Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Die Stimmen werden lauter – Import von Wein mit Hindernissen

So, 10 Jun 2018 Wirtschaft & Finanzen


Die Stimmen werden lauter – Import von Wein mit Hindernissen

Der Beauftragte des russischen Präsidenten für Unternehmensfragen Boris Titow hat vorgeschlagen, für den Import von hochprozentigem Alkohol und Wein zusätzliche Steuern zu verlangen.

Die Gespräche über eine zusätzliche Besteuerung, insbesondere von Importwein, laufen schon seit 2014. Sie begannen im Rahmen der Sanktionen und Gegensanktionen. Der russische Weinanbau ist unterentwickelt und mit einem Importverbot für Wein (damals Gesprächsgegenstand) oder einer zusätzlichen Besteuerung, wollte man der einheimischen Landwirtschaft zusätzliche Impulse geben und sich die starke westliche Konkurrenz, die viele Weinsorten zu Billigpreisen abgibt, vom Halse schaffen.

Da aber die russische Landwirtschaft bzw. Lebensmittelindustrie nicht in der Lage war, den Importausfall sowohl mengen- wie auch qualitätsmäßig auszugleichen, wurde der Gedanke immer wieder hinausgeschoben.

Nun hat Boris Titow das Thema wieder aufgegriffen und einen entsprechenden Brief mit Vorschlägen an den russischen Präsidenten gesandt.

Gegenwärtig erhalten die russischen Erzeuger jährliche Dotationen im Umfang von 1,5 Mrd. Rubel. Um der ausländischen Konkurrenz wirklich entgegentreten zu können, benötigt aber dieser Industriezweig 50 Milliarden Rubel.

Wenn man den Vorschlägen von Boris Titow folgt, so könnten aus der Zusatzbesteuerung Einnahmen von 30 Milliarden Rubel entstehen, die für die Förderung der einheimischen Erzeuger genutzt werden können. Obwohl keine genauen Ziffern genannt wurden sind, geht man davon aus, dass die zusätzliche Besteuerung die Summe von 30 Rubel pro Flasche nicht überschreiten wird.

Neben seiner Funktion als Beauftragter des russischen Präsidenten für Unternehmensfragen, ist Boris Titow auch Vorsitzender des Verbandes Weinbauern und Weinerzeuger der Russischen Föderation. Weiterhin besitzt seine Familie eine der größten Weinfirmen in Russland.

Uwe Niemeier

Reklame

Landwirtschaft, Sanktionen

   Kommentare ( 4 )

ru-moto Veröffentlicht: 10. Juni 2018 11:50:25

[...Boris Titow auch Vorsitzender des Verbandes Weinbauern und Weinerzeuger der Russischen Föderation. Weiterhin besitzt seine Familie eine der größten Weinfirmen in Russland.]

Vielleicht hat jemand Mitleid mit Herrn Titow und seiner Weinfirma und spendet diesen neben Bargeld (Steuern) ein Weinbau-Praktikum damit sie richtigen Weinbau und dessen Umsetzung erlernen. Der Import von Weinen aus Kalifornien, Australien und Südafrika könnte dann eingestellt werden. Krim-Wein schmeckt schon jetzt hervorragend!

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 10. Juni 2018 12:42:47

... oi, gut, dass Sie im letzten Satz den Krim-Wein erwähnt haben. Ich wusste doch, das auf meiner heutigen Einkaufsliste noch was fehlte.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 11. Juni 2018 02:42:36

ru-moto hat schon den richtigen Fingerzeig gegeben. Nor mit Geld ist da nichts zu machen. Da ist eindeutig Wissen und Können gefragt. Es geht ja nicht darum irgend eine Cola nachzusüßen.
Wenn man nicht so unflexibel wäre, hätte man schon vor Jahren sich mit einem italienischen oder französischen Weingut angefreundet und sich von dessen Experten beraten lassen. Dieses EU-Weingut hätte nie so viel Wein liefern können von zuhause, daß der eigene Weinberg aus dem Rennen gewesen wäre.
Aber diese genannten "Importe" kommen mir nicht ins Haus. Ich bin mit deren Pfusch-Herstellung nicht einverstanden.
Da sprach der sterbende Winzer zu seinen Kindern: Ich verrate Euch jetzt mein großes Geheimnis. Wein kann auch aus Trauben gekeltert werden.

Hauke Veröffentlicht: 11. Juni 2018 12:00:35

Sollte ich es schaffen nochmal nach Russland zu fahren, hätte ich kein Problem damit.
Heute kann man russisches Bier gut trinken ohne gleich aufs Örtchen zu müssen
und son klares , reines Wässerchen ist alle mal bekömmlicher als son gefärbtes Zeug.
Seit fast 50 Jahren gibt es bei mir an Sylvester nur Krimskoye und bei den Preisen in Russland, könnte man Mal so richtig zu langen.Denn der Krimskoye ist einfach super.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 12. Juni 2018 02:06:29

"Denn der Krimskoye ist einfach super."

Kein Widerspruch!

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an