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Wie werde ich Landwirt im Kaliningrader Gebiet?

Fr, 30 Jan 2015 Wirtschaft & Finanzen


Wie werde ich Landwirt im Kaliningrader Gebiet?

Unsere Informationsagentur setzt die Veröffentlichung von Artikeln mit praktischen Hinweisen für ein landwirtschaftliches Engagement im Kaliningrader Gebiet fort. Ziel ist es, deutschen Interessenten den Start als Landwirt in der geographisch westlichsten Region Russlands, direkt an der Grenze zur Europäischen Union zu vereinfachen.

Unsere bisherigen Veröffentlichungen zum Thema „Landwirtschaft im Kaliningrader Gebiet“ haben ein außerordentlich großes Interesse hervorgerufen. Viele Anfragen haben uns erreicht und es werden immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Wir haben uns deshalb entschlossen eine ganze Reihe von Artikeln zu einem landwirtschaftlichen Engagement im Kaliningrader Gebiet zu veröffentlichen. Wir hoffen, Interessierten damit den Start in Kaliningrad zu erleichtern. Sie sollen Kosten für aufwendiges Consulting sparen und vielleicht auch zu Grund und Boden kommen, ohne einen Vermittler einschalten zu müssen.

Unsere Informationsagentur hat einen kompetenten Gesprächspartner, direkt an der Basis gefunden. Pavel Borowikow (Jahrgang 1981) ist unserer Informationsagentur aus gemeinsamer Zusammenarbeit seit 2004 bekannt. Er beendete die Kaliningrader Businessschule als Ökonomist, absolvierte ein Studium an der Kaliningrader Technischen Universität in der Fachrichtung Weltwirtschaft sowie ein Studium an der Europäischen Akademie für Unternehmenswirtschaft in München. Er besuchte eine ganze Reihe weiterer Qualifizierungskurse, spricht Deutsch und Englisch neben seiner russischen Muttersprache. Nach einer Reihe leitender Tätigkeiten in der freien Wirtschaft in Kaliningrad, ist er in die Kreisverwaltung des Kreises Selenogradsk berufen worden und arbeitet als Leiter der Verwaltung für Landwirtschaft und sozialökonomische Entwicklung des Kreises.

Foto: Pawel Borowikow, Kaliningrad, Kreis Selenogradsk

In einem ersten abstimmenden Gespräch hat Pawel Borowikow unserer Informationsagentur einen kompletten Fahrplan für ein Engagement als Landwirt im Kaliningrader Gebiet vorgeschlagen.

Für einen Landwirt ist es nicht nur wichtig zu wissen, was er produzieren will, sondern welche Kunden als Abnehmer für seine Erzeugnisse in Frage kommen. Der Markt für landwirtschaftliche Erzeugnisse ist nicht einfach und deshalb schlage ich vor, bei allen weiteren Erklärungen davon auszugehen, dass ein deutscher landwirtschaftlicher Unternehmer auch die Absicht hat, seine Erzeugnisse zu exportieren und nicht für den Eigenbedarf im Kaliningrader Gebiet zu belassen. Und ich gehe auch davon aus, dass ein landwirtschaftliches Engagement bei uns nur für deutsche Investoren interessant ist, die auch schon Erfahrungen in der Landwirtschaft haben. 

UN: Gut Pawel, wie sieht nun Ihr Themenplan aus?

PB: Im ersten Beitrag  erklären wir, wie man ein Grundstück suchen und finden kann, welche Eigentumsmöglichkeiten es gibt, welche Verpächter oder Verkäufer auftreten können. Danach schlage ich dann folgende weitere Themen vor:

  1. Analyse der Grundstücksqualität, Führung der Landwirtschaft, Meliorationsfragen
  2. Juristische Fragen zum Abschluss eines Pachtvertrages
  3. Steuergesetzgebung, Besonderheiten der Sonderwirtschaftszone, einheitliche Landwirtschaftssteuer, Sozialabgaben
  4. Staatliche Förderungsmöglichkeiten
  5. Mögliche Partner bei einem Engagement im Kaliningrader Gebiet
  6. Fragen rund um die Energieversorgung und Infrastruktur (Strom, Gas, Internet)
  7. Nutzung von landwirtschaftlicher Technik, Import der Technik, Instandsetzungsservice, Kauf von Technik in Russland, Versorgung mit Dünger und landwirtschaftlicher Chemie

UN: Unsere Leser werden vermutlich zusätzliche Fragen haben. Ich denke, dass wir diese Fragen in den laufenden Veröffentlichungen mit einarbeiten. Soweit mir bisher bekannt ist, tritt als Eigentümer von Grund und Boden sowohl der Staat mit seinen verschiedenen Strukturen auf, wie aber auch Privat- und juristische Personen.

PB: Richtig, in Kaliningrad sind alle Grundstücksflächen für die landwirtschaftliche Nutzung entweder in Eigentum oder Pacht bei Privatpersonen und juristischen Personen (also GmbH oder AG) oder sie gehören dem Staat. Ende 2014 haben alle Kommunen des Kaliningrader Gebietes, auf Weisung des Gouverneurs, auf ihren Internetseiten alle landwirtschaftlichen Flächen veröffentlicht, die frei von Rechten Dritter sind. Für das Gebiet, für welches ich verantwortlich zeichne, habe ich hier eine Karte mit den freien landwirtschaftlichen Flächen im Kreis Selenogradsk. Wenn man draufklickt, kommt man direkt zur Internetseite. Gleiche Karten existieren auch für alle anderen Kreise im Kaliningrader Gebiet.

