Meine Hütte, meine Festung – „Zone 39“ in Russland – Teil 3

Meine Hütte, meine Festung – „Zone 39“ in Russland – Teil 3

 

Deutsche Aktivisten schlagen vor, im Kaliningrader Gebiet Siedlungen für die Deutschen zu errichten, die mit ihrem Vaterland Deutschland, mit der deutschen Regierung und überhaupt mit den Verhältnissen in Deutschland unzufrieden sind. Warum diese Ansiedlung ausgerechnet im exdeutschen Gebiet Königsberg erfolgen soll, bleibt der Phantasie der Interessierten überlassen. Manchmal aber geben öffentlich zugängliche Quellen weitere Informationen, um sich ein reales Bild zu machen.

 

 

Interessant ist, analysiert man alle möglichen Vorgänge und Personen rings um das Thema, dass alle bestreiten Revanchisten oder Reichsbürger zu sein. Alle sind nur daran interessiert, dass es den Deutschen gut geht – wenn schon nicht in Deutschland, dann doch zumindest im Königsberger Gebiet.

Obwohl Herr Andreas Funke, welcher für Deutsche eine neue Siedlung an der Ostseeküste schaffen will, eine klügere Wortwahl hat, als z.B. das „Deutsche Friedenswerk“ unter den Führern Tischer und Bachmann, ist das Ziel ein und dasselbe. Und wenn man ein wenig in die Tiefen der Firma „Etno-Dorf“ schaut, dessen Teilgesellschafter Herr Andreas Funke ist, so wird man feststellen, dass es keine großen Unterschiede zwischen beiden deutschen Siedlergruppen gibt.

Schauen wir uns, wie schon im Teil 1 und 2 unserer Information, das Interview an, welches Herr Conrad mit Herrn Funke führte. Dort teilt uns Herr Funke mit, dass er nicht alleine ist:

►Videoeinspielung 24:39-24:55 (Video03-01)

Und nun werfen wir einen Blick in öffentlich zugängliche Informationsquellen, und finden unter der Firma Etno-Dorf, dass diese am 02.10.2018 als GmbH mit vereinfachter Steuerveranlagung und einem Stammkapital von 10.000 Rubel, als rund 140 Euro gegründet wurde. Sie hat die Steuernummer 3906373078, einen Mitarbeiter, einen Generaldirektor mit Namen Andreas Funke und insgesamt vier Gesellschafter.

 

Screen der Datenbank „Für ein ehrliches Business“ (Screen 03-01)
 
Dann schauen wir uns im nächsten Schritt an, wer denn diese vier Gesellschafter sind. Wir finden Andreas Funke mit 48 Prozent, zwei russische Bürger mit je 16 Prozent und eine „Königsberg-Consulting GmbH“ mit 20 Prozent.
 
Und was ist das für eine Firma „Königsberg-Consulting“?
 
Die Historie der Firma „Königsberg-Consulting“ zeigt, dass diese bereits am 11.03.2012 gegründet wurde. Vermutlich ist es eine sogenannte Konservenfirma, die auf Vorrat angelegt wurde, um sie zu einem günstigen Zeitpunkt verkaufen zu können. Seit 25.09.2017 ist alleiniger Gesellschafter dieser GmbH mit vereinfachter Steuerveranlagung und einem Stammkapital von 10.000 Rubel Herr Andreas Funke. Er hat also diese Firma zuerst gekauft und erst ein Jahr später die Firma „Etna-Dorf“ gegründet. Als Generaldirektorin fungiert eine russische Bürgerin. Somit ist klar, dass Herr Andreas Funke zu 68 Prozent Inhaber der Firma Etna-Dorf ist.

