Dunkle Wolken ziehen auf – Russland vor den Gegensanktionen

Dunkle Wolken ziehen auf – Russland vor den Gegensanktionen
 
Druck erzeugt Gegendruck – eine physikalische Weisheit, die jedem Schüler in der Grundschule beigebracht wird. Und somit werden wohl auch die deutschen, französischen und restlichen europäischen Politiker mit einer Antwort auf ihre Sanktionen gegen Russland, durch Russland, rechnen.  
 
 
Der Botschafter der Russischen Föderation bei der Europäischen Union kommentierte, dass sich die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland auf dem niedrigsten nur denkbaren Niveau befinden. Ihren absolut möglichsten Tiefpunkt haben sie nach Verhängung der EU-Sanktionen gegen Russland im Rahmen der Nawalny-Affäre erreicht.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Kriminelles Talent“
 
Steht die Frage: Wenn dieser absolut mögliche Tiefpunkt schon jetzt erreicht ist, welche Gegenmaßnahmen Russland dann gegen die Europäische Union noch einleiten wird: den Abbruch der diplomatischen Beziehungen?
 
Dies ist meinerseits keine Fest-, sondern eine Fragestellung.
 
Die von der EU verhängten Sanktionen (gegen sechs Personen und eine institutionelle Einrichtung), haben die schlimmsten Erwartungen Russlands bestätigt – so der russische Botschafter.
 
Russland wird Antwortmaßnahmen einleiten. Da die EU personengebundene Sanktionen verhängt hat, wird Russland dies auch tun.
 
Auf der EU-Liste ganz oben steht Alexander Bortnikow, der Direktor des russischen Sicherheitsdienstes FSB.
 
Mal davon abgesehen, dass Herr Bortnikow sowieso nie Privatreisen ins westliche Ausland unternehmen wird und auch dort über keine Aktiva verfügt, da ihm dies per russischer Gesetzgebung nicht gestattet ist, wird er – davon bin ich fest überzeugt – im Bestand russischer Delegationen überall dahin reisen, wohin Präsident Putin dies für nötig hält.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Jemeljan Pugatschow“
 
Die Praxis der letzten Zeit hat gezeigt, dass die gegen bestimmte Personen verhängten Sanktionen stillschweigend aufgehoben worden sind, wenn die russische Seite die Person in den Bestand der offiziellen Regierungsdelegation einbezogen hat. Aufmerksame Beobachter von TV-Berichterstattungen, die sich in den russischen Gesichtern auskennen, werden dies sicherlich bemerkt haben.
 
Meine persönliche Meinung ist, dass die Verhängung eines Einreiseverbotes für den deutschen BND-Chef eine genauso nutzlose Aktion wäre. Es sollte seitens Russlands schon sehr deutlich gemacht werden: Die Anhimmelei hört jetzt endlich auf.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Somit wäre die Ausweisung des exStellvertretenden BND-Chefs aus Russland sicherlich eine aufsehenerregende Maßnahme. Wenn diese Ausweisung parallel begleitet wird durch die Rückrufung des russischen Botschafters aus Deutschland, im Rahmen von Konsultationen, so dürfte dies ein ausreichend starkes russisches Signal sein. Ist die Sowjetunion von 1941 bis 1949 ohne Botschafter in Deutschland ausgekommen, so käme es auf einen neuen Versuch an.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Iwan Wassiljewitsch wechselt den Beruf“
 
Da Frankreich ebenfalls Initiator der neuesten Sanktionen war, würden ähnlich starke Maßnahmen sicherlich zielführend sein.
 
Am Samstag veröffentlichten russische Medien Äußerungen des Leiters des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Herr Maas zeigte sich überzeugt, dass das Projekt „Nordstream-2“ zu Ende gebaut wird.
 
