Deutschland will Rosinenpolitik mit Russland

Deutschland will Rosinenpolitik mit Russland
 
 
Am Dienstagmorgen überraschten die russischen Medien mit Informationen zu Äußerungen des Leiters des Außenamtes der Bundesrepublik Deutschland Heiko Maas, welche er in einem Interview mit RIA-Novosti getätigt hat.
 
 
Deutschland ist interessiert an zwei Arten von Beziehungen zu Russland:
 
  1. Разумные (Rasumnöje)
  2. Хорошие (Choroschije)
 
Das erste kann man übersetzen mit „Vernünftig“, „Gescheit“, „Intelligent“ aber auch mit „Rationell“.
Das zweite heißt übersetzt einfach nur „gute“
 
Konkret sagte Herr Maas:
 
„Egal was mit Alexej Nawalny passiert ist, ändert dies nichts an der Geographie und damit auch nichts an unserem grundsätzlichen Interesse an guten oder zumindest vernünftigen Beziehungen zu Russland.“
 
Soweit zum ersten Teil seiner Äußerung.
 
Mir persönlich ist nicht ganz klar, wie man ein gutes Verhältnis haben kann, ohne dass diese vernünftig sind. Es kann natürlich auch sein, dass sich das Gesagte von Herrn Maas in deutscher Sprache etwas anders anhört. Ich habe es aus dem Russischen übersetzt, so wie es die Russen verstehen und lesen.
 
Videoeinspielung: Kinoklassiker „Der Revisor“
 
Aber der zweite Satz seiner Äußerungen im Interview bringt dann schon mehr Klarheit: Herr Maas will die Rosinen aus dem Verhältnis zu Russland picken.
 
„Wir sind ein Land, das vom Handel und vom wissenschaftlichen Austausch lebt. Allein aus diesem Grund möchten wir gute Beziehungen zu allen unseren Nachbarn pflegen, die auf klaren Regeln und gegenseitigem Respekt beruhen.“
 
Also Herr Maas will, dass Russland möglichst viel in Deutschland kauft und möglichst billig das Gas nach Deutschland liefert, welches aus den sibirischen Tiefen kommt, damit die deutsche Wirtschaft boomt und es Deutschland gut geht. Im Gegenzug tritt Deutschland mehr oder weniger offen gegen Russland auf und bereitet dem angeblich so wichtigen Partner auf Schritt und Tritt Probleme.
 
Im weiteren Interview teilte Herr Maas mit, dass er sich nicht erinnere, sich mit irgendeinem ausländischen Politiker öfter getroffen zu haben, denn mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.
 
Videoeinspielung: Zitat russischer Außenminister Sergej Lawrow
 
Steht für mich die Frage: Herr Maas, was haben Sie in der Zeit der Treffen mit Sergej Lawrow gemacht? Tee getrunken? Oder versucht, die Russen besser zu verstehen? So, wie Sie sich persönlich in den letzten Wochen verhalten haben, kommen erhebliche Zweifel an der Aufrichtigkeit Ihrer Worte auf.
 
Sie ganz persönlich sind der deutsche Einpeitscher der antirussischen Politik der Bundesrepublik Deutschland – so mein Eindruck. Und Russland sollte endlich das umsetzen, was man bereits vor zwei, drei Wochen gesagt hat: Einstellung aller Gespräche mit den Personen, die aktiv an der Vergiftung des deutsch-russischen Verhältnisses arbeiten.
 
Und sollte es im Ergebnis dazu kommen, dass es keine Gespräche mehr mit der jetzigen, nur noch wenige Monate agierenden, Regierung der Bundesrepublik Deutschland gibt … na dann ist das eben so. Deutschland hat am 22. Juni 1941 einen heißen Krieg begonnen. Man hat vier Jahre nicht miteinander gesprochen. Dann hat Deutschland kapituliert. Deutschland hat im August 2020 den politischen Krieg gegen Russland begonnen. Wie dieser enden wird, wissen wir noch nicht.
 
