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Hungersnöte in Russland am Wochenende? Alles Quatsch, meint die Jarowaja.

Mo, 08 Okt 2018 Wirtschaft & Finanzen


Hungersnöte in Russland am Wochenende? Alles Quatsch, meint die Jarowaja.
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Die neue Arbeitswoche begann damit, dass russische Medien die Russen mit der Nachricht erschreckten, dass sie zukünftig an den Wochenenden vielleicht hungern müssten. Grund für die temporären Hungersnöte soll ein neues Gesetz sein, welches gegenwärtig vorbereitet wird und welches vorsieht, dass die Einzelhändler zukünftig nicht mehr das Recht haben, unverkaufte Ware an den Lieferanten oder Hersteller zurückzuliefern.

Die bisherige Praxis, unverkaufte Ware an den Lieferanten zurückzuliefern, war eine sehr bequeme Art für den Einzelhandel, das Handelsrisiko auf die Lieferanten abzuwälzen, denn eine Abschreibung von Waren im Einzelhandel gab es somit nicht.

Dabei spielte es anscheinend überhaupt keine Rolle, weswegen die Ware nicht verkauft wurde – das Risiko lag immer beim Lieferanten.

Damit ist nun Schluss – wenn sich das neue Gesetz durchsetzt.

Und damit man das Risiko minimiert, haben die Einzelhändler die Absicht, für das Wochenende weniger Waren zu bestellen. Bisher wurde bereits am Freitag für das gesamte Wochenende angeliefert, also für die drei Handelstage Freitag, Samstag, Sonntag. Nun wird man einfach weniger bestellen und nimmt in Kauf, dass die Regale leer sind – zumindest bei einigen Waren. Eine sehr bequeme Art, die Geschäfte zu führen. Man verzichtet lieber auf Umsatz, als das man Ware abschreibt oder im Preis herabsenkt und am Sonntagabend einen Totalausverkauf der empfindlichen Waren macht.

Da in Russland fast alle Einzelhandelsgeschäfte und Supermärkte bis spät in die Nacht, teilweise sogar rund um die Uhr arbeiten, gäbe es ausreichend Möglichkeiten, die Belieferung so zu organisieren, dass es eben nicht zu leeren Regalen oder zu Warenabschreibungen kommt.

Irina Jarowaja, die Initiatorin des neuen Gesetzentwurfes, verwahrte sich gegen diese Schwarzmalerei. Dieses Schreckensszenario dient einfach nur dazu, dass dieses Gesetz nicht verabschiedet wird – so Jarowaja. Die Lobbyisten des Einzelhandels wollen damit nur die russischen Verbraucher erschrecken, um sie auf ihre Seite zu ziehen.

Sie schlug vor, ein Forum im Rahmen der Staatsduma zu organisieren, wo sich die russischen Einzelhändler mit den russischen Erzeugern und Lieferanten russischer Lebensmittel offen und ehrlich unterhalten. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass der russische Erzeuger sämtliche Risiken zu tragen hat und der Einzelhandel selber große Gewinne ohne jegliches Risiko einstreicht.

Ihre Meinung fand nicht die Unterstützung des russischen Wirtschaftsministeriums und des Ministeriums für Industrie und Handel. Und die Regierung insgesamt sprach sich gegen diese Initiative aus.

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Duma, Handel

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