutzt werden. Auch die Art der Anreise ist unerheblich.
ACHTUNG! Diese Vorgehensweise ist in Planung und noch nicht Praxis. Wir werden Sie laufend über den Stand der gesetzgeberischen Aktivitäten hierzu informieren.

 

Unser Partner für alle Fragen rund um Visabestimmungen für Russland, aber insbesondere für Kaliningrad, hat uns fachlich fundierte Informationen übergeben, wie man seine Visaprobleme lösen kann. Hierzu gehört auch die Beantragung des 72-Stunden-Visum für Kaliningrad.

Wer einen Kurztrip nach Kaliningrad machen will, stolpert bei der Recherche zu Visabestimmungen nicht selten über den Begriff "72 Stunden Visum". Dieses Kurzzeitvisum gibt es bereits seit vielen Jahren. Was sich tatsächlich dahinter verbirgt, wissen viele Reisende jedoch nicht.

Kaliningrad Visa – besser als ihr Ruf

Viele Kritiker stempeln das 72 Stunden Visum als "völlig überflüssig" und "kompliziert" ab. Das liegt nicht zuletzt an den unzureichenden und widersprüchlichen Informationen, die über das Sondervisum im Internet kursieren. Dass sich die 72 Stunden-Visaregelung regelmäßig auf der Anklagebank wiederfindet, führt dazu, dass Kaliningrad-Touristen Bedenken haben oder sich nicht weiter mit der Thematik beschäftigen. Verwechslungen mit dem bis zu 72-stündigen visumfreien Landgang bei Schiffsreisen sorgen zusätzlich für Verwirrung. An dieser Stelle möchten wir, etwas "Licht ins Dunkel" bringen und mit einigen Vorurteilen aufräumen. Denn das 72-Stunden Visum für Kaliningrad ist besser als sein Ruf!

Was ist das Kaliningrad Visum und welche Reisen sind damit möglich?

Das 72 Stunden Visum für Kaliningrad erlaubt touristische Aufenthalte von bis zu 3 Tagen im gesamten Kaliningrader Gebiet. Wie bei den "klassischen" Visa für die gesamte Russische Föderation ist auch bei 72-Stunden-Visa ein Visumantrag vor Reiseantritt erforderlich. Allerdings gibt es wesentliche Unterschiede:

Es ist nicht möglich, den Antrag auf ein 72-Stunden-Visum direkt bei der russischen Botschaft bzw. dem Visa Handling Service einzureichen. Ausschließlich ausgewählte russische Reiseagenturen sind befähigt, das Kurzzeitvisum für Individualreisende zu beantragen.

Der Visavermerk in den Reisepass erfolgt erst bei Ankunft in Russland. Das 72 Stunden Visum für Kaliningrad lässt sich deshalb auch als elektronische Einreisegenehmigung bezeichnen.

Wer kann das 72 Stunden Visum beantragen?

Die Option auf ein 72 Stunden Visum für Kaliningrad haben Staatsangehörige aller Schengenstaaten, Japaner und Briten.

An welchen Grenzstationen sind Ein- und Ausreise gestattet?

Die Einreise ist an einem von 3 Grenzübergängen gestattet: dem Kaliningrader Flughafen, Mamonowo-1 (Gronowo) oder Bagrationowsk. Die Ausreise darf an jedem beliebigen Ort erfolgen. Die Uhrzeit für die Ankunft ist – so gut es geht – im Voraus anzugeben. Es sind die Öffnungszeiten der Grenzstationen zu beachten. Die Grenzabfertigung findet in der Regel zwischen 8:00 Uhr und 18:00 Uhr statt. Die Besucher sind selbst dafür verantwortlich, die 72-Stunden-Frist einzuhalten.

 

Welche Unterlagen sind bei der Einreise erforderlich?

