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Müll-Revolution in Russland

Di, 15 Jan 2019 Wirtschaft & Finanzen


Müll-Revolution in Russland
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein Gesetz unterzeichnet, welches die Müllentsorgung im ganzen Land komplett neu regelt. In der Vergangenheit haben sich viele Firmen mit der Müllentsorgung beschäftigt – oder genauer formuliert: mit der Umlagerung von Müll.

Ab sofort gibt es nur noch einen einzigen Operator in Russland, der sich mit der Müllentsorgung beschäftigt. Die Firma „Russischer ökologischer Operator“ wird ihren Sitz in Moskau haben. Diese Firma wird in der Praxis all die Programme umsetzen, die durch die Regierung im Zusammenhang mit der Müllentsorgung und Müllverwertung erlassen werden.

Auf der Grundlage des Gesetzes, welches von Putin unterzeichnet wurde, hat man im Kaliningrader Gebiet bereits einen Regionaloperator zum 1. Januar geschaffen. Die Müll-Revolution startete somit am 1. Januar und brachte viele Probleme mit sich, so dass Regierung und Stadtverwaltung gezwungen waren, während der Feiertage zum Jahreswechsel, sich zu einer Sondersitzung zu treffen.

Für Kaliningrad wurde angekündigt, dass sich die Kosten für die Müllabfuhr um bis zu 150 Prozent erhöhen werden. Aus föderalen Medien wurde bekannt, dass die durchschnittliche Müllentsorgung mit bis zu 130 Rubel zu Buche schlägt, was schon jetzt den Tarifen widerspricht, die bisher in Kaliningrad galten.

Jede Region legt für sich selber fest, auf welcher Grundlage die Gebühren berechnet werden: Entweder nach Quadratmetern Wohnfläche oder nach Anzahl der in der Wohnung registrierten Personen.

Die gegenwärtige Praxis in der Stadt Kaliningrad zeigt, dass die Müllentsorgung durch den neuen Operator in großen Wohngebieten wohl funktioniert. In Gebieten mit Einfamilienhäusern, die für die Stadt Kaliningrad, im Gegensatz zum russischen Mutterland, typisch sind, ist die Müllentsorgung nicht organisiert. Die Informationsagentur „Kaliningrad-Domizil“ betreut als eine der geschäftlichen Aktivitäten in Kaliningrad eine größere Anzahl Immobilienobjekte in Kleinsiedlungen mit höherem Wohnkomfort. Hier erfolgt seit Anfang des Jahres keine Müllentsorgung. Eine Konsultation direkt bei Verantwortlichen des neuen Regionaloperators brachte die Erkenntnis, dass viele praktische Fragen einfach noch keine Antwort gefunden haben und somit ungelöst sind.

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Umwelt

   Kommentare ( 5 )

Hauke Veröffentlicht: 15. Januar 2019 21:22:57

Vielleicht könnte man sich doch mal in Germani informieren wie Müllentsorgung funktioniert.
Ich glaube die funktioniert dort ganz gut, auch in Kleinsiedlungen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 15. Januar 2019 21:29:14

... deshalb habe ich ja auch einen Videobeitrag in russischer Sprache erstellt und ihn bei meinem Besuch in der Organisation vorgestellt. Was die da nun draus machen, bleibt abzuwarten.

Frank Werner Veröffentlicht: 15. Januar 2019 22:57:07

@Hauke
Das wäre ja der nächste Schritt zu einer Germanisierung (Ironie)

