Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Landwirtschaftlicher Großinvestor in Kaliningrad

Sa, 21 Nov 2015 Wirtschaft & Finanzen


Landwirtschaftlicher Großinvestor in Kaliningrad

Im Kaliningrader Gebiet sind zwei weitere Schweinezuchtbetriebe in Planung. Die neuen Landwirte haben die Absicht zu den führenden Züchtern in der Region zu werden.

Gegenwärtig rekonstruiert der Investor die bankrotte Schweinezuchtanlage „Woschod“ im Kreis Gurewsk, die im Frühjahr aufgekauft worden war. Nach Abschluss aller Arbeiten sollen in dieser Anlage bis zu 7.000 Mutterschweine und 28.000 Schweine zum Verkauf gehalten werden. Im kommenden Jahr wollen die Investoren dann einen weiteren Komplex für 6.000 Mutterschweine errichten und dort 180.000 Schweine jährlich züchten.

Die Anlage wird sich in der Siedlung Jermakowo im Kreis Prawdinsk befinden. Dann hat die Firma Pläne für weitere Investitionen, die gegenwärtig in der Gebietsregierung besprochen werden.

„Wir haben die Möglichkeit landwirtschaftliche Betriebe in anderen Regionen Russlands zu organisieren. Wir haben entsprechende Vorschläge erhalten. Wir wollen aber unsere Produktion unbedingt in Kaliningrad entwickeln“, - so der Generaldirektor der Firma Thomas Norgaard während eines Treffens mit dem regionalen Minister für Landwirtschaft Sergej Luterewitsch.

Heute gibt es im Kaliningrader Gebiet ausreichend Schweinefleisch für den Eigenbedarf der Bevölkerung. Allerdings reicht es nicht aus für die Weiterverarbeitung. Deshalb hat der Gouverneur Zukanow die Aufgabe gestellt, die Schweinezucht zu entwickeln. Mit Erfüllung dieser Aufgabe wird auch ein wesentlicher Beitrag für die Versorgungssicherheit der Region geleistet, aber es werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen, Grund und Boden wird aktiviert. Der neue Investor verfügt bereits über 9.000 Hektar Land für den Anbau von Getreide und sucht weitere Grundstücke um diese zu rekultivieren – so der Landwirtschaftsminister.

Luterewitsch informierte weiter, dass man gegenwärtig aktiv daran arbeite, die föderalen Unterstützungsleistungen für die Prioritätenentwicklungen im Kaliningrader Landwirtschaftsgebiet zu klären – insbesondere für die Schweinezucht.

Thomas Norgaard seinerseits informierte, dass die Produktion seines Unternehmens zu einer vollständigen Sättigung des Marktes führen wird. Er informierte, dass seine Firma auch an den Bau einer Verarbeitungsanlage für Bioabfälle denkt und diese im Kreis Gwardejsk ansiedeln möchte.

Reklame

Landwirtschaft

   Kommentare ( 8 )

ru-moto Veröffentlicht: 20. November 2015 23:33:48

Billigfleisch-Massenproduktion vom Schwein - na dann viel Spaß mit dem bestialischen Schweine-Gestank!
Fisch ist doch viel gesünder und schmeckt mir viel besser...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 21. November 2015 02:12:26