Ich finde diese Überlegungen von Herrn Maas interessant, denn wie Sie, meine lieben Zuschauer und Leser sicherlich in den letzten Tagen bemerkt haben, spricht man in Deutschland schon nicht mehr über die Einstellung des Projektes. Und der lautstärkste Schreier in dieser Angelegenheit, der außenpolitische Sprecher der CDU, Herr Röttgens, ist auch verdächtig leise geworden. Worum geht es also bei den Äußerungen von Herrn Maas? Hat man Angst, dass Russland dieses Projekt mit den unzuverlässlichen EU-Partnern einstellt?
 
Ich weiß es nicht, würde aber, wenn dies so kommt, eine gute Flasche russischen Krim-Weins öffnen und diese mit meinen russischen Gesprächspartnern gerne trinken.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Besonderheiten des nationalen Fischfangs“
 
Übrigens informierte der deutsche Außenamtsleiter Heiko Maas auch darüber, dass man in Deutschland zur Kenntnis genommen hat, dass die USA den Import von Gas aus Russland im vergangenen Jahr verdoppelt haben. Anscheinend haben die USA keine Angst vor einer Russland-Abhängigkeit, aber wollen Europa davor bewahren.
 
Und es gibt noch eine interessante Information in russischen Medien – die USA betreffend.
 
Der Berater des US-Präsidenten für die nationale Sicherheit Robert O'Brien kommentierte, dass die USA kaum noch über Möglichkeiten für die Verhängung von Sanktionen gegen Russland verfügen.
 
Die USA haben bisher Sanktionen gegen 300 Organisationen und sogenannte „Oligarchen“ in Russland verhängt. Weiterhin wurden Sanktionen gegen ausnahmslos alle energiewirtschaftlichen Firmen und Organisationen verhängt.
 
„Wir können nun schon nicht mehr sehr viel im Rahmen von Sanktionen gegen Russland unternehmen. Aber wir suchen nach anderen Mitteln, um unsere Unzufriedenheit mit Russland zum Ausdruck zu bringen. Dies ist allerdings nicht so einfach, bedingt durch den jetzt schon sehr umfassenden Charakter der bestehenden Sanktionen.“
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Wir sitzen gut“
 
Und damit beende ich meinen heutigen Arbeitstag. Ihnen ein schönes Wochenende
 
Tschüss und Poka aus Kaliningrad

 

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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 20. Oktober 2020 20:02 pm

    Da gibt es doch den niedlichen unschuldigen Witz über Maus und Elefant, die über eine Holzbrücke gehen und es ganz schön dröhnt. Sagt doch der Mäuserich zum Elefanten- Hörst Du Elefant, wie wir trampeln? Das muß man sich vorstellen mit diesem saarländischen Mäuserich, der doch gerne ein Washingtoner Pompeo-Elefant sein möchte. Sieht man aber diese Personalie im zu engen Konformanten.Anzug und hört ihn große Töne gegenüber Rußland und dessen führende Politiker spucken, dann fragt man sich doch unwillkürlich, was macht diese Person auf diesem Posten als sogenannter Außenminister, der ganz offensichtlich bildungsresistent ist, denn in drei Jahren hätte er zumindest sich Grundkenntnisse in der Außenpolitik und Diplomatie aneignen müssen. Das hat er aber nicht, deswegen landet er einen Fauxpass nach dem anderen. Zu vermuten ist, daß seine Chefin Merkel ihn die Drecksarbeit machen läßt, damit ihr die Scherben der deutsch-russischen Beziehungen nicht eines Tages um die Ohren gehauen werden.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 20. Oktober 2020 21:02

      ... naja, kurz vor den Wahlen und mit dem Wissen, dass sie nicht mehr als Bundeskanzlerin antritt, wird sie keine Lust haben, irgendwelche Änderungen in der Regierung vorzunehmen ... deshalb kann der Amtsleiter schalten und walten und noch möglichst viel Porzellan zerschlangen - egal in welchem Auftrag er dies tut.

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