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Zentralbank setzt Disziplinierungsprozess im russischen Finanzsektor fort

Sa, 08 Jun 2019 Wirtschaft & Finanzen


Zentralbank setzt Disziplinierungsprozess im russischen Finanzsektor fort

Seit Beginn des Disziplinierungsprozesses Mitte 2013, haben bisher 443 Banken ihre Lizenz verloren. Das Jahr 2016 war mit 97 Lizenzentzügen das aktivste Jahr der russischen Zentralbank zur Säuberung des Bankensektors.

Im Jahre 2019 verloren bisher zwölf Banken ihre Lizenz. Das Tempo hat sich merklich verlangsamt, weil nach Ansicht der russischen Zentralbank, der schwierigste Teil der Bankendisziplinierung bereits erledigt ist.

Leitende Mitarbeiter der Zentralbank kommentierten, dass der Disziplinierungsprozess im russischen Bankenwesen bis 2020 abgeschlossen sein soll.

Im abgelaufenen Monat Mai verlor eine Bank ihre Lizenz. Hierzu gehörten:

  • АО «Кемеровский социально-инновационный банк»

In Russland gibt es ein Einlagensicherungssystem. Dieses wird durch eine staatliche Versicherungsgesellschaft garantiert. Im Falle eines Lizenzentzuges werden im Ausschreibungsverfahren andere russische Banken ausgewählt, die den Anlegern ihre Bankeinlagen erstatten. Die Bankeinlagen werden in voller Höhe, einschließlich angelaufener Verzinsung erstattet, jedoch nicht mehr als 1,4 Mio. Rubel. Sparguthaben in ausländischer Währung werden in Rubel, zum Kurs der Zentralbank am Tage der Lizenzannullierung ausbezahlt. Die Auszahlung der Guthaben beginnt i.d.R. 14 Tage nach Lizenzentzug und ist ohne wesentliche Bürokratie.

Die Auswirkungen der Lizenzentzüge sind gegenwärtig in der hier gezeigten Grafik noch nicht augenscheinlich. Für eine Komplettabwicklung einer Bank werden drei oder mehr Jahre benötigt, so dass eine rapide Abnahme der offiziell ausgewiesenen Banken wohl erst im Jahre 2019 sichtbar werden wird.

Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Anzahl der Banken in Russland zwischen 400-500 Banken einpegeln wird.

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