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Russland beginnt mit dem Ausläuten des US-Dollars

Fr, 14 Sep 2018 Wirtschaft & Finanzen


Russland beginnt mit dem Ausläuten des US-Dollars
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Anscheinend beginnt Russland nun ernsthaft mit dem Ausläuten des US-Dollars. In Erwartung neuer, ernsthafter Sanktionen der USA, die bereits angekündigt sind, überlegt sich das Land endlich, wie man sich aus prinzipiellen internationalen, von den USA kontrollierten Abhängigkeiten, lösen kann.

Und so äußerte der Chef der WTB-Bank am Freitag Gedanken hierzu und meinte, dass man eigentlich nur drei Punkte umsetzen müsse, um endlich den Dollar loszuwerden:

  1. Übergang zu einer anderen Währung als den US-Dollar im internationalen Handels- und Dienstleistungsgeschäft.
  2. Verlegung der juristischen Adresse der wichtigsten russischen Firmen auf russisches Territorium.
  3. Verlagerung des Handels mit Euro-Obligationen auf russisches Territorium.

Der Chef der WTB-Bank kommentierte, dass im Fernen Osten der gesamte Handel mit China zu 70 Prozent über den USD abgewickelt wird und nur zu 8 Prozent mit dem chinesischen Yuan und zu 22 Prozent mit Rubel.

Die Äußerungen des Chefs der WTB-Bank, aber auch die Äußerungen anderer russischer Offizieller in den letzten Tagen, haben anscheinend bei der Bevölkerung Befürchtungen hervorgerufen, dass Russland energische Schritte einleiten wird, um sich vom USD zu lösen. So wurde auch vermutet, dass die Dollarkonten der Bevölkerung zwangsumgetauscht werden, um die Bevölkerung vor möglichen Auswirkungen der bevorstehenden US-Sanktionen zu schützen.

Diesen Gerüchten trat noch am Freitag die Zentralbankchefin Elvira Nabiullina entgegen, die erklärte, dass man noch nicht mal Gedanken hierzu habe, geschweige denn Überlegungen angestellt oder reale Schritte geplant habe.

Sollte es solche Zwangsmaßnahmen geben, so würden diese nicht helfen, sondern höchstens das Vertrauen in die Bankenpolitik erschüttern.

Allerdings habe die Zentralbank mit jeder großen russischen Bank einen Maßnahmenplan erarbeitet, wie man für den Fall von US-Sanktionen gegen das russische Bankenwesen reagieren werde und wie jede einzelne Bank, mit Unterstützung der Zentralbank, ihren Verpflichtungen gegenüber den Kunden vollumfänglich nachkommen kann.

Weiterhin kommentierte die Zentralbankchefin, dass es natürlich eine Politik der „Ent-Dollarisierung“ in Russland gäbe und man perspektivisch daran arbeite, den USD aus dem täglichen Leben in Russland verschwinden zu lassen. Die Praxis der letzten Jahre zeigt, dass der USD schon bei weitem nicht mehr die Rolle im russischen Bankenwesen spielt.

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Banken, Sanktionen, USA, Zentralbank

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