Hat dieser "Großinvestor" auch etwas dazu gesagt, wo er die Gülle von dieser Riesenschweinerei entsorgen will? Auch wenn er erst mal in einer Bioverarbeitungsanlage das Metan verbrennen will, die Sch..ße bleibt trotzdem übrig. Mehr als man auf irgend welche Felder ausbringen kann.
Ansonsten passiert bei euch in Kaliningrad dann dasselbe, was mit den hiesigen Gewässern und Böden passiert.
wenn der "Großinvestor" ein Niederländer sein sollte, na dann Gute Nacht. Warum? Weil er in seinem Heimatland eine solche Schweinerei nicht anrichten kann. Dort gibt es knallharte Gesetze. Deswegen sind schon eine ganze Reihe von diesen Schweinefürsten in die EX-DDR ausgewichen, haben ehemalige LPG- oder Staatsgut-Schweinezuchtanlagen übernommen und beträchtlich erweitert und beglücken nun die Flächen ringsum mit den Exkrementen und den ausgeschiedenen Medikamentencoktails dieser Schnellzuchtschweine bis die Ökologie kippt.
Bis sich das dann wieder normalisiert hat, nach dem Ende der Bewirtschaftung, aus welchem Grund auch immer, einer solchen Vergiftung des Bodens und der Gewässer, vergehen Jahrzehnte.
Bei der Genehmigung solcher Anlagen sind ganz schöne Korruptionssummen mit im Spiel, da die zu erwartenden Gewinne riesig sind.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 21. November 2015 12:56:30

Hallo Erhard,
sie haben schon recht mit Ihrer Beschreibung der Vorzüge der Gülle. Aber es kommt auf die anfallende Menge an, die ja irgendwie wie wieder "beseitigt" werden muß. Und da "liegt der Hase im Pfeffer".
Da diese Maxianlagen in der Regel überdimensioniert sind, ein Transport der Gülle in weiter entlegene Felder und Weiden ökonomisch nicht vertretbar, ist doch dann die Praxis der näher gelegenen Flächen zu überdüngen, so daß die natürliche Flora und Fauna dort kaputt geht und die Gewässer so verseucht werden, daß sie kippen. Das meine ich damit.
Daß in der EU, auch im viel und hoch gelobten Deutschland dieser Korruptionsvirus grassiert, ist allemal Fakt. Diese schmierigen Heinis will ich keinesfalls in Abrede stellen oder gar kleinreden. Da bin ich ganz Ihrer Meinung, daß die EU-Ländermacht als auch diese überseeische Möchtegern-Welterst einmal zu Hause aufräumen sollte, bevor die Propaganda-Tüten auf andere zeigen.

ru-moto Veröffentlicht: 21. November 2015 15:56:39

Ich wohne in einem Kurot inmitten einer herrlichen Berglandschaft im (Luft/Klima, THerme, Moor...), Tourismusgebiet (Sommer / Winter) sowie überwiegend noch Landwirtschaft. Mein Wohnhaus liegt nur 300m von der zweiten, neu errichteten Therme in diesem Ort entfernt. Hinter mir Landschaftschutzgebiet, vor mir ein Biotop...

Die neue Therme wurde mit großen Optimismus erst 2009 eröffnet (man erwartete 100.000 zusätzliche Nächtigungen und 20 Millionen EUR Umweltrentabilität pro Jahr für die Region. Mit einer Million Prospekten international beworben und in 8.000 Reisebüros zum Buchen angeboten...
2015 - Die drohende Pleite dieser Therme wurde vorerst abgewendet.

In einer Fernsehdiskussion gings einmal um den Umweltschutz. Da wurde die Landwirtschaft als größter Umweltsünder genannt, noch vor Industrie und Verkehr. Keiner der anwesenten Experten widersprach!

Was nützen die wunderbarste Erholungslandschaft, die herrlichste Natur, blauer Himmel und die beste Infrastruktur, wenn die Bauern (denen wird von der EU das Geld hinten und vorne hineingesteckt - die größten Bezieher von Förderungen) mit ihren Mega-Güllefässern Tage lang und nonstopp die ganzen umbegenden Wiesenflächen mit ihrer Gülle massenweise überdüngen und vernichten?

Da bleiben dann die Fenster geschlosseen, die Kurgäste aus: "einmal und nie wieder..." - Konkurs...
Ist das wirklich erstrebenswert?

