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Was kann Kaliningrad von Deutschland lernen?

Fr, 18 Okt 2013 Wirtschaft & Finanzen


Was kann Kaliningrad von Deutschland lernen?

Gestern ist in Deutschland das jährliche Schwarzbuch für die Verschwendung von Steuergeldern vorgelegt worden. Ein ähnliches Buch würde auch in Kaliningrad kein Problem haben mit Beispielen gefüllt zu werden.

Die Kaliningrader Gebietsregierung hat 450 Souvenir-Teller bestellt. Der ganze „Spaß“ kostet dem russischen Steuerzahler 495.150 Rubel, also pro Teller rund 25 Euro.

Diese Teller „für Bedürfnisse der Regierung“ sollen aus wertvollem Holz sein und eine Größe von 25 cm haben. Den Tellerrand sollen Schnitzarbeiten verzieren und das Gebietssymbol soll eingraviert sein. In der Mitte des Tellers soll mit Laser das Regierungsgebäude abgebildet werden und darunter der Schriftzug „Regierung des Kaliningrader Gebiets“. Alle Abbildungen und Schnitzereien sollen teilweise mit Bernstein hinterlegt werden. Und natürlich sollen die Teller von beiden Seiten lackiert sein. Zusätzlich soll noch ein Ständer mitgeliefert werden, ebenfalls aus wertvollem Holz. Das Ganze soll in einer hochwertigen Designer-Verpackung in gelb-goldener Farbe geliefert und der Karton mit Seidenstoff gepolstert sein. Der Anlieferungspreis ist natürlich auch schon inclusive in der o.g. Summe.

Die Kaliningrader Gebietsregierung hat sich die Aufgabe nicht leicht gemacht. Immerhin hat sie die Preispolitik von drei Anbietern von Souvenir-Kitsch studiert und daraus einen mittleren Preis gebildet. Und 10 Tage für die Herstellung und die persönliche Ablieferung im Regierungsgebäude sind wohl auch großzügig berechnet (wenn man Samstag und Sonntag arbeitet).

Steht nun allerdings die Frage, wem man diese große Anzahl von Tellern schenken will. Es könnten Abschiedsgeschenke für verdiente Mitarbeiter der Kaliningrader Gebietsregierung sein. Es liegen keine Informationen vor, ob die in den letzten drei Jahren gegangenen 44 Minister noch nachträglich so ein Erinnerungsgeschenk an die Zusammenarbeit mit dem Kaliningrader Gouverneur erhalten.  Vielleicht sind es aber auch Abschiedsgeschenke für zukünftige Kaderveränderungen – nun, dann wird die Anzahl vermutlich nicht ausreichen.

Wenn man allerdings die deutschen Diplomaten ärgern will, dann könnte man ihnen so einen Teller schenken. Die deutsche Gesetzgebung schreibt allerdings vor, dass Geschenke mit einem Wert über 10 Euro meldepflichtig und nach Möglichkeit mit höflichen Worten abzulehnen sind …

Unser Gouverneur liebt es aber auch, Vergleichsrechnungen aufzumachen, wie viel Kindergärten man für irgendwelche, seiner Meinung nach, unnützen Ausgaben man hätte bauen können. Nun, für 11.000 Euro kann man natürlich keinen Kindergarten bauen, aber zumindest ein wenig Spielzeug für die Kleinen kaufen. Und da bin ich mir sicher – die Kinder freuen sich darüber. Ob sich die mit so einem Teller Beschenkten freuen?

Quelle: http://kaliningrad.ru/news/item/30977-pravitelstvo-oblasti-zakazyvaet-suvenirnye-tarelki-na-polmilliona-rublej

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Finanzen, Gebietsregierung

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