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Kaliningrader Paradies mit internationalen Spielregeln

Fr, 09 Nov 2018 Wirtschaft & Finanzen


Kaliningrader Paradies mit internationalen Spielregeln
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Stellen wir gleich zu Anfang klar: Wenn ich vom Kaliningrader Paradies spreche, so meine ich die Offshore-Zone auf der Oktoberinsel, eine der beiden Offshore-Zonen, die in Russland seit September dieses Jahres existiert, mit dem Ziel, Firmen das Leben zu erleichtern, die durch irgendwelche Sanktionen, irgendwelcher Staaten, ein nicht leichtes Leben fristen.

Und wenn ich von internationalen Spielregeln spreche, so meine ich in diesem Fall die Gesetzgebung, die in diesen beiden Offshore-Zonen wohl in Kürze international wird.

Die Zeitung „Iswestija“ informiert ihre Leser darüber, dass man im russischen Wirtschaftsministerium an einer weiteren Verbesserung der Gesetzgebung zu den Offshore-Zonen arbeite. Die Firmen, die westliche Offshore-Zonen verlassen, um sich in russischen Offshore-Zonen zu registrieren, können die Gesetzgebung des Landes mitbringen, in dem sie bisher registriert waren – mit anderen Worten: Es ändert sich für diese Firmen nichts, außer der Adresse, oder besser: außer dem Postkasten.

Eine bemerkenswerte Initiative des russischen Gesetzgebers.

Aber dies ist noch nicht alles, denn beide Zonen sollen nicht nur Offshore-Zone sein, sondern man will diese zu internationalen Finanzzentren ausbauen, mit Schwerpunkt Crypto-Ökonomie.

Russische Experten gehen nicht davon aus, dass es nun zu Massenabwanderung von ausländischen Firmen aus Europa nach Russland kommen wird. Warum auch? Wenn sich eine Firma in einem westlichen Steuerparadies wohl fühlt und nicht von Sanktionen betroffen ist … warum sollte sie dann in eines der beiden russischen Steuerparadiese wechseln?

Somit werden diese neuen Regelungen, zur Mitnahme der internationalen Gesetze, eben nur für die ausländischen Firmen von Interesse sein, denen die Amerikaner oder auch Westeuropäer, das Leben schwer machen.

In dem Beitrag der Zeitung „Iswestija“ wird das Beispiel der Jersy-Inseln erwähnt, wo Firmen das Recht völliger Privatsphäre haben, d.h. es werden keine Angaben zu Eigentümern, zu Aktiva, zu Adressen usw. gefordert. Hier gilt nur das internationale Geldwäschegesetz. In Zypern zahlen die dortigen Residenten nur 10 Prozent Gewinnsteuer. Da Zypern Mitgliedsland der Europäischen Union ist, erhalten die dortigen Residenten auch Kredite zu bevorzugten Zinssätzen.

Die Offshore-Residenten in Russland können auch weiter mit der Valuta arbeiten, ihre Aktiva in den Valuten beibehalten, wie sie dies für vorteilhaft halten. Und man denkt im russischen Wirtschaftsministerium über weitere Steuervergünstigungen und über ein vereinfachtes Arbeitsrecht für Betreiber von Flugzeugen und Schiffen nach.

Charakteristik russischer Offshore-Zonen

  • Putin unterschreibt die Gesetzgebung am 3. August 2018
  • Für die Zonen „Oktoberinsel“ in Kaliningrad, „Russki-Insel“ bei Wladiwostok und den Freihafen Wladiwostok werden Sondergesetze eingeführt
  • In den ersten fünf Jahren gilt ein Steuersatz von 5 Prozent. Weitere spezielle Steuern werden aufgehoben.
  • Residenten zahlen keine 30 Prozent Sozialabgaben, sondern maximal 7,6 Prozent.
  • Residenten der Offshore-Zonen können nur ausländische Firmen werden, die vor dem 1. Januar 2018 gegründet worden sind.
  • Residenten müssen mindestens 50 Mio. Rubel im Verlaufe von sechs Monaten in die russische Wirtschaft investieren.

Um die genannten Offshore-Zonen auch zu internationalen Crypto-Finanzzentren zu entwickeln, ist eine Überarbeitung bestehender russischer Gesetze notwendig. Diese Gesetzgebung muss sowohl den Investor, wie auch die Emitenten von Cryptovaluta vor möglichen Betrügern schützen.

Die Zeitung „Iswestija“ hat sich mit sieben großen russischen Firmen in Verbindung gesetzt, die gegenwärtig alle ihren Firmensitz in westlichen Offshore-Zonen haben. Hierzu gehören:

  • Rusal
  • Akron
  • Norilski Nickel
  • Polymetal
  • Polyus Gold
  • Megafon
  • Vereinigte Waggonbaufirma

Eine Firma antwortete, dass sie unter keinen Sanktionen leide und demzufolge auch nicht umziehen werde, egal wie gut die Bedingungen in Russland sind. Andere Firmen informierten, dass man noch überlege.

Für beide russische Offshore-Zonen ist es jetzt wichtig, auf die sogenannte Weiße Liste der „Internationalen Gruppe für den Kampf gegen die Geldwäsche“ zu gelangen.

Wichtig ist auch, dass die Gesetze zur russischen Offshore-Zone garantieren, dass die Gesellschafter dieser Firmen geheim bleiben, denn es gibt viele westliche Gesellschafter, die auf keinen Fall möchten, dass ihr Engagement in russischen Firmen bekannt wird. Die jetzige Gesetzgebung für die Offshore-Zonen garantiert dies nicht.

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