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Rätselraten: Wer ist der Deutsche der russische Beamte besticht?

Di, 13 Aug 2013 Wirtschaft & Finanzen


Rätselraten: Wer ist der Deutsche der russische Beamte besticht?

Eine merkwürdig geheim formulierte Meldung über einen „deutschen Bürger“ der russische Beamte mit Millionenbeträgen besticht, veröffentlichte unser Medienpartner „klops.ru“. Nun beginnt das Rätselraten: Wer ist dieser Deutsche?

Es handelt sich um einen alten deutschen Gutshof „Stilitzen“ im Süden des Kaliningrader Gebietes, im ehemaligen Dorf „Friedland“, nicht weit von der polnischen Grenze. Er wechselte öfter den Besitzer. Letzter Besitzer war der Schwiegersohn des Moskauer Ex-Bürgermeisters Lutshkow. Dieser ließ sich scheiden und das Gericht sprach seiner Frau eine Entschädigung zu. Da der Ex-Ehemann nicht in der Lage war diese Summe zu zahlen, wurde u.a. dieser halbverfallene Gutshof beschlagnahmt und zur Versteigerung ausgeschrieben. Der „Bürger der Bundesrepublik Deutschland“, welcher über zwei Staatsbürgerschaften verfügen soll (deutsch/russisch) organisierte über zwei Strohmänner die Beeinflussung der Kommission, die die anderen Mitwettbewerber „künstlich austrocknete“

Zwei Bürger, Wassili P. und Viktor E. erfuhren zufällig über das große Interesse des „deutsch-russischen Untertanen“ an diesem Grundstück. Sie nutzten ihre Beziehungen und eine 26-jährige Mitarbeiterin von „RosEigentum“ ließ sich für die Summe von 5 Mio. Rubel (116.000 Euro) zur Zusammenarbeit überreden. Die beiden Strohmänner erhielten für ihre Vermittlung je eine Million Rubel (23.000 Euro). Der ganze Spaß war also dem Deutschen alleine an Schmiergeldern 7 Mio. Rubel (163.000 Euro) wert. Und er gewann die Auktion am 06. August, bekam drei Gebäude als Eigentum zugesprochen und das dazugehörige Grundstück in Pacht.

Was niemand der Beteiligten wusste war, dass die „zuständigen Organe“ schon im Bilde waren. Russland ist zwar groß, aber nicht groß genug für Geheimnisse. Und sicher haben sich die Rechtspflegeorgane gedacht, dass man schon genug eigene Schmiergeldzahler im Lande hat – wozu braucht man dann noch deutsche Import-Schmiergeldzahler. Und so schnappte die Falle zu.

Gegen die Mitarbeiterin von „RosEigentum“ wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und natürlich auch gegen die beiden Strohmänner. Wie berichtet wird, ist die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die beiden Strohmänner der erste Fall dieser Art in der Kaliningrader Kriminalgeschichte.

Sollte die Schuld der Drei bewiesen werden, so warten drastische Strafen. Die junge Dame kann zu einer Geldstrafe des 80 – 100fachen der erhaltenen Bestechungssumme verurteilt werden (also 5 Mio. Rubel mal 80 = 9,3 Mio. Euro oder mehr). Des Weiteren droht ihr Berufsverbot für drei Jahre. Sollte der Richter weniger gnädig sein, so kann sie für 8 – 15 Jahre in staatlicher Unterkunft über ihre Zukunft nachdenken. Dafür wird dann aber auch die Summe der Strafzahlung weniger: nur das 70fache.

Auch die Strohmänner erwartet kein süßes Leben. Strafe von 70-90fachem der Schmiergeldsumme, Berufsverbot von drei Jahren, oder Aufenthalt in der „Zone“ von 7 – 12 Jahren und das 70fache der Schmiergeldsumme als Strafe.

Aber vielleicht bestechen Sie ja auch den Richter … immerhin scheinen es ja Profis zu sein.

Zum Gutshof selber noch kurz ein paar Worte. Es wurde für die Summe von 1,9 Mio. Rubel Versteigerungswert ausgestellt (auch hier wird die Staatsanwaltschaft Fragen haben).

Das Interesse des „Deutschen“ ist vielleicht auch mehr historischer Art, denn in dem nun schon ziemlich verfallenen Gutshof soll im Jahre 1818 der russische Feldherr Barcley de Tolly verstorben sein und einer Legende nach soll sein Herz unweit dieses Gutshofes beerdigt worden sein und dort steht nun ein Denkmal. Und als das Dorf noch „Friedland“ hieß, soll auch Napoleon dort mal durchgeritten sein.

Im nachfolgenden Link zeigen die „zuständigen Organe“ einen Videofilm über die Verhaftung der Mitarbeiterin von „RosEigentum“ und wer einmal 7 Mio. Rubel in 5.000er Scheinen sehen möchte, der sollte den Link anklicken.

Quelle: http://www.klops.ru/news/Proisshestvija/75984/Byvsuj-usadjbu-Viktora-Baturina-kupili-s-aukciona-za-mnogomillionnuj-vzjtku.html

Aber zum Schluss bleibt noch die Frage: Wer ist denn nun der „Bürger der Bundesrepublik Deutschland“, der sieben Millionen Rubel für ein halbverfallenen Gutshof alleine an Schmiergeld in Kaliningrad ausgibt?

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