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Auf- und Niedergang des Kaliningrader Eier-Marktes

Fr, 15 Nov 2013 Wirtschaft & Finanzen


Auf- und Niedergang des Kaliningrader Eier-Marktes

Ein russischer Geschäftsmann, der sich mit der Produktion und dem Verkauf von Eiern beschäftigt, hat seine ganz eigenen Vorstellungen zu einem Markteintritt, Markteroberung und Marktbeherrschung. Seine Konkurrenten behandelt er nicht wie rohe Eier.

In den vergangenen Wochen wurde ein Preisanstieg bei Eiern in Kaliningrad um 40 Prozent bemerkt. Die Ursachen waren zuerst unklar. Dann wurde bekannt, dass ein Großteil der in Kaliningrad bisher verkauften Eier aus Weißrussland kamen. Diese Lieferungen blieben plötzlich aus.

Nachdem es unter der Kaliningrader Bevölkerung zu „Diskussionen“ kam, wurden Untersuchungen eingeleitet. Nun verkündete der Kaliningrader Landwirtschaftsminister Wladimir Sarudni, dass der Kaliningrader Markt durch die Agrar-Holding von Alexander Dolgow „erobert“ wurde.

Foto: Alexander Dolgow

Die Agrarholding begann zuerst mit Dumpingpreisen und einer aggressiven Marketingpolitik die Weißrussen mit ihren preiswerten Eiern aus dem Kaliningrader Markt zu drängen. Dabei schrieb die Holding natürlich Verluste. Nach dem die Holding zum Monopolisten in Kaliningrad geworden war erhöhte sie die Preise um 40 Prozent, um die Verluste der Vergangenheit wieder einzufahren.

Nun hat die Holding versprochen, in Kürze die Preise wieder um 15 Prozent zu senken. Trotzdem verbleibt es bei einer Preiserhöhung von 20 Prozent, die nun die Kaliningrader zu bezahlen haben.

„Einer der größten Risiken für das Kaliningrader Gebiet ist die Monopolisierung bestimmter Produktionen. Es gab Zeiten, da hatte das Kaliningrader Gebiet drei Hühnerfabriken. Eine Fabrik lieferte Hühnerfleisch, zwei lieferten Eier. Einer dieser beiden Fabriken wurde geschlossen. Die verbliebene Eierproduzierende wechselte einen Besitzer nach dem anderen. Die Produktion sank auf 40.000 Eiern täglich, bei einem Bedarf von 400.000 Stück. Dieses Defizit wurde sehr schnell von den Weißrussen erkannt – Kaliningrad war für sie schon immer ein interessanter Markt. Innerhalb kürzester Zeit eröffneten sie 56 Verkaufspunkte für ihre Eier im Kaliningrader Gebiet. Einheimische Erzeuger hatten kaum noch Chancen auf dem Kaliningrader Markt – bis zu dem Zeitpunkt als die Holding von Dolgow auftauchte. Er rettete die Kaliningrader Eierfabrik und führte sie durch seine aggressive Politik auf den Kaliningrader Markt zurück. Er modernisierte die gesamte Produktion, änderte die Fütterung und er lieferte hochwertige Erzeugnisse. Damit verschwanden die Weißrussen vom Markt. Mit dem Verschwinden der Konkurrenten begannen dann die Preise zu stiegen – ein ganz normaler marktüblicher Vorgang. Man kann viel darüber diskutieren, was besser ist – billige Ware zu haben aus aller Welt und sich in Abhängigkeit von äußeren Lieferanten zu befinden, oder eine eigene Produktion zu haben und damit auch noch Arbeitsplätze zu sichern – dafür aber etwas teurer. Ich bin froh, dass wir wieder unsere eigenen Eier produzieren“, - so der Landwirtschaftsminister Sarudni.

Allerdings bedauerte der Minister, dass die Kaliningrader Holding durch die neue Preispolitik ihrem eigenen Image sehr geschadet und somit viele loyale Kunden verloren hat.

Quelle: http://rugrad.eu/news/633631/

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Handel, Investitionen, Landwirtschaft

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