Reisende benötigen keinerlei Ausdrucke bei der Einreise, denn das Kurzzeitvisum ist vollständig papierlos. Wichtig ist aber, dass Besucher ihren gültigen Reisepass (Mindestgültigkeit von 6 Monaten) und 1 biometrisches Passbild dabei haben. In Russland sind Ausländer grundsätzlich verpflichtet, eine Auslandskrankenversicherung zu haben. An diese Regelung sollte sich jeder zu seinem eigenen Wohle halten. Der Nachweis der Police ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Was genau passiert an der Grenze?

Die Ausstellung des Visums bei Ankunft lässt sich mit einer herkömmlichen Passkontrolle vergleichen. Je nach Reiseaufkommen ist mit etwas längeren Wartezeiten zu rechnen. Kenntnisse der russischen Sprache sind nicht erforderlich. Die Antrags- und Personendaten liegen den Grenzbeamten bei der Einreise bereits vor. Nach einem Abgleich erfolgt der Visavermerk in den Pass.

Bei Einreise mit dem Auto muss man die Grüne Versicherungskarte vorweisen. Ist darauf nicht der Vermerk, dass diese auch für Russland gültig ist, so ist vor Einreise eine Versicherung an der Grenze für den Zeitraum der Reise obligatorisch.

Welche Vorteile hat das 72 Stunden Visum gegenüber herkömmlichen Visa für Russland?

Touristen, die ein Kurzzeitvisum für eine Reise nach Kaliningrad beantragen lassen, unterliegen vereinfachten Antragsvoraussetzungen. Sie benötigen keine Einladung aus Russland und keinen Rückkehrwilligkeitsnachweis. Es ist nicht erforderlich im Voraus ein Hotel zu buchen. Darüber hinaus reicht eine Kopie des Reisepasses für die Beantragung des Visums aus. Dies erweist sich besonders dann als vorteilhaft, wenn im Zeitraum vor dem Reiseantritt nach Kaliningrad noch weitere Reisen geplant sind, für die der Original-Pass gebraucht wird. Der elektronische Antrag birgt zusätzlich Flexibilität. Wer z. B. in Polen reist, hat die Möglichkeit sich kurzfristig (5 bis 10 Tage vor der geplanten Einreise) für einen Trip nach Kaliningrad zu entscheiden.

Ist es möglich, das 72 Stunden Visum für Kaliningrad im Internet zu beantragen?

Ja, der Visadienst von König Tours bietet in Kooperation mit einem russischen Reiseunternehmen die Möglichkeit, das 72 Stunden Visum Kaliningrad einfach und bequem online zu beantragen. Alles, was Reisende benötigen, sind eine Kopie des Reisepasses und ein Datenblatt mit Angaben zu Einreisedatum, -ort und -uhrzeit, Heimatanschrift und Telefonnummer, Berufsstand und Adresse des Arbeitgebers. Bei Einreise mit einem Fahrzeug sind Fahrzeugtyp und Kennzeichen anzugeben.

Optional besteht die Möglichkeit, über „König Tours“ eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Das Visum Kaliningrad hat den Ruf, zu teuer und überflüssig zu sein - stimmt das?

Der Preis für das Kaliningrad Visum ist im Vergleich zum Russland Visum, das für längere Zeit gilt, auf den ersten Blick etwas hoch. Bei Bestellung über König Tours kostet es jedoch nur wenige Euro mehr als ein Russland Visum. Wer tatsächlich nur einen Kurztrip nach Kaliningrad plant, profitiert jedoch von den vereinfachten Visabestimmungen. Denn ein Visum benötigt er in jedem Fall. Überflüssig ist das Kaliningrad Visum daher nicht. Welche Lösung die bessere Variante ist, kann jeder Antragsteller im Einzelfall für sich selbst entscheiden. Wer den Mehraufwand beim Visumantrag nicht scheut, hat stets die Option, bei einem Kurztrip nach Kaliningrad auch den herkömmlichen Weg über die russische Botschaft zu wählen.

