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Wann sagt Putin den Briten endlich „Danke“?

Mo, 21 Mai 2018 Wirtschaft & Finanzen


Wann sagt Putin den Briten endlich „Danke“?

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Geburtenboom in der Kategorie „Oligarchen“, fließt russisches Kapital in Drittstaaten ab. Lange Zeit glaubte man zu Recht, dass das Geld überall sicherer ist, als in der russischen Heimat. Dann gab Putin heiße Tipps, die aber nicht von allen verstanden worden sind.

Seit Jahren wird die russische Gesetzgebung zu Fragen „Geld, Vermögen“ vervollständigt. Russland ist international verpflichtet, an der Bekämpfung der Geldwäsche teilzunehmen, an der Verhinderung der Finanzierung von Terrororganisationen und ist natürlich auch daran interessiert, dass in Russland erarbeitetes Geld, auch in Russland investiert wird.

Dazu sind Gesetze erlassen wurden und es wurden Kapitalamnestien durchgeführt – alles Signale, die Putin ausgesendet hat, damit seine Landsleute verstehen, dass schwere Zeiten bevorstehen könnten und sie rechtzeitig alle Maßnahmen einleiten sollten, um ihr Geld zu retten.

Seit Mitte 2013 läuft der Bankendisziplinierungsprozess in Russland. Hunderte krimineller Banken haben seit dem ihre Lizenz verloren. Aber gleichzeitig wurde das russische Bankensystem auch sicherer, so dass „Heimkehr-Kapital“ durchaus keine Angst haben braucht, sich in russische Banken wieder einzukuscheln.

Mit Verhängung der Sanktionen ab 2014 verschärfte sich die Situation für sogenanntes „Auslandskapital“. Einige Russen begannen zu verstehen, die überwiegende Mehrheit allerdings nicht. Man schaffte weiterhin Geld ins Ausland und legte es auch in Immobilien an. Einige kauften sogar Fußballclubs, … als wenn es in Russland keine Fußballclubs gäbe, die dringend einen Sponsor benötigten (z.B. „Baltika“ in Kaliningrad).

Aber Hochmut kommt vor dem Fall und jetzt wird es richtig eng für Russen mit Auslandsvermögen, insbesondere, wenn sie es irgendwo im Herrschaftsbereich von Königin Elisabeth II. geparkt haben.

Großbritannien hat es ja schon angekündigt, nun soll es auch umgesetzt werden: Schmutziges russisches Geld will man in Großbritannien nicht mehr dulden … zumindest nicht in russischen Händen.

Dieses Geld stellt eine Gefahr für die britische Sicherheit dar – meint das Komitee für internationale Angelegenheiten des britischen Parlaments. Dieses Komitee regt einige Maßnahmen an, um dieses dreckige russische Geld zu bekämpfen. Man soll sich etwas einfallen lassen, dass Russen keine Staatsanleihen unter Einschaltung britischer Finanzorganisationen mehr kaufen dürfen. Weiterhin sollen Russen keine Visa mehr erhalten. Einer der bekanntesten Russen, Inhaber eines Fußballclubs, wartet seit drei Monaten auf ein Visum und bekommt es nicht. Steht die Frage, wie lange es dauert, bis er nicht mehr an sein Geld kommt und bis die Briten feststellen, dass er den Fußballclub mit kriminellem Geld gekauft habe und deshalb enteignet werden muss.

Die russischen Geldinstitute vermelden schon seit einigen Wochen einen hohen Kapitalzufluss aus dem Ausland. Anscheinend haben viele Russen verstanden … Bleibt nur die Frage, wann sich Putin bei den Briten für die eingeleiteten Maßnahmen gegen das dreckige russische Geld,   bedankt.

Uwe Niemeier

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Großbritannien, Sanktionen

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