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Große Pläne für den Kaliningrader Airport

Do, 26 Jun 2014 Wirtschaft & Finanzen


Große Pläne für den Kaliningrader Airport

Der Generaldirektor des Kaliningrader Airports hat in einem Interview die Vorstellungen für die weitere Arbeit des Kaliningrader Airports dargelegt. Viel Neues gibt es nicht. Grund für Optimismus auch nicht.

Foto: Andrej Tyrin, Generaldirektor Airport Chrabrowo

Im Interview unterstrich der Generaldirektor die Wichtigkeit von Charterflügen für Kaliningrad. Insgesamt gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt 11 Richtungen, die im Charterflug angeflogen werden. Charterreisen haben den Vorteil, dass alle Passagiere die in diese eine Richtung fliegen, auch aus dieser Richtung wieder zurückkehren – und zwar mit dem Flugzeug der entsprechenden Fluggesellschaft.

Der Generaldirektor informierte weiter, dass die Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft „Zeverstal“ ausgebaut wird und vermutlich schon am Herbstflugplan neue Richtungen in Tschechien und Italien angeflogen werden.

Auf die Frage nach einer eigenen Fluggesellschaft für Kaliningrad, als Nachfolge für die vor sechs Jahren für bankrott erklärte KD-Avia antwortete der Generaldirektor, dass diese Frage nicht einfach zu entscheiden ist. Eine neue Fluggesellschaft muss entsprechend der russischen Gesetzgebung mindestens zwei Jahre innerrussische Flüge durchführen, bevor sie die Lizenz für internationale Flüge erhält. Wenn jetzt in Kaliningrad eine Fluggesellschaft geschaffen wird, so ist dies sinnlos, da diese Gesellschaft nur im Kaliningrader Gebiet fliegen kann und da das Gebiet sehr klein ist, macht dies auch keinen Sinn. Deshalb muss eine schon existierende Fluggesellschaft dafür gewonnen werden, dass sie Kaliningrad als Basisstandort auswählt. Dann müssen wir mit dieser Gesellschaft zu Fragen der Preispolitik und des Streckennetzes arbeiten. Wir haben Gespräche im Januar begonnen – bislang ohne Ergebnis.

Auf die Frage, ob Kaliningrad für ausländische Fluggesellschaften interessant ist, antwortete der Generaldirektor, dass für diese in erster Linie die Rentabilität steht. Der Flugservice muss Gewinn abwerfen. Wenn es ausreichend Flugreisende aus oder nach Kaliningrad gibt, dann wird Kaliningrad auch für ausländische Fluggesellschaften interessant. Damit genügend Passagiere kommen, muss Kaliningrad auch etwas tun. Das beginnt bei der Entwicklung des Tourismus, den Hotels, den Sanatorien an der Ostsee.

Der Generaldirektor geht davon aus, dass die Rekonstruktion des Kaliningrader Airports Ende 2015 erfolgt. Dann erfolgen weitere innere Arbeiten, Training des Personals und die Ausrüstung mit neuer Technik und der Airport wird für die Reisenden Ende des ersten Quartals 2016 zur Verfügung stehen.

Quelle: http://klops.ru/interview/intervyu/92175-my-hotim-pustit-samolyoty-v-chehiyu-i-severnuyu-italiyu

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Airport, Kaliningrad

   Kommentare ( 1 )

Jenenser Veröffentlicht: 26. Juni 2014 11:13:46

Der Bahnhof stellt oft die Visitenkarte einer Stadt dar. Kaliningrad hat ein sehr imposantes und geschichtsträchtiges Gebäude, dass auch noch gut in Schuss ist. Nur, es herrscht in der Regel dort gähnende Leere. Die Fernzüge, die dort abfahren und ankommen, kann man an fünf Fingern abzählen.

Die Ursachen liegen am Exklavenstatus der Stadt, der sich über kurz oder lang wohl nicht ändern wird.

In Vilnius, in Litauen, habe ich vor kurzem den Transitzug Kaliningrad -Sankt Petersburg gesehen. Umzäunt, wie in einem Käfig, und mit Kameras bewacht wartete er in der Nachmittagshitze auf Weiterfahrt. Einige Reisende winkten, im Wissen, dass sie den Zug, den Bahnsteig nicht verlassen dürfen. Der Gitterzaun erinnerte mich irgendwie an die umgangssprachliche Bezeichnung „schwedische Gardinen“. Was ist das nur für ein Unsinn mit der Visapflicht zwischen der EU und Russland! Als Russe würde ich mir diese Demütigung nicht antun.

Und statt dessen lieber mit dem Flugzeug vom „Festland“ nach Kaliningrad anreisen. Gibt es eigentlich Zahlen über diesen speziellen Transitreiseverkehr? Welche Verkehrsmittel werden prozentual von Russen bevorzugt?

Doch zurück zum Flughafen. Es ist schon traurig, dass von den Verantwortlichen das scheinbar wichtigste Eingangstor der Stadt so vernachlässigt wird. Und so wird zum Beispiel ein Erstbesucher sofort mit dem Negativen Kaliningrads konfrontiert. Und es kostet einige Kraft, eigentlich unnötige, die Stimmung bei der Weiterfahrt wieder zu heben...

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