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Vierzig Jahre Kaliningrader Trolleybus

Sa, 07 Nov 2015 Wirtschaft & Finanzen


Vierzig Jahre Kaliningrader Trolleybus

Am 5. November feierten die Kaliningrader Trolleybusse ihr 40jähriges Jubiläum in Kaliningrad. An diesem Tag vor vierzig Jahren ging der erste Trolley auf Strecke.

Nach Archivinformationen gab es schon im Jahre 1943 in Königsberg den Gedanken, Trolleybusse einzurichten. Aber während des Krieges sollen die technischen Einrichtungen vernichtet worden sein und die Trolleybusse selber brannten aus.

Vor vierzig Jahren nutzte man den damals größten Feiertag der Sowjetunion, den „Tag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“, um den ersten Trolleybus auf Strecke zu schicken. Er startete am Südbahnhof, fuhr über den Leninski Prospekt, hin zum Sowjetski Prospekt und endete in der ul. Borsowa. Die ersten Trolleybusse waren natürlich auch Fahrzeuge aus sowjetischer Produktion.

Foto: Historischer Trolleybus in Kaliningrad

 

Damals gab es in der Stadt bereits ein gut funktionierendes Bus- und Straßenbahnnetz. Trotzdem reichte es nicht aus und man ergänzte es, wie in vielen anderen sowjetischen Städten, mit den umweltfreundlichen (obwohl das damals noch keine Rolle spielte) Trolleybussen. Ein alter Veteran erinnert sich, dass die damaligen Trolleybusse noch sehr komfortabel waren.

Die Trolleybuslinien haben bisher alle schweren Zeiten in Kaliningrad überlebt. Der Kaliningrader Straßenbahn ist das nicht vergönnt, denn von ehemals 15 Linien zu deutschen Zeiten, dann 9 Linien zu sowjetischen Zeiten ist jetzt noch eine Linie in russischen Zeiten verblieben. Hier spielen natürlich wirtschaftliche Aspekte und die harte Konkurrenz eine große Rolle, denn 70 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs wird durch Privatanbieter realisiert.

Gegenwärtig ist ein Großteil der Kaliningrader Trolleybusse modern, nur wenige Jahre alt. Die Anzahl der Trolleybusse reicht jedoch nicht aus, so dass einige Linien durch ganz normale Linienbusse bedient werden.

Foto: Trolleybus der Linie 7 - ul. Gorkowo über Moskowski Prospekt - Endhaltestelle fast am Großhandel "METRO"

 

Dazu kommt, dass das gesamte Elektronetz für die Trolleybusse veraltet ist und einer Erneuerung bedarf. Diese Erneuerung, begonnen beim Auswechseln der Masten bis hin zum Wechsel der eigentlichen Stromleitungen, können nur bei gleichzeitiger Instandsetzung der Straße an sich durchgeführt werden.

Gegenwärtig funktionieren in der Stadt fünf Trolleybuslinien. Es stehen bis zu 40 Trolleybusse hierfür zur Verfügung. Im Bestand befinden sich Fahrzeuge aus russischer und weißrussischer Produktion. Alle Fahrzeuge gehören der stadteigenen Firma „GorTrans“.

Seit Beginn der 90er Jahre wurden drei Trolleybuslinien eingestellt. Zwei weitere Linien wurden verkürzt. Vor einigen Jahren wurde die Straßenbahn aus der ul. Gorkowo entfernt. Dafür wurde dann die Trolleybuslinie Nr. 7 neu eingerichtet. Weiterhin gibt es die neue Linie Nr. 6, die ebenfalls ihren Anfang in der ul. Gorkowo nimmt und bis zur Siedlung „Kosmodemjanskoje“ fährt – eine Fahrt übrigens, die sich auch als Exkursion durch die Stadt für 18 Rubel lohnt.

Jetzt spricht man von der Einrichtung einer weiteren Linie mit der romantischen Nummer 9. Diese soll den neuen Stadtteil „Selma“ im Norden der Stadt (auch wiederum durch die ul. Gorkowo), mit dem Moskauer Stadtbezirk, also dem ehemaligen Baltiski-Rayon verbinden. Da gegenwärtig weder Trolleybusse dafür vorhanden sind noch das Stromnetz eingerichtet ist, wird wohl im Jahre 2016 erstmal ein ganz normaler ordinärer Linienbus diese neue Linie bedienen.

Das 40jährige Jubiläum wurde allerdings durch „GorTrans“ nicht gefeiert. Es ist einfach kein Geld dafür vorhanden. Man erinnerte daran, dass man erst vor wenigen Wochen das 120jährige Gründungsjubiläum des Stadttransports gefeiert habe. Da stand zwar die sterbende Straßenbahn im Mittelpunkt, aber letztendlich ist der Trolleybus ja auch eine Art Straßenbahn – eben nur ohne Schienen.

Uwe Niemeier unter Verwendung von

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