Kaliningrad-Domizil

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„Kaliningrad-Domizil“ hat gelogen

Di, 10 Jul 2018 Wirtschaft & Finanzen


„Kaliningrad-Domizil“ hat gelogen

Ende Januar hatte unsere Informationsagentur einen kleinen Film erstellt, der über das ausreichende Bierangebot in der Stadt Kaliningrad informierte. Insbesondere ging es um die Sorge, dass das Bier zur Weltmeisterschaft nicht ausreichen könnte. Und an dieser Stelle haben wir gelogen.

Gelogen hat „Kaliningrad-Domizil“ deshalb, weil wir im Film versichert hatten, dass ausreichend Bier vorhanden ist und keiner in Kaliningrad während der Weltmeisterschaft dursten muss. Und genau das war verkehrt – wie sich jetzt herausstellte.

Natürlich haben wir nicht bewusst gelogen. Wir haben uns eben nur von den vollen Regalen in den Supermärkten und den vielen Biersorten beeindrucken lassen. Dass die Situation in den Kaliningrader Restaurants peinlich anders aussieht – das haben wir nicht gewusst.

Das liberale Informationsportal „rugrad.eu“ hatte zu einem Runden Tisch (ohne Bier) eingeladen, um ein wenig die Weltmeisterschaft auszuwerten. Und erschienen war auch der regionale Minister für Kultur und Tourismus. Und dieser nahm kein Blatt vor den Mund und berichtete so, wie es war: Traurig.

Minister Andrej Ermak kommentierte, dass die Restaurantbetreiber sich auf das Ereignis besser hätten vorbereiten müssen. Denn dann wäre es nicht zu solch peinlichen Situationen gekommen, dass ein Restaurantbesitzer die Fans gefragt hätte, warum diese denn kein Bier trinken und die ihm geantwortet haben: Weil es in diesem Restaurant kein Bier mehr gibt.

Es gab eine Vielzahl von helfenden Hinweisen der Gebietsregierung zur erwarteten Anzahl von Fans. Man hätte sich ausreichend bevorraten können und das haben die Restaurantbetreiber nicht getan – selbst sehr erfahrene Restaurantbetreiber haben versagt – so der Minister.

Aber es habe nicht nur Bier gefehlt, sondern auch vieles andere, was man als Knabberei, Vorspeisen usw. zum Bier oder zu einem gemütlichen Aufenthalt in einem Restaurant benötige.

Schon während des ersten Spiels Kroatien gegen Nigeria zeigten sich die Unzulänglichkeiten in der Restaurantversorgung. Allerdings schoben die Restaurantbetreiber die Schuld auf die Großhändler, die nicht genügend Vorräte hatten, um die Restaurants kurzfristig neu zu beliefern.

Bekannt wurde, dass der Umsatz der Kaliningrader Restaurants während der Zeit der Weltmeisterschaft um 30 Prozent gewachsen war.

Uwe Niemeier

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   Kommentare ( 3 )

boromeus Veröffentlicht: 10. Juli 2018 19:43:37

Theorie und Praxis ,zwei Welten trennen sich.Wie die Praxis zeigt, reicht reden und wohlwollende Lippenbekenntnisse nicht aus.Man muss schon machen,wenn man ein ausreichendes Stück vom Kuchen abhaben will.Sich hinzustellen und mit dem Finger auf andere zu zeigen,um bei denen die Schuld für eigene organisatorische Unfähigkeit zu suchen,ist ein ganz schlechter Stil.Halt Buiness,wie man ihn in KGD versteht.Ökonomisches Prinzip in seiner extremsten Form.Möglichst viel erreichen und möglichst nichts dafür tun wollen.Ja..das funktioniert so leider nicht.Wer anderen gebratene Tauben in den Mund fliegen lassen will,der muss vorher dafür sorgen,dass genug Tauben zum Braten vorhanden sind und nicht herumjammern,dass alle anderen "umzu" nicht funktionieren.Schöne Visitenkarte ,die man dort abgegeben hat, von seiner eigenen Leistungsunfähigkeit.Man gut ,dass es nur vier Spiele waren mit relativ "wenigen " Gästen.Andernfalls hätte die Gastronomie in KGD diesbezüglich wohl dicke Backen gemacht...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 10. Juli 2018 20:00:21

... dicke Wangen, ... !Wangen!. Backen sind woanders. Und die können nur dick werden, wenn es genug zu essen und zu trinken gibt.

Steffen Görlich Veröffentlicht: 11. Juli 2018 03:41:27

Ich war zum letzten Spiel da und konnte mich über nichts beschweren. Es war alles bestens organisiert und Bier gab es auch ab 10 und bis nachts. Auf der Strasse haben wir auch brav die Tütchen für 1 Rubel benutzt. Alles in allem war es eine wunderbare Zeit und eine Werbung für Russland und seine Menschen. Auch im Kaliningrader Hinterland findet man immer Neues.

Herr Hoffmann Veröffentlicht: 11. Juli 2018 11:45:59

... die Redensart heißt aber "dicke Backen machen" - und nicht "dicke Wangen machen" ...
das musste jetzt mal gesagt werden ...
*klugscheissermodus aus*

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. Juli 2018 12:43:51

... ich weiss, wollte aber auch mal was auf diesem Portal kommentieren.

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