PS: Im Dünger ist auch Ozongift enthalten und nach jeder Düngeperiode sind die Wartezimmer der Ärzte überfüllt, treiben ("schwimmen") die Fische am Rücken Flussabwärts. So ist es hier und wird es auch in KDG bald so sein...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 21. November 2015 21:19:08

Hallo Erhard,
ich weiß zwar nicht wo Sie wohnen, aber aus Ihren Zeilen könnte man entnehmen, daß Sie im Kaliningradskij Oblast zu Hause sind. Daß was ich geschrieben habe, und auch Kgd, hat doch nichts mit einem Angriff auf die Kaliningrader Bauern zu tun. Im Gegenteil! Aber weil es in der so "perfekten" EU, in dem noch "perfekteren" Deutschland diese von uns beschriebenen Zustände gibt und wir nur darauf aufmerksam machen wollen, daß in der russischen Exklave nicht erst der selbe Blödsinn passiert, deshalb diese Zeilen.
Außerdem vermischen Sie auch zwei Probleme. Auch Ihre Fragestellung ist falsch.
In Deutschland brauch niemand, auch nicht der Faulste, hungrig zu Bett gehen. Wenn das pssiert, sind es subjektive Fehlentscheidungen, wie man sein Leben einrichtet und wie man mit dem Geld umgeht.
Die Agrarpolitik in der EU ist falsch, weil diese eine ungehemmte Überproduktion zuläßt und es auch noch unterstützt, daß mit staatlich und EU finanziell gestützten landwirtschaftlichen Produkten die Wirtschaften z. B. in Afrika kaputt gemacht werden.
Es ist doch eine sehr feine Sache, wenn im Kalinigrader Gebiet alle Anstrengungen unternommen werden, daß dort eine Selbstversorgung zustande kommt und man nicht in allen Dingen vom "Mutterland" abhängig ist. Wenn die Produktion mehr wird und gut ist und auch noch Gebiete im Mutterland mit verarbeiteten landwirtschaftlichen Produkten beliefert werden können, um so besser.
Diese Erfahrung der Erpressbarkeit durch die "lieben" Freunde aus der EU und aus Übersee dürften Uwe und seine Mitbewohner wohl gemacht haben.
Daß man sich nicht auf schöne Worte, wenn die EU was will, verlassen kann, ist ja drastisch vorgeführt worden mit den anmaßenden "Sanktionen". Wer dem selbsternannten Weltherrscher und seinem Vasallenpack in die Suppe spuckt, soll seinen Worten nach einen hohen Preis zahlen. In der Endkonsequenz hat er sich samt seinen Schleimern aber offensichtlich verrechnet.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich wünsche den Kaliningradern alles Glück der Welt und das sie ihre Geschicke richtig lenken - auch mit dem vermaledeiten Fußballstadion.

ru-moto Veröffentlicht: 22. November 2015 03:00:18

["Tag und Nacht und Nonstop Aussage ist auch falsch. Es gibt gesetzlich geregelte Fristen und Zeiten incl. Mengen für die Ausbringung der Gülle.Die Nichteinhaltung von Gesetzen unterliegt in Deutschland wie in Russland der Strafbarkeit.]

Jawohl, Tage lang und nonstopp werden die Weiden m-e-h-r-f-a-c-h mit Gülle zugeschüttet, bis eben die Gruben vor dem Stall endlich leer sind - nicht Tag und Nacht. Das Zeug muss doch weg. Tage lang stinkt das ganze Talbecken erbärmlichst, wird Umweltgift im Luftkurort frei gesetzt... bis die Gäste die Flucht ergreifen. Der Maschinenring weckt als Draufgabe mit seinen Monstertraktoren gegen drei Uhr früh!!! die gesamten Anwohner mit gestressten, nächtlichen Mäharbeiten.

