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Ganz Kaliningrad auf Diät?

Do, 12 Jul 2018 Wirtschaft & Finanzen


Ganz Kaliningrad auf Diät?

Meldungen Kaliningrader Medien assoziieren den Gedanken, dass ganz Kaliningrad sich einer Diät unterzieht. Die Statistik zeigt, dass die Verbraucher in den letzten Jahren immer weniger Lebensmittel kaufen.

Die russische Statistikbehörde hat festgestellt, dass in den letzten vier Jahren der Verbrauch von Grundnahrungsmitteln im Kaliningrader Gebiet beständig rückläufig ist. So verringerte sich der Verbrauch von Fleisch und Fleischerzeugnissen von 111 Kilo im Jahr 2013 auf 99 Kilo im Jahre 2017. Das ist ein Rückgang um 11 Prozent. Die Statistik zeigt aber auch keinerlei andere Warengruppen, wo der Verbrauch ansteigt und wo man aus dieser Entwicklung eine neue Verbrauchertendenz feststellen könnte. So ist auch der Verbrauch von Milcherzeugnissen um 14 Prozent rückläufig und von Fischerzeugnissen sogar um 26 Prozent. Der Verbrauch von Zucker und Konditoreierzeugnissen zeigt eine negative Tendenz von 12 Prozent. Sogar der Verbrauch von Brot, ein sehr preiswertes Erzeugnis in Kaliningrad, ist um 10 Prozent rückläufig und Kartoffeln wurden zu acht Prozent weniger gekauft.

Anm. UN: Entweder sind die Kaliningrader wirklich ernährungsbewusster geworden oder die Datschenwirtschaft wurde seit 2014 stärker aktiviert und die Kaliningrader sind zur Eigenversorgung übergegangen. Diese Ziffern können natürlich durch die Statistik nicht erfasst werden.

Uwe Niemeier

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   Kommentare ( 2 )

Georg Veröffentlicht: 12. Juli 2018 10:55:26

Vielleicht hat das etwas mit dem erheblichen Kaufkraftverlust zu tun, den die russische Bevölkerung seit 2014 erleiden muss. Eigentlich sollten Sie das auch wissen, aber ich denke, in Russland ist das Aussprechen von Wahrheiten von der heroischen Regierung nicht so sehr erwünscht.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. Juli 2018 11:10:07

... interessant, wie Sie argumentieren. Sie meinen also, weil die Bevölkerung immer weniger Geld hat, können sie sich kein billiges brot und keine billigen Kartoffeln mehr leisten? Hm, muss ich mal drüber nachdenken. Und was die Kritik anbelangt, die in Russland nicht erwünscht ist - wie Sie meinen. Ich empfehle Ihnen die russischen Medien zu lesen - also nicht die staatstreuen Medien, sondern die unabhängigen Medien in Russland. Und dann können Sie gerne Ihren jetzigen Kommentar nochmal korrigieren.Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit einem leitenden Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes. Dieser meinte - dass das, was in den russischen Medien alles kritisiert wird, in Deutschland nicht vorstellbar wäre. Da wären die Medien schon mit einer Flut von Klagen überzogen wurden.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 12. Juli 2018 12:51:22

Ich kann gar nicht verstehen, warum es Leute gibt, die in ihrer Umgebung nicht das sehen, so wie es ist. Das es eben auch in Deutschland einen zunehmenden Kaufkraftverlust vor allem im Bereich der nicht so Begüterten gibt. Ich habe vor wenigen Minuten eine Meldung im Fernsehen gesehen, daß ca. 50% der Rentner lt. amtlicher Meldung der Rentenversicherung nur eine (Brutto)-Rente von unter 800 Euro erhalten. Das sind die, die ständig beim Amt die finaziellen Unterhosen vorzeigen müssen und dann trotzdem noch bei der "Tafel" anstehen. Wer im Glashaus sitzt, ...
Und in Rußland wird das ähnlich sein, daß auch die ständigen Rentenerhöhungen durch die stärker steigenden Preise einfach weg geschluckt werden. Und dann kommen in Rußland eben deren "Tafeln", die Datschen zur Wirkung, daß dort vieles selbst angebaut und hergestellt wird. Natürlich werden wohl auch weniger Fleischerzeugnisse gegessen werden und es werden wohl auch mehr, die sich gesünder ernähren.

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