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Eine Million – aber nicht jeder erhält sie

Di, 05 Aug 2014 Wirtschaft & Finanzen


Eine Million – aber nicht jeder erhält sie

Die im vergangenen Jahr eingeleitete Bankendisziplinierung macht rasante Fortschritte. Wer von den Kleinanlegern nicht die richtigen Schlussfolgerungen aus den Ereignissen der letzten zwölf Monate gezogen hat, kann viel Geld verlieren. Aber bis zu einer Million kann der Kleinanleger jetzt aber auch erstattet bekommen.

Es geht um die nun schon monatlich obligatorischen Lizenzentzüge für russische Banken, die sich dafacto nicht mit dem Bankgeschäft beschäftigen. Für die sogenannten Kleinanleger sind diese Lizenzentzüge mit dem Risiko behaftet, dass sie entweder alle angelegten Gelder verlieren, wenn nämlich diese Bank nicht am staatlichen Einlagensicherungsfond teilnimmt. Dies sind ungefähr 15 Prozent aller russischen Banken. Oder die Bank ist Teilnehmer am Bankeinlagensicherungssystem – in diesem Fall erhält der Anleger eine Summe bis zu 700.000 Rubel (ca. 14.000 Euro) vom Staat erstattet. Um also keine Verluste zu machen, sollte jeder Anleger einer russischen Bank nicht mehr als eben diese 14.000 Euro anvertrauen.

Nun tritt ab 2. August eine Gesetzesergänzung in Kraft. Diese sieht vor, dass die Kleinanleger, die mehr als 700.000 Rubel angelegt haben, mit einer weiteren Entschädigung rechnen können, wenn es die Konkursmasse der Bank hergibt. Gesetzlich wird die Summe bis zu 300.000 Rubel (6,400 Euro) festgelegt, wobei die Summe sehr stark variieren kann, denn niemand kennt im voraus die zur Verfügung stehende Konkurssumme. So kann es also auch durchaus sein, dass ein Anleger zusätzlich aus der Konkursmasse eben nur 10 Euro bekommt.

Aber zumindest ist dies ein guter Schritt nach vorn, welche dem unvorsichtigen Anleger noch eine weitere minimale Chance für die Rettung seines Geldes gibt.

In diesem Jahr werden hundert Banken (vielleicht auch mehr) ihre Lizenz verlieren. Die unvorsichtigeren Anleger werden also eine Chance haben, außer den gesetzliche garantierten 700.000 Rubel, nach Abwicklung der Bank (im Verlaufe von ca. zwei Jahren) noch eine weitere Entschädigung bis zu 300.000 Rubel zu erhalten. Eine generelle Erhöhung des Einlagensicherungsfonds seitens des russischen Staates ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorgesehen. Man geht allgemein davon aus, dass nach Beendigung der Disziplinierung des russischen Bankensektors, also in ca. drei Jahren, der Staat die zu erstattenden Summen im Einlagensicherungsfond drastisch anheben wird. Die Gefahr, dass dann eine Bank ihre Lizenz verliert ist relativ gering, die Gefahr des Eingreifens des Einlagensicherungsfonds somit auch. Eine hohe Staatsgarantie wird auch das Vertrauen der vielen Millionen Kleinanleger in das russische Bankensystem zurückbringen, aber auch derjenigen, die jetzt ihr Geld im Ausland geparkt haben. Die aktuellen Sanktionen einer Reihe von westlichen Staaten zeigen, dass russische Gelder im Ausland immer unsicherer werden. Somit wäre es eine logische Konsequenz, den Kapitalabfluss aus Russland zu stoppen und Geld aus dem Westen zurück nach Russland zu holen und in die nun beginnende Entwicklung der russischen Wirtschaft zu investieren.

Die neuen Regelungen treten mit „rückwirkendem“ Datum in Kraft. Also auch für die Banken, die in den letzten zwei Jahren ihre Lizenz verloren haben, deren Abwicklung aber bis 2. August 2014 noch nicht beendet ist. Somit haben auch Kunden der „Investbank“ in Kaliningrad die Chance auf eine weitere Erstattung.

99 Prozent aller Privat-Bankkonten in Russland zeigen heute einen Bestand bis zu einer Million Rubel auf.

Uwe Niemeier unter Nutzung von Quelle: http://www.rg.ru/2014/07/30/vklady.html

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