Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Russische Kommunisten beschuldigen Windows 10 der Spionage

Do, 13 Aug 2015 Wirtschaft & Finanzen


Russische Kommunisten beschuldigen Windows 10 der Spionage

Der Chefjurist der Fraktion der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation in der Staatsduma Wadim Solowjow hat an die russische Generalstaatsanwaltschaft eine Anfrage im Zusammenhang mit der Firma Microsoft gerichtet.

Die Anfrage an den Generalstaatsanwalt Juri Tschaika betrifft das neue Betriebssystem Windows 10. Den Nutzungsbestimmungen für Windows 10 ist zu entnehmen, dass Windows 10 automatisch alle Angaben zu Internetaktivitäten des Nutzers sammelt und speichert. Hierzu gehören auch die Passwörter weitere technische Einzelheiten.

Weiterhin speichert Windows 10 alle Koordinaten des Nutzers, Fragmente seines Briefwechsels und SMS, Angaben über Telefongespräche, Adressbücher und weitere Personendaten.

Weiterhin behält sich die Firma das Recht der Speicherung weiterer Informationen persönlicher Art vor, um diese bei Bedarf den Spezialdiensten zur Verfügung zu stellen. Ebenso erhält die Firma das Recht, Angaben des Nutzers zu veröffentlichen oder anderweitig zu verwenden.

Die russische Gesetzgebung fordert jedoch, dass alle diese Angaben auf dem Territorium der Russischen Föderation zu verbleiben haben und nur durch Organe gesammelt werden dürfen, die hierfür einen gesetzlichen Auftrag haben. Microsoft gehört jedoch nicht zu diesen Organisationen. Und so schlussfolgert der Jurist, dass die Verwendung von Windows 10 in Russland gegen russische Gesetze verstößt und somit ungesetzlich ist.

Davon ausgehend, dass viele staatliche Einrichtungen in Russland Windows als Betriebssystem nutzen, besteht hier die Gefahr eines Informationsabflusses ins Ausland zugunsten ausländischer Geheimdienste. In Russland wird dies mit dem Wort Spionage charakterisiert – so der Chefjurist.

Der russische Generalstaatsanwalt wird um eine Überprüfung und Einleitung aller notwendigen Maßnahmen gebeten. Bei Notwendigkeit wird die Sperrung der Internetressourcen gefordert, aus denen Windows 10 heruntergeladen werden kann.

Microsoft gab sofort eine Versicherung ab, dass alle Informationen nur mit Einverständnis der Nutzer gesammelt werden.

Reklame

Duma

   Kommentare ( 1 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 13. August 2015 03:16:03

So Unrecht hat der Genosse Solowjow gar nicht. Wenn man mal in einschlägige deutschsprachige Computerzeitungen schaut, ist das so. Aber nun kommen diese Zeitschriften ins Spiel, deren Experten für den Normalverbraucher Hinweise geben, wie man diese Spionage angeblich umgehen könnte.
Fakt ist doch aber, daß bis vor kurzem keiner wußte wo in den Programmen die kleinen Türchen eingebaut waren, wo so Neugierige mit den drei Buchstaben sich dort einnisten konnten, wo sie es eben wollten. Eine amtliche Überprüfung in Deutschland wird es für die Allgemeinheit nicht geben. Man kann doch seinem Dienstherren in Übersee nicht das Leben schwer machen.
Und das wird auch jetzt nicht anders sein. Da wird man wohl auf Nicht-Windows-Programme zurückgreifen müssen, die nicht dort geschrieben worden sind. Sonst sind diese auch umsonst. Eigentlich warte ich auf ein Betriebssystem, was Kaspersky oder einer seiner Kollegen geschrieben hat oder haben wird, welches dann so aufgebaut ist, daß Kundige das überprüfen und Manipulationen feststellen können. Ich kann sowas nicht und muß mich demzufolge auf die Softwareschmieden verlassen, die etwas gegen die allumfassende US-Spionage haben.
Deshalb rüste ich noch nicht um. Ich warte noch, bis auch die ersten großen Schreibfehler ausgemerzt sind.

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an