Die Regelung des 72 Stunden Visums ist durch das russische Außenministerium im November 2015 für ein weiteres Jahr, bis 31.12.2016 verlängert worden. Inhaber eines derartigen Visums können nur an Werktagen Montags bis Freitags ein- und ausreisen.

Sollten wir jetzt Ihr Interesse an einem Kurzbesuch in Kaliningrad geweckt haben, so können Sie ein 72-Stunden-Visum unter Nutzung des nachfolgenden Link sofort beantragen:

Mit der Buchung Ihrer Reise über diesen Link unterstützen Sie die Arbeit unseres nichtkommerziellen Informationsportals, denn wir erhalten dafür eine Provision, die wir zur Deckung unserer laufenden Kosten nutzen.

Sollten Sie jedoch eine andere Reiserichtung bevorzugen, so bietet unser Partner auch für alle anderen weltweiten Länder den Visaservice an. Klicken Sie auf die Grafik und Ihr Visum klebt schon fast im Reisepass.

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   Kommentare ( 6 )

Eckart Veröffentlicht: 15. November 2015 05:59:38

In einem, von allen gewünschten einigen Europa - und dazu rechnet man Kalingrad ganz allgemein, ist eine Visumspflicht tiefster bürokratischer Schwachsinn.

Passpflicht dürfte doch genügen ..... Stempel rein, und fertig "ist die Laube!"

Regul Veröffentlicht: 24. Januar 2016 13:07:46

@Eckart
Das verstehen auch die Russen. Das Problem ist, das 'wir' mit Reisepass verreisen möchten, aber die Anderen sollen gefälligst ein Visum beantragen. Und genau dort knirscht es natürlich.

.g Radeberger Veröffentlicht: 21. Februar 2016 14:01:36

Ich bin der Meinung, Ihr irrt alle drei. Es geht letztendlich darum, den Cordon sanitaire mit "Leben" zu erfüllen. Vom großen Vordenker aus Übersee soll die Verbindung zwischen der EU, noch so einigen Ländern, wie Belorußland, Ukraine, Moldawien und der RF vollkommen gekappt werden. Das sind die Vorstellungen. Die Isolierung Rußlands vom Westen Europas ist das Ziel. Das verkündet doch der Erpressungs- und Kriegs-Nobelpreisträger doch immer wieder. Und das trifft natürlich auf den Tourismus und die Geschäftsreisenden auch zu. Was man - noch - nicht verbieten kann, das soll zumindest unattraktiv und maßlos erschwert werden.
Seit vielen Jahren bemühte sich die RF um eine Abschaffung der Visumspflicht zur EU. Wer sich geziert hat, wie die Zicken am Strick, daß waren Brüssel, Berlin, Warschau und einige andere.
Die haben die Vorgaben Washingtons genauso umgesetzt, wie es sich für gute und fügsame Vasallen gehört.
Was das aber in der Realität für die Bewohner der EU bedeutet, schaut mal bei "Sputnik" - Faszination Rußland - rein. Beeindruckende Zahlen.

Georg Veröffentlicht: 17. September 2016 17:45:10

Russland will sich als ebenbürtiger Partner darstellen, nach dem Motto "wie du mir, so ich dir!", aber das wirtschaftlich angeschlagene Land, wo für unsere Verhätnisse eine unvorstellbare Armut herrscht, könnte dringend finanzkräftige Touristen und Investoren gebrauchen. Durch diese stoische Gleichmacherei schneidet sich Russland gewaltig ins eigene Fleisch, denn während wir uns in Europa von Touristen kaum retten können, ist Russland für weite Teile der europäischen Bevölkerung ein großer weißer Fleck. Russland wäre dringend anzuraten, einen eigenen Weg zu gehen, d.h. die Visapflicht aufzuheben und könnte damit die EU auf lange Sicht unter Druck setzen, gleichzuziehen. So aber sitzt die EU immer am längeren Hebel.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 17. September 2016 22:47:38

... die Ukraine hat schon vor vielen Jahren einseitig die Visapflicht für die Bürger der EU abgeschafft und die EU hat sich davon nicht beeindrucken lassen. Was den Tourismus für Kaliningrad anbelangt, so hatten wir vor vier Jahren rund 400.000 Touristen, im vergangenen Jahr eine Million Touristen und in diesem Jahr werden es 1,5 Mio. Touristen werden ... ich finde die Steigerungsraten gar nicht mal so schlecht.