 

Screen der Datenbank „Für ein ehrliches Business“ (Screen 03-02)
 
Ich persönlich würde keine Königsberger Firma kaufen oder gründen, denn mit der Bezeichnung meiner Firma bringe ich auch irgendeine Philosophie, eine Denkweise, eine Unternehmenspolitik zum Ausdruck. Herr Funke will also, so interpretiere ich seine Firmenbezeichnung, Consultingleistungen in Königsberg anbieten und nicht in Kaliningrad. Und damit dies nicht so auffällt, wurde noch eine Firma mit dem unverfänglichen und umweltschonenden Namen „Etna-Dorf“ gegründet.
 
Herr Funke informiert, dass er mit Deutschen gesprochen hat, die würden gerne wieder nach Hause kommen.
 
►Videoeinspielung 10:10-10:25 (Video03-02)
 
An sich eine völlig neutrale Formulierung, wenn man unkritisch und großzügig ist. Aber ich bin nicht unkritisch und nicht großzügig. Kaliningrad ist nicht mehr das zu Hause von Deutschen. Das Haus hat man 1945 verloren und kann jetzt höchstens nach Kaliningrad zurückkehren und nicht nach Hause. Man kann sich aber in Kaliningrad niederlassen und wohlfühlen, eben so, wie man sich zu Hause wohlfühlt.
 
►Videoeinspielung 30.00-30:08 (Video03-03)
 
An einer anderen Stelle des Interviews kann man dann feststellen, wie unterschiedlich doch die Wahrnehmungen der Deutschen im Kaliningrader Gebiet sind. Touristen berichten darüber, dass sie erstaunt sind, wie wenig Deutsch gesprochen wird und das man sprachliche Probleme hatte, begonnen bei den offiziellen Ausschilderungen, bis hin zur Speisekarte im Restaurant. Herr Funke dagegen hat festgestellt, dass es viele Russen sind, die „… doch recht gut Deutsch sprechen“.
 
►Videoeinspielung 13:22-13:40 (Video03-04)
 
… ups, was ist denn das für ein Satz nach dem Komma: „… die verstehen uns besser, als uns das manchmal lieb ist“?
 
Als der ewige germanische Krümelsucher frage ich natürlich gleich, was denn die Russen nicht verstehen sollen? Vielleicht den Satz von Jo Conrad, der gemeinsam mit Andreas Funke sogar in Moskau war, um dort mit hochgestellten Persönlichkeiten zu sprechen?
 
►Videoeinspielung 30:15-30:32 (Video03-05)
 
Ich finde das aber eine durchaus angenehme Äußerung.
 
Oder sollen die Russen nicht den Diplomaten-Kommentar von Herrn Conrad lesen und verstehen, den dieser unter dem YouTube-Video geschrieben hat:
 
 
Screen02-02: YouTube-Kommentar von Jo Conrad
 
Da ist der Hinweis von Herrn Funke schon wesentlich diplomatischer:
 
►Videoeinspielung 31:45-32:15 (Video03-06)
 
Und fast zum Schluss des Interviews gibt mir aber Herr Funke doch noch Stoff zum Nachdenken:
 
►Videoeinspielung 32:30-32:41 (Video03-07)
 
Würde mich brennend interessieren, mit welchen Russen Herr Funke verkehrt, die ihm das Eigentum der Russischen Föderation anbieten. Ob Herr Funke auch über diese Gesprächspartner den russischen FSB unterrichtet?
 
►Videoeinspielung: 14:20-14:30 (Video03-08)
 
Ich habe ausreichend Zeit, über viele Dinge nachzudenken, die sich in Kaliningrad abspielen. Und ich werde mir auch ausreichend Zeit nehmen, um mich davon zu überzeugen, dass „Etno-Dorf“ unter Führung von Andreas Funke vielleicht doch bessere Ziele verfolgt, als ich gegenwärtig denke. Gerne kann mir Herr Funke oder andere dabei helfen. Beiträge und Informationen werden ungekürzt und unzensiert veröffentlicht – sofern keine gesetzlichen Festlegungen Russlands und Deutschlands verletzt werden.
 
 

 

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