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 16. Januar 2019 13:49:41

Gegen einen solchen Schritt der "Germanisierung" würde wohl selbst Präsident Putin nichts einwenden, der ja durch seinen jahrelangen Aufenthalt in der DDR eigentlich von den deutschen Verhältnissen (Ost) ziemlich angetan war. Nun hat sich ja alles auch weiter entwickelt, wogegen er wohl auch nichts einzuwenden hätte.
Aber Spaß beiseite.
Ich weiß nicht was KG Domizil für Erfahrungen gemacht hat bezüglich der Müllberechnung. Meine damaligen Erfahrungswerte besagten jedoch, daß eine Berechnung pro Kopf realistischer ist als die qm-Berechnung. Das Gleiche trifft genauso für Hauswasser, Hauslicht, Hausmeisterdienste zu.
Man muß aber stets eine Übersicht darüber haben, von wieviel Personen die Wohnung bewohnt oder in der Regel frequentiert wird.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 16. Januar 2019 14:53:28

... bisher haben wir pro 70-Liter Müllcontainer 350 Rubel bezahlt. Abholung einmal wöchentlich durch eine Privatfirma. Um mit Deutschland zu vergleichen, ist dies sehr teuer in Kaliningrad -da insgesamt in Deutschland mehr Service geboten wird.

boromeus Veröffentlicht: 16. Januar 2019 22:22:38

Ich glaube es sind grundsätzliche Müll-Probleme in KGD vorhanden:Wenn ich sehe wie an zentralen Orten offene Container zum Erbrechen überfüllt sind und Leute noch weiterhin ihren Dreck dazuwerfen ,dann scheint das ein normaler Zustand zu sein.Das dieser offene Müll Ungeziefer anzieht ,wen juckt das schon.Alleine der Plastikmüll,der sich unter diesem Müll befindet,Wertstoffe wie Flaschen und Blechdosen die man einfach irgendwo in die Natur wirft, zeugt von wenig Verantwortung.Allein in Selenogradsk habe ich Zustände gesehen,die bestimmt nicht im Sinne der Verantwortlichen vor allem im Sinne des Tourismus sind.Und dieses Müllproblem zieht sich bis nach Wladivostok hin.Auch dort offene Behältnisse unter Müllschluckern in Hochhäusern,die penetrante Gerüche im gesamten Treppenhaus erzeugen und auch dort ein Fest für Ratten,.Erschreckend für mich das Unrechtbewusstsein, keinen interesseirt das.Dort wo man steht ,da wirft man seinen Müll hin,nach dem Motto,nach mir die Sindflut.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 16. Januar 2019 22:31:45

... und eben, weil dieses System der "Mülllagerung" nicht hinnehmbar ist, gibt es jetzt ein einheitliches System, einen Operator, der vor dem Gesetz verantwortlich ist für alles was Müll und Umwelt anbelangt. Und man erhofft sich hier mittelfristig die notwendigen Erfolge. Schnell wird sich das Problem nicht lösen lassen, denn es kostet Geld und die Einrichtung von Polygonen und notwendiger Verarbeitungseinrichtungen erfordert Zeit.

boromeus Veröffentlicht: 16. Januar 2019 22:54:59

Natürlich wird man den "Schlendrian",der sich über Jahrzehnte eingeschlichen hat,nicht von heute auf morgen ändern.Manche Leute müssen vielleicht gezwungen werden,sich an neue Maßnahme ,die ja der Allgemeinheit zur Gute kommen ,zu halten.Müllentsorgung und Trennung ist teuer.Andersherum lassen sich aus dem Müll auf bestimmte Weise Rohstoffe zum Recyklen gewinnen und den Müllanteil im Gesamten reduzieren und Energie gewinnen.Weiterhin besteht das Problem der wilden Müllkippen.Fahren Sie nach Krasno lesje und schauen sich dort manche Ecken an,da fassen sie sich an den Kopf.Scheiß drauf,wen interessierst.Fahren Sie nach Selenograds ,fahren Sie zur Korskaja Kosa.Es gibt keine offne Lampe,keine morsche Treppenstufe im Schutzgebiet, keine Öffnung, in der kein Müll entsorgt wurde.Für mich liegt das Problem im Bewusstsein der Leute.Erst wenn das sich ändert ,wird sich das gesamte Müllproblem auch lösen lassen.Und da es scheinbar keinen interessiert,muss das wohl so in Ordnung sein.

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