Von den als Lanschaftspflegern genannten "Landwirten" wird selbst bereits gefrorener Boden bei der Ausbringung von Gülle nicht berücksichtigt. In den Regionen, wo die Landwirte auch im Gemeinderat das Sagen haben, herrscht das Gesetz des Wilden Westens. Was werden wohl ein Bürgermeister und die Investoren einer großen Therme, sowie die Vertreter der Banken, welche ebnenfalls im Gemeinderat sind, in einem Ort, wo Jeder Jedem kennt, dagegen unternehmen? Nichts (sie wechseln sich sowieso spätestens nach 5 Jahre ab)! Es gibt sie mitten in Europa noch, die unzivillisiertn "(Kur)Orte", wo Jeder machen kann (und macht), was er will. Besonders im größten Kuhdorf Europas (nach der Zusammenlegung mehrerer ländlicher Gemeinden) nutzen die Bauern ihre Narrenfreiheit ganz ungeniert, scheinen Gesetze nur am Papier zu existieren (...wer kennt das nicht?).

30er-Zonen im Ortsgebiet - eine gekennzeichnete Kurzone gibt es nicht, will man nicht (wäre ja mit Auflagen verbunden) - sind beliebte, unkontrollierte Dauer-Rennstrecken. Und wenn die Großbauern mit ihren Mega-Traktoren und den Mega-Güllefässern hinten dran im Wahnsinnstempo durch den Ortskern rasen, heißt es "rette sich wer kann" (die Polizei kontrolliert keinen Verkehr im Ortsgebiet und im gesamten Bezirk, der so groß ist wie das Bundesland Vorarlberg, gibt es zu nächtlicher Stunde nur mehr weit entfernte Bereitschaft mit bis zu 80 km Anfahrt - Sparen muss sein!). Hat ein gestopfter (prominenter) Thermengast etwas zu feiern, so gibt es durchaus um Mitternacht gut 10 Minuten lang ein Höllenspektakel, so laut, dass man glaubt, der Weltkrieg bricht aus (Nachtruhe, ja, gilt aber nicht für bestimmte Freunde oder Thermen). So viel zu den "Gesetzen" und deren Einhaltung.
Der Rest steht im Schwarzbuch der Landwirtschaft...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 23. November 2015 01:13:51

Hallo Erhard,
wo haben sie bloß solches Denken gelernt?
Daß, was Klg.ru schreibt, ist offensichtlich keine Reality-Show der Geißens von RTL, wo man sich darüber kaputt lachen soll. Es ist die Realität. Auch ich kenne ähnliche Verhältnisse, wenn auch nicht ganz so krass. Und wenn Sie wirklich annehmen sollten, daß das die berühmten und unglücklichen Einzelfälle wären, die es auch in jedem noch so demokratischen Staatswesen geben kann und natürlich nach einer Meldung bei der Behörde umgehend behoben werden, dann informieren Sie sich mal über die Berichte der Naturschützer, wo, welche Flächen in Deutschland wie und womit verseucht sind und welche Gewässer in bedrohlichem Zustand sind.
Nehmen sie doch bitte die rosa- deutsche Demokratiebrille ab.
Und dieser internationale Agrarkonzern, der sich in Kaliningrad breit macht, ist auch nur ein gewinnorientierter Konzern, der der Meinung ist, die ihm genehm erscheinenden örtlichen Gegebenheiten zu nutzen, um Maximalprofit einzufahren. Und dieser Konzern wird auch nicht von jungfräulichen noch unverdorbenen Pfarrerstöchtern geleitet.

ru-moto Veröffentlicht: 23. November 2015 02:06:22

Werter Herr Erhard, was Mega-Traktoren und Mega-Güllefässer sind, weiß, wer im Internet nachsieht. Ich verstehe darunter die größten zur Zeit am EU-Markt erhältlichen beinahe schon Angst machenden Ungetüme.

Dass man den blauen Himmel und die gute Luft etc. nicht essen kann, dürfte wohl klar sein. Hier sollen aber die größten Umweltsünder genannt werden, die Landwirtschaft, und wie rücksichtslos sich die Landwirte aus reiner Profitgier und Engstirnigkeit verhalten.

Auch wenn dies hier bisher von gewisser Seite nicht gerne gehört wird, kann man diese Fakten nicht einfach verschweigen. Man kann auch Gesetze einhalten, OHNE DAS ANDERE DESHALB HUNGERN MÜSSEN!

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an