Grafik: Karte freier landwirtschaftlicher Flächen im Kreis Selenogradsk

 

Weitere Einzelheiten zu den Grundstücksflächen die sich in staatlichem Eigentum befinden kann man in den örtlichen Selbstverwaltungen erfragen. In den Kreisverwaltungen erhält der Interessent alle Informationen über Pachtbedingungen und wie der Prozess des Vertragsabschlusses abläuft.

UN: Die Karte für den Kreis Selenogradsk zeigt einen ziemlichen Flickenteppich von vielen kleineren Grundstücken. Für einen größeren Investor ist dies vielleicht weniger interessant?

PB: In unserem Kreis sind leider keine größeren zusammenhängenden freien Grundstücke mehr vorhanden. Unsere Flächen die wir anbieten können haben eine Größe von 20 bis 150 Hektar. Diese Flächen sind gut geeignet für einen Anbau von Früchten oder für bäuerliche Kleinwirtschaften. Wenn man Weideland braucht, so ist hier eine Pacht bei Privatbesitzern besser.

Grafik: Kommunalkreise des Kaliningrader Gebietes

 

UN: Kommen wir nun zu Verwaltungsfragen in der Landwirtschaft

PB: Wenn sich jemand mit der Erzeugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse in einem Kreis beschäftigen will, so empfehle ich zuerst ein informelles Gespräch mit dem zuständigen Abteilungsleiter für Landwirtschaft des Kreises. Für den Kreis Selenogradsk bin ich zuständig. Die Abteilungen für Landwirtschaft in den Kreisen verfügen in der Regel über alle notwendigen Informationen von Privateigentümern landwirtschaftlicher Flächen, die auch bereit sind, diese Flächen zu verpachten. Im nachfolgenden Link gibt es eine Gesamtübersicht über alle Kontakte in den Kreisen des Kaliningrader Gebietes.

Wenn ein Investor eine Fläche über 3.000 Hektar für die Pflanzenzucht benötigt, dann sollte man Kontakt mit dem Regionalministerium für Landwirtschaft aufnehmen. Auch hier ist man bereit zu helfen.

UN: Pawel, können Sie einige Worte zu Privatanbietern landwirtschaftlicher Flächen sagen?

PB: Natürlich, hier könnte man an erster Stelle den sehr großen Anbieter „Agrar-Investitions-Company“ nennen. Hier handelt es sich um eine GmbH, die über 100.000 Hektar Fläche im gesamten Gebiet verfügt. Die landwirtschaftliche Fläche im Kreis Selenogradsk beträgt 47.000 Hektar. Von diesen 47.000 Hektar gehören der genannten Firma 10.000 Hektar.

UN: Wie kann ich nun konkret ein Grundstück identifizieren. Es handelt sich ja nicht um ein Haus in einer namentlich bekannten Straße mit einer Hausnummer, sondern es geht um eine Immobilie irgendwo im Gelände.

PB: In Russland verfügt jedes Grundstück über eine Katasternummer. Diese Nummer wird nur einmal vergeben. Es gibt eine öffentlich zugängliche Katasterkarte. Schauen Sie mal unter diesem Link nach:


An Hand dieser Karte kann man das konkrete Grundstück und seine Lage überprüfen. In ganz wenigen Ausnahmefällen kann es passieren, dass ein Grundstück nicht aufgeführt ist. Aber an sich ist die Karte eine sehr gute Arbeitsgrundlage.

Grafik: Katasterkarte des Kaliningrader Gebietes

 

UN: Gibt es zu diesem Katasterregister auch alternative elektronische Varianten

PB: Es gibt ein Programm für Smartphones, dort sind auch alle öffentlich zugänglichen Karten sichtbar. Dieses Programm hat auch noch eine zusätzliche Möglichkeit. Wenn Sie ein GPS-Empfänger haben, dann zeigt das Programm auch Ihren eigenen Standort an, an dem Sie sich gegenwärtig befinden. Wenn Sie also dieses Programm installiert haben und sich die Karte anzeigen lassen und ein Internetanschluss vorhanden ist, so können Sie direkt vor Ort eine Vermessung des Grundstückes vornehmen. Das Programm hat einen Fehlerquotienten von plus/minus fünf Metern. Wenn es also um ein großes Grundstück geht, kann man diese Fehlerquote erst einmal vernachlässigen.

Grafik: Smartphone-Variante für Grundstücksermittlungen

 

UN: Pawel, besten Dank für die ersten Informationen. Wenn ich mich recht erinnere, können wir uns beim nächsten Mal über die Themen

  • Analyse der Grundstücksqualität
  • Führung der Landwirtschaft
  • Meliorationsfragen

unterhalten?

PB: Gerne, ich werde alles Notwendige vorbereiten und auch schon auf Fragen antworten, die Ihre Leser stellen. Gerne kann man mich aber auch direkt kontaktieren.

 

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