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Wie steht es um die Kaliningrader Versorgung?

Mi, 13 Aug 2014 Wirtschaft & Finanzen


Wie steht es um die Kaliningrader Versorgung?

Wie entwickelt sich der Kaliningrader Einzelhandel nach dem Importverbot für Waren des täglichen Bedarfs? Die führenden Kaliningrader Supermarktketten äußerten sich hierzu gegenüber unserem Medienpartner „klops.ru“

Die Grundaussage besteht darin, dass das Sortiment an Früchten und Käsesorten geringer werden wird. Jetzt sind die Kaliningrader Einzelhändler auf der Suche nach neuen Lieferanten. Im Gegensatz zu den Einzelhändlern aus dem Mutterland, hat Kaliningrad hier eine wesentlich schwierigere Position. Denn die Firmen im großen Russland haben einen wesentlich größeren Bestellumfang als Kaliningrader Firmen (mit einer Million Verbraucher) und somit auch wesentlich günstigere Einkaufskonditionen. Da es sich bei den Waren um Produkte mit kurzem Haltbarkeitsdatum handelt – insbesondere bei Obst und Gemüse – ist auch ein Import über Moskau oder St. Petersburg praktisch bei diesem Warensortiment nicht möglich.

Wie die Generaldirektorin der Supermarktkette „Semja“ mitteilte, hat man keine Schwierigkeiten mit Gemüse, aber bei Früchten müssen zukünftig (vorläufig) Abstriche im Angebot gemacht werden. Dies betrifft Mango, Ananas weniger, da diese nicht sehr gefragt sind, aber Kernfrüchte, die im Wesentlichen aus Spanien importiert werden, sind hiervon stark betroffen. Ein Teil dieser Früchte wird die Supermarktkette zukünftig aus dem Iran und Aserbaidschan erhalten. Auch die Türkei steht auf der Lieferantenliste. Das Problem mit der Türkei besteht jetzt jedoch darin, dass dort die gesamte Ernte unter Quarantäne steht.

Große Probleme gibt es auch mit norwegischem Fisch und Käse aus Europa. Käse wird in Kaliningrad überhaupt nicht hergestellt, außer billiger Schmelzkäse. Man hofft auf Ersatzlieferungen aus Weißrussland und dem Mutterland – aber die Auswahl an Käse (welche nie groß war in Kaliningrad) wird begrenzt bleiben. Was Fleisch und Milch anbelangt – da gibt es nach Aussagen der Generaldirektoren überhaupt keine Probleme.

In der Supermarktkette „Viktoria“ sieht man überhaupt keine Probleme (dies ist eine wesentlich größere Supermarktkette, welche auch ihr Netz im russischen Mutterland hat). Die Mehrzahl der Produkte, die unter die Sanktionen fallen, wurde bisher auch schon durch russische Lieferanten sichergestellt. So sind 98 Prozent des Fleisches, der Hühner und der Sauermilchprodukte russischer Produktion. Milch hat einen Importanteil von 3,8 Prozent. Käsesorten aus Europa sind dominant und der vollständige Ersatz wird schwierig. Aber, so der Vertreter der Supermarktkette – die Russen sind es gewohnt, dass Erzeugnisse mal angeboten und mal nicht angeboten werden und gehen relativ schnell zu anderen Ersatzprodukten über.

Auch bei „Viktoria“ bestehen die größten Probleme bei Früchten. 50 Prozent des bisherigen Angebotes kam aus Europa. „Viktoria“ sieht alternative Lieferanten in Asien, Lateinamerika, Afrika aber auch aus den russischen Mutterregionen wie Kuban, Krasmodar und Stawropol. Auch Lieferanten in Serbien, Makedonien, der Türkei, Weißrussland stehen in den Startlöchern.

Es wird ganz gewiss eine Zeitlang einige Produkte nicht geben, wie z.B. Birnen bestimmter Sorten. Das ein Sortiment grundsätzlich fehlt, ist ausgeschlossen.

Der Vertreter der Supermarkt-Kette „Viktoria“ sieht in der jetzigen Situation auch Vorteile. Jetzt erhalten diejenigen Produzenten eine Chance, die diese früher nicht hatten und auch der Verbraucher erhält die Möglichkeit andere Waren, andere Geschmäcker zu testen, die er bisher nicht kannte.

Die Supermarktkette „Wester“ stand bisher zu keinen ausführlichen Kommentaren zur Verfügung. Diese Supermarktkette durchlebte in der jüngsten Vergangenheit einige Probleme, besetzt aber in Kaliningrad einen Großteil des Marktes.

Quelle: http://klops.ru/news/obschestvo/94458-v-kaliningradskih-supermarketah-snizitsya-assortiment-fruktov-i-syrov

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Handel, Kaliningrad, Sanktionen

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