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Kaliningrad und seine Investoren

Do, 13 Dez 2012 Wirtschaft & Finanzen


Kaliningrad und seine Investoren

Als ich mich vor wenigen Tagen mit dem neuen deutschen Generalkonsul in Kaliningrad, Herrn Dr. Dr. Krause zu einem Gedankenaustausch traf, gab er mir die Anregung eine Checkliste für Investoren zu erarbeiten, also eine Art Leitfaden (oder auch Leid-Faden – wie man´s möchte) für einen Neuankommer, den er abarbeiten kann um eine Geschäftsidee in Kaliningrad umzusetzen. Nun habe ich schon eine ganze Reihe von Informationsmaterialien erarbeitet, aber so eine Checkliste ist eine nützliche Sache.

Und so begann ich mit den Vorbereitungsarbeiten hierzu. Diese Checkliste würde nicht vollständig sein, wenn ich nicht über die, von der Kaliningrader Gebietsregierung im April dieses Jahres ins Leben gerufene, Aktiengesellschaft „Entwicklungskooperation für das Kaliningrader Gebiet“ berichten würde. (Link zur Internetseite:  http://www.kgd-rdc.ru/ )

Als Beispiel für die Gründung dieser Aktiengesellschaft diente Kaluga. Hier wurden diese Gedanken schon vor Jahren geboren und erfolgreich umgesetzt. Worin besteht nun der Sinn? Die Aktiengesellschaft verfügt über Gelder aus dem Gebietsbudget, Kreditgelder von, dem Staat nahe stehenden, Banken, von privaten Geldanlegern. Die Aktiengesellschaft sucht überall im Kaliningrader Gebiet nach Grundstücken um dort Industrieparks zu gründen. Ist so ein Grundstück gefunden wird es durch die Aktiengesellschaft gekauft und durch diese dann mit der notwendigen Infrastruktur ergänzt, d.h. Wasser, Strom, Gas dorthin verlegt, Straßen gebaut, Eisenbahnanschluss – kurz, das Gebiet wird schlüsselfertig gemacht.

Kommen Investoren nach Kaliningrad, die ein geeignetes Grundstück suchen, so wird ihnen das angeboten, was bereits im Besitz der Aktiengesellschaft ist und der Investor kann entscheiden, ob er das Grundstück als Ganzes, oder ein Teilgrundstück kaufen oder pachten will. Die Aktiengesellschaft vermarktet also letztendlich, mit mehrheitlich staatlichen Geldern, das Territorium des Kaliningrader Gebietes, erwirtschaftet irgendwann einen Gewinn. Wie schnell Gewinn erarbeitet wird, hängt natürlich davon ab, wie attraktiv sich Kaliningrad als Standort für die Investoren erweist.

Diese Aktiengesellschaft gibt aber auch weitergehende Unterstützung für Neuankömmlinge. Während es russischen Investoren vermutlich leichter fällt, eine neue Geschäftsidee in Kaliningrad umzusetzen, so fehlt es natürlich ausländischen, sprich deutschen Investoren, an Informationen und Ansprechpartnern. Und hier setzt nun das ein, wovon der neue deutsche Generalkonsul in seinem Interview gegenüber Pressevertretern gesprochen hat: … nämlich dem „Aufbau eines Business-Netzwerkes in Kaliningrad.“ Ein enges Zusammenwirken und echte Hilfe in der Praxis müssen dabei das Endziel sein. Ein deutscher Investor benötigt einen deutschen Ansprechpartner für Start-Up Informationen. Da gibt es bereits einige Möglichkeiten in Kaliningrad. Wenn diese dann engen Kontakt sowohl zum deutschen Generalkonsulat, als der ersten Anlaufadresse haben, zur Gebietsregierung, wie auch zum Bürgermeisteramt und zur genannten Aktiengesellschaft Kontakt halten und den „Neuankömmling“ praktisch zu jedem Partner begleiten, so erhält dieser innerhalb kürzester Zeit alle notwendigen Informationen, um sich für ein Engagement in Kaliningrad zu entscheiden (oder auch nicht).

Wichtig ist, das in Russland berühmt-berüchtigte „Futbollen“ (hin- und herschupsen auf dem Spielfeld) dem Investor zu ersparen. Erfolgt dann, durch die in Kaliningrad vorhandenen deutschen Ansprechpartner, bereits im Vorfeld eine Abstimmung der Interessen mit dem möglichen Investor, reicht eine Woche Aufenthalt in Kaliningrad völlig aus, um zu einer Entschlussfassung zu kommen. Und das wiederum hat den Vorteil, dass sich der Investor nicht beim Migrationsdienst registrieren lassen braucht – Zeit ist Geld.

Und wenn sich Russland und die Europäische Union noch über eine Visafreiheit, sei es auch nur für 72-Stunden als Start bis zur völligen Visafreiheit einigen könnten, so hat der deutsche Investor jederzeit problemlos die Möglichkeit, sich ohne Bürokratie in den Flieger zu setzen und sein Geschäft und sein Geld in Kaliningrad zu kontrollieren. Wovon dann wiederum der deutsche Staat profitiert – in Form von Steuern.

Uwe Niemeier

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Kaliningrad, Wirtschaft

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