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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die größte Brücke im ganzen Land?

Do, 17 Mai 2018 Wirtschaft & Finanzen


Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die größte Brücke im ganzen Land?

Ihr, liebe Krim-Brücke, seid die größte Brücke im Land, aber die Brücke im Osten, bei den Sachalinern, wird auch ganz schön groß.

Es ist erst wenige Tage her, wo Russlands Präsident Putin die Einweihung der größten Brücke Russlands vornahm. Die Brücke verbindet das russische Mutterland mit der russischen Halbinsel Krim und löst damit wohl eines der größten Probleme, nämlich die ständige Abhängigkeit der Insel von einem reibungslosen Fährbetrieb. Und dieser wiederum hing von Witterungsbedingungen ab.

Die Brücke hat eine Länge von 19 Kilometern und kostete 228 Mrd. Rubel.

Und schon laufen die Planungen für eine weitere Brücke, die das russische Mutterland mit der russischen Insel Sachalin, weit, weit im Osten des Landes verbinden soll.

Die Brücke selber ist sowohl in der absoluten Summe der Baukosten teurer, aber auch, wenn man die Kosten auf den Kilometer umlegt. Die Brücke wird um das 3,5fache teurer werden, als die Krim-Brücke. Grund hierfür sind völlig andere geologische Bedingungen, insbesondere eine mögliche Erdbebengefahr, die bei der Konstruktion zu beachten ist.

Die Planungen haben bereits den Verlauf der neuen Verbindung festgelegt, denn es geht nicht nur um die Brücke an sich, sondern um ein riesiges Straßenbauprojekt und den Anschluss des Eisenbahnnetzes. Insgesamt spricht man über eine Gesamtlänge des Projektes von 585 Kilometer.

Russland hat anscheinend andere Planungsregularien, denn wie schnell strategisch wichtige Bauvorhaben umgesetzt werden, zeigt eben die Krim-Brücke, von der Anfang 2014 noch niemand sprach und die vier Jahre später Realität ist. So sollen die Planungsarbeiten für die neue Sachalinbrücke bis 2020 abgeschlossen sein, die Bauarbeiten aber bereits 2019 beginnen. Die Verbindung wird im Jahre 2023 eingeweiht – so die bisherigen Planungen.

Die Baukosten belaufen sich auf 540,3 Milliarden Rubel. Davon wird die Brücke 252,8 Mrd. Rubel kosten. Weitere 90 Milliarden aus dieser Summe kosten die Schienen und 100 Milliarden kostet der Bau eines Tiefseehafens in der Stadt Ilinsk, wohin die Kohle-Züge rollen sollen.

Die russische Zeitung „Kommersant“ kommentiert, dass bei allem natürlich die Frage der Wirtschaftlichkeit eine große Rolle spielt. Auf der Krim leben rund 2,5 Mio. Menschen. Auf Sachalin nur 0,5 Mio. Menschen. Wirtschaftlichen Sinn macht dieses neue Projekt somit nur, wenn auf japanischer Seite der Bau dieser neuen Logistikverbindung fortgesetzt wird, d.h., wenn es eine weitere Brücke zur japanischen Insel Hokkaido gibt.  

Uwe Niemeier

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Föderales

   Kommentare ( 4 )

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 17. Mai 2018 10:34:36

Das US-Nachrichtenmagazin „The Washington Examiner“ hatte am Dienstag auf seiner Webseite einen Bericht mit der Überschrift „Die Ukraine sollte Putins Krim-Brücke sprengen“ veröffentlicht. Der Autor Tom Rogan bezeichnet darin das Bauwerk als „eine ungeheuerliche Beleidigung für die Ukraine als Staat“ und ruft Kiew zu seiner Zerstörung auf.

Quelle: Sputnik

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 17. Mai 2018 11:50:22

... ja, andere russische Medien berichten ebenfalls darüber. Ich denke mal, der US-Journalist hat in seiner Lebensplanung keinen Besuch in Russland vorgesehen. Denn dort würde er sicherlich wegen Aufruf zum Terror zu einem Gespräch gebeten werden ... (mindestens).

Hauke Veröffentlicht: 17. Mai 2018 11:33:24

Wird denn die Benutzung der Brücke kostenlos sein oder wird eine Maut erhoben?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 17. Mai 2018 11:48:21

... darüber ist nichts geschrieben worden. Aber da in Russland generell für die Benutzung der Föderalstraßen zu bezahlen ist, denke ich mal, dass die Brücke/die Brücken keine Ausnahmen bilden.

ru-moto Veröffentlicht: 17. Mai 2018 16:27:37

Russland hat wahrhaftig andere Planungsregularien, so sollen die Planungsarbeiten für die neue Sachalin-Brücke bis 2020 abgeschlossen sein, die Bauarbeiten aber bereits 2019 beginnen. Die Verbindung wird im Jahre 2023 eingeweiht...

Bei uns in Ösistan sieht es dagegen traurig aus. Da dauert alleine die Planung eines einzigen Kreisverkehrs (B145 Trautenfels) schon länger, ganz zu schweigen von einer Umsetzung. Auch ein paar Kilometer zeitgemäßer Straßenverbindung durch das Nadelöhr Ennstal im Bezirk Liezen lassen nun bald fünf Jahrzehnte auf sich warten… Seit 46 Jahren wird erfolglos geplant und widersprochen.

DIE PRESSE - 2008:
"Seit 36 Jahren stehen die Pläne für die B320 auf der landes- und bundespolitischen Agenda. Ebenso lange ist nichts passiert. Die zweispurige Verbindungsstrecke zwischen der Pyhrnautobahn-Anschlussstelle bei Liezen und der Tauernautobahn bei Radstadt in Salzburg gilt als gefährliches Nadelöhr. Auf 17 Kilometern soll dann ein vierspuriger Ausbau fertig sein..."

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 18. Mai 2018 00:27:09

Sowas geht natürlich viel schneller mit einer starken Zentralregierung, siehe bei uns Frankreich. Starke föderale Länder haben da mehr Schwierigkeiten, im Westen kommen kommen dann auch ncodh die "Baumumarmer" als Fortschrittsverhinderen mit ins Boot.

Wir habe hier einmal versucht ein Schlittschuhrennen, ähnlich den Holländern, zu organisieren. Man ist fassungslos wieviel Behörden und Verbände da mitentscheiden dürfen. Wir haben am Ende das Renngeschehen so geändert, dass keine Behörde mehr was zu sagen hatte.

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