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Jedem Land sein eigenes Stream

Mo, 21 Mai 2018 Wirtschaft & Finanzen


Jedem Land sein eigenes Stream

Das Wort „Stream“ ist groß in Mode. Es ist ein englischer Begriff und hört sich furchtbar wichtig an. Genutzt wird es für russische Röhren und russisches Gas. Angebracht wäre aber dann doch besser das Wort „Nitka“ oder „Potok“

Wir haben „Nord-Stream-1“ und „Nord-Stream-2“, wir haben „Türken-Stream“, wir hatten „Süd-Stream“ und jetzt wollen die Bulgaren, dass die Russen die „Bulgaren-Stream“ bauen. Nein, das wollen die Bulgaren nicht. Die schleimen sich jetzt bei den Russen ein und wollen die Gasleistung, die die Russen bauen sollen, „Bulgaren-Potok“ nennen. Ein etwas merkwürdiger Gedanke, wo doch gerade die Bulgaren diejenigen waren, die vor einigen Jahren den Bau der „Süd-Stream“ verhindert hatten.

Und der bulgarische Präsident, der sich heute und morgen in Russland aufhält, wird sowohl vom russischen Premierminister, wie auch vom russischen Präsidenten empfangen. Allerdings scheuchen die Russen den Bulgaren ganz schön durchs Land, denn um dem russischen Premierminister den Gedanken einer Bulgarischen Gasleitung nahezubringen, muss der bulgarische Präsident nach Moskau und dann muss er nach Sotchi, wenn er mit Putin den Gedanken besprechen will. Keine Ahnung, welche überzeugenden Argumente der bulgarische Präsident hat, um die russischen „Partner“ von der wiedergewonnenen Vertragstreue der Bulgaren zu überzeugen, nachdem sie im Jahre 2014 eines der größten Gasprojekte verhindert hatten. Obwohl, wenige Monate später hatten sie es schon wieder bedauert, denn sie hatten festgestellt, wieviel Geld ihnen durch die Lappen gegangen ist. Aber da war es schon zu spät, da hatten die Russen schon mit den Türken zusammen gekuschelt.

In einem Interview mit der russischen Zeitung „Kommersant“ erklärte der bulgarische Präsident, dass er gerne direkt Gas aus Russland haben möchte. Und die Leitung sollte durch das Schwarze Meer verlegt werden. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass so eine Leitung Sinn macht – sagt der bulgarische Präsident heute. Denn die Leitung dient der Energiesicherheit des Landes, ist effektiv und hilft nicht nur Bulgarien, sondern der ganzen Europäischen Union.

Unklar ist allerdings, wie der Bulgare das der Europäischen Union beibringen will, denn die hat doch immer wieder erklärt, dass sie Angst habe vor dem russischen Gas und lieber woanders Gas einkaufen will.

Aber der Bulgare meint, dass, wenn Deutschland das Recht habe, für sich eine „Nord-Stream-2“ zu bauen, Bulgarien auch das Recht haben müsse, ein „Bulgaren-Potok“ zu erhalten. Naja, nach dieser Logik müssten dann in Europa bald 27 „Potoks“ gebaut werden – die Briten zählen ja nicht mehr.

Und die Bulgaren haben ganz große Pläne, denn sie wollen ein großes Energiezentrum im SüdOsten Europas werden. Und sie wollen das Gas aufteilen, was die Russen liefern. Erstaunt haben die Leser von „Kommersant“ dann noch zur Kenntnis genommen, dass die Europäische Union selber sich schon begeistert von diesen bulgarischen Plänen gezeigt haben soll und anscheinend doch keine Angst mehr vor russischem Gas hat.

Dann schau´n wir mal, was der Besuch des Bulgaren bringen wird. Es ist der erste Besuch eines bulgarischen Präsidenten seit zehn Jahren. Wenn man bedenkt, wie eng die beiden Länder mal befreundet waren … tja, die Zeiten ändern sich.

Uwe Niemeier

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Bulgarien, Europäische Union, Gasprom

   Kommentare ( 1 )

ru-moto Veröffentlicht: 21. Mai 2018 20:07:04

[...so eine Leitung macht Sinn, denn sie dient der Energiesicherheit des Landes, ist effektiv und hilft nicht nur Bulgarien, sondern der ganzen Europäischen Union, sagt der bulgarische Präsident...]

Seit wann macht sich denn der Präsident des EU-Schmarotzer-Landes Bulgarien Gedanken zum Wohle der EU? Er sollte besser dafür sorgen, dass die EU-Fördergelder dorthin kommen wofür sie bestimmt sind und nicht in den privaten Taschen der korrupten Politiker verschwinden.

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