Die Gerechtigkeit nimmt ihren Lauf. Randalierer zeigen angebliche Reue

Die Gerechtigkeit nimmt ihren Lauf. Randalierer zeigen angebliche Reue
 
Schritt für Schritt veröffentlichen russische Medien die Ergebnisse der Arbeit der russischen Rechtspflegeorgane bei der Aufbereitung der Ereignisse am vergangenen Samstag. Überwachungstechnik scheint bei den Rechtspflegeorganen Mangelware zu sein und die Reue, die die Verhafteten zeigen, hinterlässt er einen zweifelhaften Eindruck.
 
 
Jeden Tag berichten die Medien über neue Festsetzungen von Randalierern. Die bisher veröffentlichte Anzahl von 23 festgesetzten Gesetzesverletzern, lässt die Meinung aufkommen, dass die russischen Rechtspflegeorgane, im Gegensatz zu denen in Deutschland, wohl ziemlich unvollkommen ausgestattet sind. Die Randalierer hatten geschätzte 200.000 Kamerateams dabei, die alle Einzelheiten in dramatischer Vollkommenheit gefilmt haben – allerdings die dramatischen Einzelheiten, die die Polizei in einer möglichst unvorteilhaften Lage zeigen.
 
Und wieviel Kamerateams hatte die Polizei dabei um festzuhalten, wie viele Randalierer die Polizei angegriffen und verletzt haben? Ich habe den Eindruck, als ob es ein Kamerateam war – für ganz Russland.
 
Ich komme zu dieser Schlussfolgerung, weil ich im Internet unter dem Suchbegriff „Demonstration am Samstag in Russland“ so gut wie keine Filme gefunden habe, die die Übergriffe auf die Polizei zeigten. Schade, denn das bringt Russland mal wieder ins mediale Abseits und die westlichen Medien und Organisatoren dieser samstäglichen Provokation können mal wieder die Sektkorken über die gelungene Operation knallen lassen.
 
Lassen Sie uns mal etwas konkreter werden.
 
Am Mittwochmorgen wurden zwei Randalierer durch die Polizei den Ermittlungsbehörden übergeben. Es handelt sich um den 18jährigen Konstantin Lakejew. Nutzer des Sozialnetzwerkes Tik-Tok kennen ihn dort unter dem Pseudonym „Kostja Kiewski“. Er hat über 800.000 Fans und 11 Mio. gefällt sein Heldenvideo. Die Polizei hatte aufmerksam die Filmchen studiert, die die 200.000 Kamerateams der Randalierer gemacht und ins Netz gestellt hatten und dann diesen Mann, gemeinsam mit einigen anderen gefunden – in einem Einfamilienhaus, in Russland bekannt als TikTok-Haus, welches diese Gruppe Randalierer, die noch aus weiteren 12 Personen besteht, als Unterkunft angemietet hatte. Hier hatten alle ihre Aktionen für den Samstag geplant. Und genau diese Gruppe war es auch, die ein Fahrzeug des Sicherheitsdienstes FSB angegriffen, beschädigt und einem Polizisten ein Auge ausgeschlagen hatten.
 
Schauen wir mal, wie die Gruppe ausgehoben wurde:
 
Videoeinspielung: Verhaftung einer TikTok-Gruppe bei Moskau
 
Ich denke mal, dass es allen klar ist, dass der FSB einen Angriff auf einen seiner Mitarbeiter so lange nicht ruhen lässt, bis derjenige gefunden wurde.
 
Kaum dass der TikToker vor dem Vernehmer saß, begann er zu plaudern, bekannte sich schuldig und sagte, er habe ein paar Schneebälle auf das Auto geworden und das Kfz.-Kennzeichen angespuckt. Und er beteuerte, dass er das alles sehr bedauere und er bat alle, aber auch alle, um Entschuldigung für sein Verhalten.
 
Schauen wir mal auf diesen Reuigen:
 
Videoeinspielung: Rädelsführer bittet vor Kamera um Entschuldigung
 
Der Kleinlaut erklärte, dass sich so etwas nie und nimmer wiederholen werde.
 
Klar, dass würde ich auch sagen, wenn ich vor einem Ermittler sitze und meinen A… retten will. Ich denke, dass Russland sicherstellen sollte, dass dieses Versprechen des Randalierers, zumindest für zwei, drei Jahre durch diesen eingehalten werden kann – unter staatlicher Aufsicht. Man könnte ihn zuerst ein wenig in staatlicher Aufsicht nehmen und danach seinen Erziehungsprozess, den die Eltern wohl etwas unvollständig gestaltet haben, in der russischen Armee abschließen. 12 Monate Dienst für das Vaterland haben vielen schon gut getan.
Dann zeigen die russischen Medien noch einen Teilnehmer: Timur Salichow.
 
Foto: Timur Salichow, Randalierer
 
Angenehm auf dieses Foto zu schauen, wie dieser breitschultrige in Handschellen dem Ermittler vorgeführt wird. Beschuldigt wird er des tätlichen Angriffs auf einen Angehörigen der RosGarde. Er beteuerte hoch und heilig, dass er eigentlich gar nicht an den Protesten teilnehmen wollte, sich aber durch die Massen habe einfach mitreißen lassen und so ist es dann auch zu der Schlägerei gekommen.
 
Videoeinspielung: Zweiter Randalierer entschuldigt sich vor laufender Kamera
 
Ich denke, wenn die russischen Sicherheitsorgane alle 300.000 Teilnehmer verhaften könnte, würden alle hoch und heilig versichern, dass sie ja eigentlich nur auf der Straße waren um zu sehen, was die anderen da so machen und dann sind sie mitgerissen worden.
 
