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Russischer Landwirtschaftsminister in Kaliningrad

Sa, 09 Apr 2016 Wirtschaft & Finanzen


Russischer Landwirtschaftsminister in Kaliningrad

Der russische Landwirtschaftsminister Tkatschew hat sich in der vergangenen Woche in Kaliningrad aufgehalten.

Der föderale Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschew hat sich Anfang der Woche in Kaliningrad zu einem Arbeitsbesuch aufgehalten und einige interessante Äußerungen getätigt.

So hat er gefordert, dass das Kaliningrader Gebiet den Anbau von Getreide vorantreiben soll. Er stellt sich eine jährliche Ernte von einer Million Tonnen Getreide für das Gebiet vor.

Eine Million Tonnen Getreide – das ist die politische Aufgabe für das Kaliningrader Gebiet. Bei dieser Aufgabe ist der bisher erreichte Stand berücksichtigt und die zukünftige Rekultivierung weiterer Flächen. Dieses Ziel sollte in der Landwirtschaft des Kaliningrader Gebietes dominieren – so der föderale Minister. Seiner Meinung nach ist der Anbau von Getreide auch ausreichend gewinnbringend.

Gegenwärtig produziert Kaliningrad 555.000 Tonnen Getreide. Davon wird die Hälfte benötigt, um den Eigenbedarf der Region sicherzustellen. Um die neue Aufgabe zu erfüllen ist es wichtig, bisher brachliegende Flächen zu kultivieren. Er forderte von der Gebietsregierung, die brachliegenden Flächen endlich in Nutzung zu überführen und sich von den Investoren zu befreien, die nicht mit den zur Verfügung stehenden Flächen arbeiten.

Seitens der russischen Zentralregierung wird gegenwärtig aktiv an einem Gesetz gearbeitet welches es gestattet, nicht genutzte Flächen zu enteignen um sie einer aktiven Nutzung entsprechend der eingestuften Kategorie zuzuführen.

Der Minister geht davon aus, dass dieses Gesetz noch im Jahre 2016 in Kraft treten wird.

Der Minister betonte, das nicht genutzte landwirtschaftliche Flächen kein typisches Problem für Kaliningrad ist, sondern in ganz Russland dieses Problem besteht. Es gibt aber jede Menge Unternehmer und Investoren, die gerne ein Grundstück kaufen oder pachten wollen. Aber die Möglichkeiten sind begrenzt, weil zu früheren Zeiten irgendwelche Leute sich diese Grundstücke angeeignet haben (im Rahmen der Privatisierung) und mit diesen Grundstücken nichts machen. Das neue Gesetz hat die Regionalebene bereits durchlaufen, wird jetzt in der Zentralregierung bearbeitet und wird im Herbst der Staatsduma zur Beschlussfassung vorgelegt.

Der Minister erklärte, dass die Enteignung von Grundstücken per Gerichtsbeschluss erfolgen wird. Danach gehen die Flächen in das Eigentum der Region über, die diese Flächen dann per Auktion einem neuen Besitzer übergeben.

Weiterhin informierte der Minister, dass die Zeiten, wo alle Richtung Westen geschaut haben und alles von dort haben wollten vorbei sind und auch nicht wiederkehren werden.

Der Minister rief die Kaliningrader Landwirte auf, nicht nur für den Eigenbedarf zu produzieren, sondern auch für den Export. Er empfahl insbesondere die Produktion von Schweine- und Rindfleisch zu aktivieren und sich auf die Milchproduktion zu konzentrieren. Hier ist auch die Zentralregierung bereit, aktive Unterstützung zu leisten – Unterstützung in einer Form die früher niemals so vorhanden war und von der man noch nicht mal zu träumen wagte.

Er empfahl sich beim Export nicht Richtung Europa zu orientieren, sondern auf andere Märkte, z.B. in Asien.

Uwe Niemeier

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Landwirtschaft

   Kommentare ( 1 )

.g Radeberger Veröffentlicht: 9. April 2016 00:54:07

"Er forderte von der Gebietsregierung, die brachliegenden Flächen endlich in Nutzung zu überführen und sich von den Investoren zu befreien, die nicht mit den zur Verfügung stehenden Flächen arbeiten."
Das wurde aber auch Zeit, die Bodenspekulanten aus dem Rennen zu nehmen.
Der Rest seiner Überlegungen gefällt mir auch.

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