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Russische Fahrzeugindustrie beginnt Angriff auf BMW-Kaliningrad?

Mi, 03 Apr 2019 Wirtschaft & Finanzen


Russische Fahrzeugindustrie beginnt Angriff auf BMW-Kaliningrad?
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Der Wind um die BMW-Ohren in Kaliningrad pfeift schärfer. Die russische Fahrzeugindustrie ist wohl nicht mehr bereit, zu akzeptieren, dass die Firma Avtotor in Kaliningrad, deren Bestandteil BMW gegenwärtig ist, weiterhin durch die russische Regierung bevorzugt wird.

Es geht um Subventionen, in nicht geringem Umfang, die innerhalb der Fahrzeugindustrie verteilt werden. Subventionen erhalten nur diejenigen Firmen, die einen hohen Grad an Lokalisierung erreicht haben oder diesen anstreben und hierbei finanzieller Hilfen des Staates bedürfen.

Nun tut aber BMW nichts, um seine Produktion in Kaliningrad zu lokalisieren, sondern importiert nur Fahrzeugeinzelteile, die in Kaliningrad im Rahmen von Avtotor zusammengeschraubt werden. Dafür kassiert man vom Staat Subventionen, die traditionell aus den Zeiten der Sonderwirtschaftszone Kaliningrad herrühren. Die russische Fahrzeugindustrie sieht nun für sich eine Benachteiligung in der Bevorzugung von BMW und geht dagegen vor.

Vertreter der russischen Fahrzeugindustrie gaben zu verstehen, dass eine Reihe von Investitionen zur Lokalisierung der Fahrzeugindustrie nicht durchgeführt werden könnten, wenn BMW weiterhin derart bevorzugt wird – also nichts tut und dafür auch noch Subventionen kassiert. Die Wettbewerbspartner fordern, dass auch BMW einen Investitionsvertrag mit Russland zu unterschreiben habe und mit einer lokalisierten Produktion in Russland beginne.

Der russischen Regierung scheinen diese Überlegungen der Fahrzeugindustrie logisch zu sein, denn man hat bereits mit der Erarbeitung eines entsprechenden Gesetzentwurfes begonnen. Dieses Gesetz wird ab 1. Juli den Zugang zu staatlichen Subventionen für all diejenigen Fahrzeughersteller versperren, deren vertragliche Vereinbarungen über die „Schraubenzieher-Montage“ abläuft. Für die Fahrzeughersteller, die mit Sonderinvestitionsvertrag arbeiten, also eine Lokalisierung der Produktion vornehmen, öffnen sich die Türen zu den Subventionen.

Wie die Zeitung „Kommersant“ berichtet, sind im Jahre 2018 alle „Schraubenzieher-Verträge“ mit der Fahrzeugindustrie abgelaufen. Somit wird wohl BMW in Kaliningrad ab 1. Juli 2019 im günstigsten Fall keine Gewinne mehr einfahren oder für seine Fahrzeuge Preise, jenseits von Gut und Böse verlangen müssen.

Die russische Fahrzeugindustrie geht aber noch weiter und fordert, die staatlichen Subventionen, die im Rahmen der Lokalisierung gezahlt werden, ebenfalls zu staffeln. Derjenige Fahrzeughersteller, der eine hohe Lokalisierung durchführt, eine moderne Produktion aufbaut, viele Arbeitsplätze schafft soll höhere Subventionen erhalten als derjenige, der nur eine optisch aufgehübschte Schraubenzieher-Produktion schafft und diese als Lokalisierung dem russischen Staat verkaufen will.

Die russischen Fahrzeughersteller kritisierten lautstark die Bevorzugung der deutschen Firma BMW im Rahmen von Avtotor. Wenn sich hier nichts ändert, besteht durchaus die Gefahr, dass sich Firmen Richtung Kaliningrad bewegen und ihre Fahrzeuge dort zusammenschrauben, weil dies, bedingt durch die staatlichen Subventionen, vorteilhafter ist. Daran jedoch dürfte der russische Staat wohl wenig interessiert sein.

Mit anderen Worten: BMW gerät jetzt unter Handlungszwang, wird entweder unrentabel arbeiten oder wird den russischen Markt verlassen.

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   Kommentare ( 3 )

Udo Petz Veröffentlicht: 4. April 2019 07:21:51

ich habe mich schon manchmal gewundert, was BMW alles darf, und es wird akzeptiert.

Hauke Veröffentlicht: 4. April 2019 18:16:34

Es ist sicher richtig dass an erster Steller die heimische Autoindustrie gefördert wird.
Aber so dolle kann es mit den russischen Autos nicht sein.
Ich bin oft auf den Transitstrecken nach Russland unterwegs.
Einen Lada mit russischen Kennzeichen habe ich noch nicht gesehen.
Fahrzeuge mit russischen Kennzeichen sind in erster Linie Mercedes, BMW und Audi und das nicht die kleinsten Modelle.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 6. April 2019 02:12:00

Ich finde, es ist eine clevere Art, diesen seit vielen Jahren praktizierten Tricksereien und dem Ausspielen der anderen angeblich ins Auge gefaßten Produktionsstandorten von BMW in Rußland ein Ende zu setzen.
Nun müssen sich die Bayern entscheiden, wirklich in der RF blau-weiße PKW zu produzieren, mit mehr oder minderallen Teilen oder den Markt der Konkurrenz zu überlassen.
Ob dann KG der bevorzugte Standort sein wird, wird sich in kurzer Zeit zeigen.
Wer möchte da in München bei diesen Vorstandssizungen nicht Mäuschen sein?

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