Ein Dritter, Jewgeni Jesenow wurde ebenfalls verhaftet. Er hat mit seinem Auto bewusst ein Polizeiauto gerammt. Vielleicht ist ein solches Verhalten für viele meiner westlichen Zuschauer unverständlich. Für mich ist es aber klar. Das Auto dieses „Mutigen“ hat er vermutlich für einen symbolischen Preis irgendwo kurz vor der Schrottpresse gerettet. Und ob da eine Schramme mehr oder weniger dran ist … Aber die russische Polizei ist – Gott sei Dank – schon mit modernsten Fahrzeugen ausgestattet. Der gegenseitig verursachte Schaden steht also in einem denkbar schlechten Verhältnis für den Staat. Es bleibt zu hoffen, dass der Richter sich daran erinnert, dass wir Steuerzahler das Polizeifahrzeug bezahlt haben und wir von diesem Randalierer unser Geld zurückhaben wollen.
 
Foto: Randalierer Jewgeni Jesenow
 
Wie die russischen Ermittlungsbehörden informieren, gibt es 21 weitere, bereits Festgesetzte. Gegen sechs wird noch ermittelt – diese wissen es wohl noch nicht und müssen nun jeden Moment damit rechnen, dass lautstark an den Wohnungstüren geklopft wird.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Der Idiot“
 
Russland wartet nun darauf, dass die Europäische Union, mit Deutschland an der Spitze, vertreten durch den Leiter des Außenamtes Heiko Maas, die sofortige Freilassung der Randalierer fordert, die natürlich völlig zu Unrecht verhaftet worden sind. Es handelt sich um Freiheitskämpfer, um Kämpfer für Demokratie, denen das Recht zusteht, gegen den Gewaltstaat Russland vorzugehen.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „12 Stühle“
 
Damit bin ich aber noch nicht zu Ende mit meinem Bericht. Denn das bisher Geschilderte, liegt in der rechtlichen Verantwortung des russischen Untersuchungskomitees.
 
Wir haben noch ein Innenministerium, welches ebenfalls Ermittlungen führt. Hier konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf eine Gruppe, die in Moskau versucht hat, Straßen und Zufahrtswege zu blockieren. Ähnliche Untersuchungen werden gegen eine Gruppe in St. Petersburg geführt.
 
Der Minister für Wissenschaft und Hochschulausbildung Waleri Falkow hatte zu einem offenen und ehrlichen Dialog mit der Jugend aufgerufen … allerdings schon am 23. Januar, dem Tag der Randalierer und Extremisten, vielleicht sogar Terroristen. Putin nutzte diesen Begriff mit einer Gewissen Vorsicht, als er kommentierte, dass auch die Terroristen Kinder und alte Frauen vor sich herschieben – eben so, wie es am Samstag passiert ist. Heute erklärte der Pressesprecher Putins, dass es keinen Dialog mit dieser Jugend, die an den nichtgenehmigten Demonstrationen teilgenommen hat, geben kann. In seinem Kommentar fiel der Begriff „Pogrom“ und „Angriff auf die Staatsmacht“.
 
Das Innenministerium ermittelt weiterhin gegen viele Teilnehmer der Proteste, wegen Verletzung der Hygiene- und antiepidemischen Vorschriften. Es wurden eine Reihe Teilnehmer identifiziert, die eindeutig als Corona-Virus-Träger bekannt sind und die sich unter die Teilnehmer gemischt hatten. Ähnliche Ermittlungen werden auch in anderen russischen Städten geführt.
 
Kommen wir nun langsam zum Schluss – mit einem Zitat von Dmitri Peskow, dem Pressesprecher Putins, der heute erklärt hat, dass man sein Verhältnis zum Präsidenten Russlands während der Wahlen öffentlich erklären kann, aber nicht durch Randale auf den Straßen.
 
Ach, vielleicht doch noch eine Anmerkung. Dem Kriminellen, vorbestraften Nawalny gelingt es, aus dem Untersuchungsgefängnis heraus Massenunruhen, Randale, Vandalismus innerhalb von nur sechs Tagen zu organisieren und durchzuführen. Geschätzte 300.000, 400.000, also rund 0,3 Prozent der Gesamtbevölkerung, waren auf der Straße um Putin zum Teufel zu wünschen.
 
Wo sind eigentlich die 76 Prozent, die Putin im März 2018 gewählt haben, wo sind diejenigen, die davon überzeugt sind, dass Nawalny ein Vaterlandsverräter ist? Warum organisiert hier niemand Massendemonstrationen, wo zugunsten derjenigen demonstriert wird, die sich durch den, vom Westen gesteuerten Nawalny, täglich demütigen lassen müssen?
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 28. Januar 2021 01:53 pm

    Ist es nicht interessant, daß ausgerechnet der Herr Amtsverwalter des Auswärtigen der besatzungsrechtlichen Selbstverwaltungseinheit BRD mit dem Konfirmantenanzug und dem schlechten Benehmen bei seinem Besuch in Moskau, sich so in die Bresche schmeißt für einen verurteilten russischen Kriminellen, der wegen erneuten Gesetzesverstößen in Rußland verhaftet wurde. Was geht es diesen arroganten Hilfspolitiker eigentlich an? Seinen Amtsbruder für die EU aus Brüssel muß man gleich noch dazu erwähnen. Haben diese zwei Politkasper eigentlich nicht andere Aufgaben, die bis jetzt im Bereich der EU lagen? Ich meine die Inhaftierung von Julian Assange, der wie ein verurteilter Schwerstverbrecher in einem britischen Hochsicherheitstrakt in Einzelhaft gehalten wird. Wäre das nicht eine lohnende Aufgabe für diese beiden, diesem juristischen Trauerspiel einer möglichen Auslieferung ein Ende zu bereiten. Da können die beiden genauso laut tönen und nun aber zu Recht wie beim US-Agenten Nawalny.

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