Ein Tag vor der Rückkehr eines Vorbestraften in das Vaterland

Ein Tag vor der Rückkehr eines Vorbestraften in das Vaterland
 
Für den 17. Januar 2021 hat der russische Bürger Nawalny seine Rückkehr in sein Vaterland angekündigt. In den Abendstunden wird das Flugzeug auf dem Moskauer Airport Wnukowo, aus Berlin kommend, landen. Es besteht überhaupt kein Zweifel, dass der Bürger Nawalny von seinen Landsleuten erwartet wird.
 
 
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Kriminelles Talent“
 
Das die Abreise des russischen Bürgers Alexej Nawalny in Berlin mit großen Medienaufwand erfolgen wird, dürfte wohl unumstritten sein. Aus der Ferne wird es interessant sein zu beobachten, wie die Verantwortlichen des Berliner Airports die Forderungen zur Corona-Virus-Sicherheit durchsetzen. Und es bleibt zu hoffen, dass Herr Nawalny auch einen aktuellen Corona-Virus-Test durchgeführt hat, denn ohne einen derartigen Test, müsste ihm die Einreise nach Russland verweigert werden.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Kriminelles Talent“
 
Und natürlich wird der exPatient der Berliner Charitè die Möglichkeit nutzen, um sich nochmals der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Vielleicht teilt er auch der Weltöffentlichkeit mit, warum er in das Land derer zurückkehrt, die versucht haben, ihn zu ermorden. Patriot hin, Patriot her … diese Reise nach Russland kommt einem Selbstmord gleich – wenn man sich auf die Argumentationsposition von Nawalny und seiner deutschen Gastgeber stellt.
 
Anscheinend gehen sowohl die deutschen, wie auch die russischen Behörden davon aus, dass Herr Nawalny wirklich nach Russland zurückkehren wird.
 
Wenige Stunden vor der angekündigten Ausreise Nawalnys nach Russland, veröffentlichen russische Medien Informationen unter Bezugnahme auf deutsche Quellen im Justizministerium sowie Veröffentlichungen der „Deutschen Welle“.
 
Grafik: „Kommersant“ - Klicken Sie auf den Link um zu Originalbeitrag zu gelangen
 
Mitgeteilt wird, dass Deutschland auf vier Fragen, die Russland im August und September des Vorjahres gestellt hatte, geantwortet habe. Übergeben wurden u.a. Protokolle der Befragung Nawalnys durch deutsche Rechtspflegeorgane. Unklar ist, was noch übergeben wurde … man sprach in der deutschen Meldung, dass
 
„… das übergeben wurde, was zum gegenwärtigen Zeitpunkt, unter Beachtung der Europäischen Vereinbarung über Rechtshilfe und den Rechtsnormen der BRD, möglich ist“.
 
Es kommt einer Verhöhnung Russlands gleich, dass man, wenige Stunden vor dem Eintreffen Nawalnys, der russischen Seite Antworten auf Fragen liefert, die die russischen Rechtspflegeorgane in wenigen Stunden selber und direkt von Nawalny erhalten werden.
 
Über vier Monate hat man in Deutschland gebraucht, um auf vier Fragen aus Russland zu antworten.
 
Wiederum fordert Deutschland die Aufnahme von Untersuchungen im Falle von Nawalny:
 
„Das Justizministerium geht davon aus, dass die Regierung der Russischen Föderation nun unverzüglich die notwendigen Schritte für die Untersuchung des Verbrechens, begangen an Herrn Nawalny, einleiten werde. Dieses Verbrechen muss von russischer Seite untersucht werden“.
 
Der Vertreter des deutschen Justizministeriums erklärte, dass Russland über alle Ausgangsdaten verfüge, die man benötige, um Ermittlungen zu beginnen, so u.a. Blutproben und Bekleidung.
 
Eine weitere Verhöhnung Russlands durch Deutschland, denn Russland verfügt über Blutproben und Bekleidung Nawalnys, welche eben keine Anzeichen einer Vergiftung aufweisen. Es gibt keinerlei Meldungen, dass die in Deutschland vorhandenen Blutproben Nawalnys und deren Analysen an Russland übergeben wurden. 
 
Deutschland setzt somit seinen Konfrontationskurs gegen Russland fort. Die zwischenstaatlichen Beziehungen werden, vermutlich auch im Rahmen der Berichterstattung deutscher Medien und möglicher Äußerungen deutscher Politiker in den kommenden Tagen, sich dem absoluten Tiefpunkt nähern. Es bleibt zu hoffen, dass die russischen Verantwortlichen kühlen Kopf bewahren.
 
