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Russischer Zivilschutz steht vor Reorganisation

Fr, 13 Jul 2018 Wirtschaft & Finanzen


Russischer Zivilschutz steht vor Reorganisation

Einige Ereignisse der jüngsten Vergangenheit in Russland haben wohl gezeigt, dass der russische Zivilschutz den aktuellen Anforderungen nicht gewachsen ist. Ein internes Audit bestätigte die Vermutung. Insbesondere die Einheiten des Brandschutzes zeigten große Mängel auf.

Die durch den Zivilschutz organisierte Eigenkontrolle zeigte scharfe Probleme im Personalbereich. Es fehlen Spezialisten. Weiterhin gibt es Mängel im technischen Ausrüstungsbereich der Feuerwehren und der Rettungskräfte. Weiterhin gibt es wohl Probleme bei der Finanzierung von Such- und Rettungsaktionen und der Luftflotte, über die der Zivilschutz verfügt.

Wie weiter kommentiert wurde, benötigt der Zivilschutz 23.100 zusätzliche Feuerwehrleute und 10.800 Einsatzkräfte im Bereich des Wach- und Schutzpersonals. In den Jahren 2014-2018 wurde eine starke Optimierung des Personals durchgeführt und wie sich jetzt herausstellte, sollte hier wohl an der verkehrten Stelle gespart werden.

Bedingt durch fehlendes Personal wurde auch die Anzahl der durchzuführenden Kontrollen eingeschränkt. Dadurch bedingt kam es zu systembedingten Fehlern, einem Anwachsen von Bränden usw. Insbesondere wurde der unzureichende Brandschutz in den russischen Handelseinrichtungen erwähnt, wo es im ersten Halbjahr 2018 zu 75 Prozent mehr Bränden kam, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Leider wurde durch eine Führungsentscheidung im Jahre 2014 auch ein Großteil der materiell-technischen Basis vernichtet. Dies betrifft Vorräte an Lebensmittel, Bekleidung, Treibstoff usw.

67 Prozent der Brandschutztechnik hat bereits seine Nutzungsfristen überschritten. Bei Spezialtechnik liegt der Faktor sogar bei 73 Prozent.

Der Zivilschutz rückte nach der Brandkatastrophe in Kemerow im März 2018 ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Damals kamen 60 Menschen bei einem Brand in einem Einkaufszentrum ums Leben.

In den Jahren 2014-2017 wurden die Finanzen für den Brandschutz von 221,5 Mrd. Rubel auf 177,3 Mrd. Rubel gekürzt. Die Kürzung erfolgte trotz des Umstandes, dass bekannt war, dass in Russland eine der höchsten Sterbequoten bei Bränden existiert.

Uwe Niemeier

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