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Staatsduma stimmt nationalem elektronischem Zahlungssystem zu

Mo, 07 Apr 2014 Wirtschaft & Finanzen


Staatsduma stimmt nationalem elektronischem Zahlungssystem zu

Einstimmig hat die russische Staatsduma in erster Lesung Änderungen im Gesetz „Zum nationalen Zahlsystem“ zugestimmt. Die Rede geht über die Einführung einer russischen Alternative zu „Mastercard“ und „Visa“, die einseitig einen Boykott gegen mehrere russische Banken verhängt haben.  

Die vorgeschlagenen Änderungen haben das Ziel, Russland aus der Abhängigkeit ausländischer elektronischer Zahlungssysteme zu befreien und somit weniger anfällig zu machen gegen Sanktionen aus politischen Gründen. Das nun in Erarbeitung befindliche System soll innerhalb der Russischen Föderation Anwendung finden, d.h. ein internationaler Einsatz dieser elektronischen Zahlkarte steht nicht im Vordergrund.

Bereits vor drei Jahren wurde die Notwendigkeit der Einführung eines nationalen Zahlungssystems besprochen. Die Initiatoren wurden damals ausgelacht, weil niemand auf den Gedanken kam, dass die in Russland genutzten internationalen (amerikanischen) Bezahlsysteme einmal nicht funktionieren könnten. Heute erweist sich, dass die damaligen Initiatoren mehr Weitsicht bewiesen hatten. Nun müssen die damals entwickelten Ideen unter größerem Zeitdruck umgesetzt werden.

Das geplante nationale russische elektronische Zahlungssystem sieht die Schaffung von Zentren auf dem Territorium der Russischen Föderation vor, die den Zahlungsverkehr organisieren und abwickeln. Dies garantiert, dass niemand mehr Einfluss auf finanzielle Zahlungsvorgänge innerhalb Russlands nehmen kann.

Betont wurde, dass das neue System so schnell wie möglich in Nutzung überführt wird, jedoch kann dies bis zu sechs Monate intensiver Arbeit erfordern und bedeutet auch erhebliche finanzielle Investitionen.

Ab dem Moment, wo dieses System anfängt zu funktionieren, werden die Forderungen an das russische Zahlungssystem auch auf andere Anbieter (ausländische) übertragen. Diese können entscheiden, ob sie sich den neuen russischen gesetzlichen Bedingungen unterwerfen oder ob sie den russischen Markt verlassen.

Für internationale Finanzoperationen werden in Russland weiterhin auch internationale Systeme zugelassen werden, da Russland nicht plant, mit dem eigenen Zahlungssystem auf den internationalen Markt vorzudringen. Allerdings wird das Geschäftsfeld „Russland“ nun für die bisherigen Anbieter weniger lukrativ. Dies sind die Auswirkungen, mit denen z.B. „Mastercard“ und „Visa“ zukünftig, als Resultat ihrer Sanktionen gegen Russland, leben müssen.

Wenn sich westliche Operatoren für ein Verbleiben auf dem russischen Markt entscheiden, so werden sie auch eigene Zahlungszentren in Russland organisieren müssen oder sie können sich in den russischen Zahlungszentren einmieten. Russland hat sich hier nichts Neues ausgedacht, sondern lehnt sich an eine Praxis an, die in vielen anderen Ländern bereits ausgeübt wird.

Vorgesehen ist, bis 1. Oktober 2014 das nationale elektronische Zahlungssystem in Nutzung zu überführen. Allerdings sind alle Arbeiten und Anstrengungen dahingehend ausgerichtet, dieses Zahlungssystem wesentlich eher zu starten.

Durch Vertreter der Staatsduma wurde betont, dass dieses Zahlungssystem ein Geschäftsmodell innerhalb Russlands ist. Es wird auch angewendet innerhalb der Zollunion (Russland, Weißrussland, Kasachstan) und mit einigen Staaten in Fernost. Die damit erarbeiteten Gelder sind russische Gelder und müssen somit auch in Russland verbleiben.

Es wurde betont, dass mit der Einführung des nationalen Zahlungssystems zukünftig die Möglichkeit ausgeschlossen wird, dass ausländische Staaten zur Durchsetzung eigener politischer und wirtschaftlicher Ziele schädigenden Einfluss auf Russland ausüben können. Russland mobilisiert nun alle Reserven um innovativ seine Wirtschaft voranzubringen.

Quelle: http://www.rg.ru/2014/04/04/plateji-site.html

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