Videoeinspielung: Zitat russischer Präsident Wladimir Putin
 
Die Verantwortlichen auf dem Airport Wnukowo haben bereits informiert, dass man keinerlei Journalisten für eine Berichterstattung oder für Filmaufnahmen auf das Gelände des Airports lassen werde. Man werde mit einem eigenen Kamerateam die Ankunft des Flugzeuges aus Berlin filmen und diese Aufnahmen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.
 
Sollten sich doch Personen ansammeln, so betrachte man dies als Verletzung der allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen im Rahmen des Schutzes vor dem Corona-Virus und werde entsprechend handeln – so der Airport.
 
Die Warnung betrifft aber nicht nur mögliche Journalisten, sondern eher mögliche Anhänger des Heimkehrers. Diese haben bereits eine eigene Facebook-Gruppe gegründet und ihre 147 Mio. russischen Landsleute aufgerufen, ihren Ljoscha in der Heimat willkommen zu heißen.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Kriminelles Talent“
 
Aber auch die russische Staatsanwaltschaft hat sich zu Wort gemeldet und davor gewarnt, illegale, nicht genehmigte Aktionen, am Airport durchzuführen. Die Staatsanwaltschaft wies auf die russische Gesetzgebung und die Folgen hin, die es haben wird, wenn Gesetze verletzt werden. Irgendwelche Massenansammlungen sind weder durch die Stadtverwaltung, noch durch den Airport oder andere Behörden genehmigt worden und wären somit ungesetzlich – so die Staatsanwaltschaft.
 
Die Moskauer Staatsanwaltschaft informierte, dass man 15 Personen schriftliche Warnungen habe zukommen lassen, in denen auf die Folgen ungesetzlichen Verhaltens hingewiesen wurde. Die von diesen Personen erfolgten Aufrufe zu öffentlichen Versammlungen erfüllen den Status nicht genehmigter Aktionen.
 
Russische Medien informieren, dass durch ein Gericht die Festsetzung des Videooperators des „Fonds für den Kampf gegen die Korruption“ angeordnet worden ist. Er wird des Aufrufs zu Extremismus beschuldigt. Auf richterlichen Beschluss verbleibt er bis zum 28. Februar in Sicherungsverwahrung.
 
Festgesetzt wurde der Kameramann am 15. Januar nach einer erfolgten Hausdurchsuchung. Mitglieder oppositioneller Gruppen informierten, dass der Videooperator in einem Sozialnetzwerk mit starken Worten die Rechtspflegeorgane angegriffen habe. Die von ihm dort getätigten Äußerungen stehen nicht im Zusammenhang mit der Rückkehr von Nawalny.
 
Russische Juristen gehen davon aus, dass Nawalny unmittelbar nach Verlassen des Flugzeuges auf der Trappe durch Beamte der Strafvollzugsbehörde festgenommen wird. Er hatte die Bewährungsauflagen im Ergebnis eines Strafprozesses verletzt. Angeklagt war er des Diebstahls von 26,8 Mio. Rubel bei der Firma Yves Roche sowie weiterer 4,5 Mio. Rubel bei einer anderen Firma. Sein mitangeklagter Bruder erhielt 3,5 Jahre realen Strafvollzug. Für Alexej Nawalny wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Er hatte gegen die Bewährungsauflagen zur regelmäßigen Vorstellung bei den Strafvollzugsbehörden verstoßen.
 
Allerdings ist noch nicht ganz klar, wer denn Nawalny verhaften wird, denn auch das russische Untersuchungskomitee wird wohl auf dem Airport anwesend sein. Gegen Nawalny laufen weitere Ermittlungen im Rahmen der Veruntreuung von Spendengeldern in besonders großem Umfang. Er soll diese für private Zwecke verwendet haben.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Tote Seelen“
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Kommentare ( 1 )

  • Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 17. Januar 2021 01:35 pm

    Die bundesdeutschen Behörden sind ganz besonders traurig darüber, daß sie den russischen Ermittlungsorganen die eigentlich wichtigen Erkenntnisse und medizinischen Untersuchungsergebnisse nicht zukommen lassen können, weil diese eben private medizinische Ergebnisse wären und nur mit ausdrücklicher Zustimmung entsprechend des deutschen Datenschutzgesetzes durch den Betroffenen weiter gegeben werden dürfen. Dieser Betroffene, der zweiprozentige Oppositionsführer A. Nawalny, hat diese Zustimmung verweigert. Warum wohl? Er will doch ganz bestimmt wissen, mit welchem wirklichen Kampfstoff er wann und wo, wenn überhaupt, kontaminiert wurde.
    Oder weiß er bereits, wann, wo, womit und durch wen in derart geringer Konzentration seine angeblich viel stärkere "Vergiftung" erfolgt sei.
    Es wird keine Jahrzehnte dauern bis die unrühmliche Rolle der Noch - Bu-Ka Merkel mit den reichlich gesammelten Ehrendoktorwürden in den Causen Timoschenko und auch Nawalny an das Tageslicht kommen.

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