Georg Veröffentlicht: 18. September 2016 08:43:14

Sie haben Recht, was die einseitige Visumserleichterung der Ukraine anbelangt, aber ich denke, Ukraine und Russland lässt sich nicht vergleichen. Russland steht in der Weltöffentlichkeit in einem weitaus höheren Interesse. Alleine die Millionen Russlanddeutschen, die bei uns leben, würden sicherlich öfter Abstecher in ihre ursprüngliche Heimat machen. Besonders Kaliningrad könnte aufgrund der Geschichte zu einer Pilgerstädte der Deutschen werden, wenn eine Einreise vereinfacht möglich wäre. Wie werden eigentlich die Touristenzahlen in Kaliningrad gezählt, Grenzübertritte oder anhand der Übernachtungen in Hotels und Pensionen. Ich ziehe da mal wieder gerne einen Vergleich mit Nürnberg. Nürnberg hatte im letzten Jahr über 1.500 000 Touristen und diese Zahlen kommen ausschließlich durch Übernachtungen zustande.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 18. September 2016 08:58:39

... ja, man könnte vieles machen in dieser Welt. Russland hat vor Jahren der Europäischen Union die sofortige Einführung der Visafreiheit angeboten. Es war alles vorbereitet dafür. Die EU, an der Spitze mit Deutschland und den Baltischen Staaten, hat dies abgelehnt. Aus Sicherheitsbedenken. Damit muss Russland leben. Tourismus ist sicher eine wichtige Sache, für Russland aber - so wie es aussieht - keine lebenswichtige Sache. Es gibt Wichtiges zum gegenwärtigen Zeitpunkt, als der EU einseitige Geschenke zu machen. Kaliningrad hat sich daran gewöhnt, dass die Anzahl deutscher Touristen sehr übersichtlich ist. Geld verdient man auch ohne deutsche Touristen.

Die Methodik der Ermittlung der Touristenzahlen ist mir im Detail nicht bekannt. Wir erhalten die Zahlen vom Pressedienst der Gebietsregierung.

Hauke Veröffentlicht: 17. Oktober 2016 18:42:16

Ich denke dieses 72 Std. Visum ist für Jemanden etwas der sich mal kurz, nur Kaliningrad ansehen will. Wer aber Land und Leute kennen lernen will, für den ist es nichts.
Vielleicht noch mal eine Info: Gestern habe ich mal Visit Kaliningrad angeschrieben um mich nach Campingplätze zu erkundigen. Heute um 11 hatte ich schon eine sehr nette Antwort.
Wie es aussieht gibt es wirklich nur einen Platz am Hotel Baltik. Aber der ist ja auch auf Camping Info angegeben. Es gibt wohl noch 5-7 Orte wo man ein Zelt aufschlagen kann, die aber wohl doch nicht den normalen Voraussetzungen entsprechen.
Da tut sich wohl eine echte Marktlücke auf?
Schaut man sich mal auf der angegebenen Internet Seite um, wie viele Plätze es auf polnischer Seite gibt, so denke ich schon das sich Investitionen in solche Anlagen lohnen würde.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 17. Oktober 2016 22:26:34

... ja, völlig richtig. So sehe ich den "Qualitätsstandard" der Campingplätze auch. Keiner entspricht eigentlich so richtig den westeuropäischen Erwartungen. Ja, es ist auch richtig, dass es hier für einen Investor eine gute Möglichkeit gibt - auch für einen ausländischen Investor. Der würde sicher mit ganz offenen Armen von der neuen Gebietsregierung empfangen werden.

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