Videoeinspielung: Interview mit Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten
 
Und weiter führt der deutsche Außenamtsleiter aus:
 
„Die Gesellschaft unserer beiden Länder unterhalten enge Beziehungen, es gibt einen lebhaften Austausch auf der Ebene der Zivilgesellschaft, zwischen Studenten, Gelehrten, Kulturschaffenden und im Bereich der Wirtschaft.“
 
Schaue ich auf diese von Herrn Maas genannte Ebene, dann kommen mir immer wieder Informationen in Erinnerung zu NGO´s, die aus Deutschland finanziert werden und deren Tätigkeit nicht wirklich der Entwicklung der russischen Gesellschaft dienen. Die russische Gesellschaft soll sich so entwickeln, wie es die Russen für richtig halten und nicht so, wie es für Deutschland von Interesse ist. Schüler- und Studentenaustausche haben einen gewissen Beigeschmack und die Kaliningrader erinnern sich noch an gewisse Skandale in Deutschland.
 
Deutschland finanziert die Tätigkeit von Universitäten, in denen dann Tendenzen auftreten, die das russische Gesetz mit „Extremismus“ bezeichnet oder die Kaliningrader Gesellschaft mit „EndRussifizierung“.
 
Videobegleitung: Kinoklassiker „Der unsichtbare Reisende“
 
Ich glaube, Deutschland hat sehr genau zur Kenntnis genommen, dass Russland Deutschland immer noch „anhimmelt“, trotz vieler Dinge, die in der jüngsten Vergangenheit im gegenseitigen Verhältnis passiert sind. Dieses „anhimmeln“, welches ich persönlich in meinem Kaliningrader Leben auch fast täglich feststelle, entbehrt eigentlich jeder vernunftbegabten Grundlage. Aber Deutschland nutzt dieses in seiner Politik aus – glaubt, dass dieses „anhimmeln“ garantiert, dass Russland Deutschland immer hinterherlaufen wird, bettelnd um gute Beziehungen.
 
Ich meine, Russland sollte sich endlich, in allen Lebenslagen bewusst sein, dass es ein souveränes Land ist – so, wie Putin es einmal formuliert hat:
 
Videoeinspielung: Zitat russischer Präsident Putin zur Souveränität
 
Russland sollte Deutschland zeigen, dass Deutschland ein Land ist, ein Land von vielen, mit denen Russland Kontakte pflegt … nicht mehr und nicht weniger.
 
Und was das „anhimmeln“ anbelangt, möchte ich nochmal Putin missbräuchlich zitieren:
 
Videoeinspielung: Zitat russischer Präsident Putin zur Souveränität
 
Tschüss und Poka aus Kaliningrad
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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 13. Oktober 2020 20:02 pm

    Tja Uwe Erichowitsch, auch wenn Sie meinen wohl sehr deutlichen Beitrag zu dieser Personalie, Heiko Maas, nicht veröffentlicht haben, aber es ist so, daß dieser Möchtegern eines Außenministers mit viel von keiner Ahnung in dem von ihm "geleideten" Amt eben die ihm vorgegebene Aufgabe aus Übersee ganz offensichtlich versucht zum Erfolg zu führen - zwischen Deutschland und Rußland einen tiefen Graben zu schaffen - der in der Vorstellungswelt der Transatlantiker - nicht wieder zuzuschütten geht. Vor so einer guten politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen und auch militärischen Zusammenarbeit, wozu letztendlich auch ein gutes Verhältnis zu China gehört, haben die USA eine panische Angst. Dann ist deren Anspruch, daß die USA die auserwählte Nation sei, diese Welt zu beherrschen und zu regieren, nur noch ein Hirngespinst. Und diese US-Elite hat sich so daran gewöhnt, daß sie alles ungestraft auf dieser Welt machen dürfen, auch die größten Verbrechen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 13. Oktober 2020 20:53

      ... ich habe alle Kommentare freigeschaltet, die in den letzten Wochen bei mir eingegangen sind.

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