Mäuse und Maulwürfe – Ukraine bekennt sich schuldig. Und Deutschland?

Mäuse und Maulwürfe – Ukraine bekennt sich schuldig. Und Deutschland?
 
Vor einigen Wochen, unmittelbar vor den Wahlen in Belarus, gab es einen internationalen Skandal. 33 russische Staatsbürger, angeblich Angehörige der „Wagner“-Organisation, wurden in Belarus verhaftet – angeblich, weil Russland eine Einmischung in die Präsidentenwahlen in Belarus plante.
 
 
Es brauchte einige Tage, damit der belarussische Präsident, der die Verhaftung der Russen selber angeordnet und den Fakt an die große öffentliche politische Glocke gehängt hat, verstand, dass er wohl irgendjemandem ganz gewaltig auf den Leim gegangen ist.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Schon bald tauchten erste Vermutungen auf. Genannt wurde die Ukraine. Der Verdacht tauchte wohl deshalb auf, weil die Ukraine die Auslieferung der Russen forderte, weil diese, nach Angaben der Ukraine, im Donbass gegen ukrainische Regierungstruppen gekämpft hatten. Die Ukraine wollte wohl in öffentlichen Prozessen zeigen, wie man mit derartigen Kämpfern verfährt oder, als zweite Variante, wollte diese Russen für einen Gefangenenaustausch nutzen.
 
Die Auslieferung wurde von Belarus verweigert, die Russen kehrten nach Russland zurück, die Lage zwischen Belarus und Russland beruhigte sich wieder, die Lage in Belarus beruhigte sich nicht.
 
Ich lese sehr viele russische Medien, habe aber nirgendwo gelesen, dass von offizieller russischer Seite die Ukraine beschuldigt wurde, diese Operation vorbereitet und durchgeführt zu haben. In Russland hat man anscheinend ein etwas anderes Verständnis zur Klärung von Problemen, als dies in den westlichen Demokratien herrscht, wo schnell Verdächtigungen und Anschuldigungen ausgesprochen werden, ohne das Beweise vorliegen.
 
Am heutigen Sonntag veröffentlichte das föderale Informationsportal „Lenta.ru“ einen interessanten Beitrag. In diesem Beitrag wird ein hochgestellter Mitarbeiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes zitiert, der die Karten auf den Tisch legt.
 
Videoscreen: Artikel „Lenta.ru“:
 
Er legte aber die Karten nicht auf den Tisch, weil er Reuegefühle hatte, im Zusammenhang mit der Sonderoperation seines Dienstes gegen Belarus und Russland. Vermutlich ist er verbittert, weil letztendlich sein Dienst eine schwere Niederlage erlitten hat und bisher wohl keine Chance besteht, die wirklich Schuldigen zu bestrafen.
 
Er vermutet einen hochgestellten, sehr hochgestellten Verräter im unmittelbaren Umfeld des ukrainischen Präsidenten, der alle Einzelheiten dieser streng geheimen Operation wohl an die Russen verraten hat. Man war anscheinend – so lese ich zumindest aus den Zeilen heraus – in Russland sehr zeitig informiert, was der ukrainische Geheimdienst plante. Warum Russland diese Operation nicht verhinderte, sondern den Skandal richtig hochkochen ließ, scheint wohl eine der Arbeitsmethoden der russischen Dienste zu sein, die sich für die Wahrung der Interessen und der Sicherheit der Heimat verantwortlich fühlen.
 
Der Leiter der Operation im ukrainischen Sicherheitsdienst, erzählte nun die Details, nannte sieben Namen hochgestellter ukrainischer präsidialer Mitarbeiter, die von der Operation Kenntnis hatten und einer davon soll wohl die „Maus“ sein …
 
Sie, meine lieben Zuschauer und Leser kennen ja die deutsche Redewendung: „Da möchte man Mäuschen spielen.“
 
Videoeinspielung: Videoarchiv Kaliningrad-Domizil
 
Seinen ganzen Frust lud der Leiter der ukrainischen Operation im Rahmen einer Sendung des ukrainischen Fernsehens ab.
 
Der Gedanke für diese Operation tauchte zuerst im Generalstab der ukrainischen Armee auf und mit der praktischen Umsetzung wurde eine Sonderabteilung im ukrainischen Geheimdienst beauftragt. Die Niederlage war so groß, dass fast alle Mitarbeiter aus dieser Sonderabteilung aus dem Dienst entlassen worden sind – klagte der Leiter der Abteilung, dem man den Namen „Bogdan“ gegeben hat.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Unsichtbarer Reisender“
 
„Bei uns in der Führung des Staates sitzt eine Maus auf allerhöchster Ebene. Es ist eine so gewaltige Maus, dass diese die Möglichkeit hat, irgendwohin zu telefonieren und alles zu erzählen. Das ist nicht das Niveau einer Putzfrau, einer Sekretärin oder eines Fensterputzers. Es handelt sich um eine Ebene, der man „dort“ bereit ist zuzuhören und die dann das machen, was man dann auch gemacht hat. Es handelt sich um die Ebene „Präsident“ – verstehen Sie?“ – so „Bogdan“, der exLeiter der exAbteilung für Provokationen in Belarus.
 
Die Mitarbeiter der Abteilung des ukrainischen Geheimdienstes wurden aber nicht nur entlassen. Gegen alle wurde ein Strafverfahren eröffnet. Tja, so ist er, der Staat, der ukrainische Staat.
 
Der ukrainische Präsident hatte zu einem früheren Zeitpunkt schon geäußerte Verdächtigungen gegen seine Führungsebene als „Blödsinn“ bezeichnet.
 
Blödsinn oder nicht Blödsinn. Fakt ist, dass anscheinend – wenn ich es denn richtig verstanden habe – einer der russischen Sicherheitsdienste seine Hausaufgaben mit der Note „5“, der Bestnote in Russland, erfüllt hat.
 
Und ich stelle mir nun vor, dass es nicht nur Mäuse in der Ukraine, sondern Maulwürfe in Deutschland gibt.
 
Ich stelle mir vor, dass Russland in der Angelegenheit „Nawalny“ ähnlich vorgeht: Man lässt die Angelegenheit richtig hochkochen, alle Ratten sollen aus ihren Löchern kommen und ihr antirussisches Gesicht zeigen, damit endlich klar wird, mit wem man zukünftig noch sprechen kann und mit wem nicht. Und irgendwann werden dann irgendwo und irgendwie die Nawalny-Karten auf den Tisch gepackt.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Besonderheiten der nationalen Jagd“
 
Ich persönlich bin überzeugt: Stirlitz lebt und es wird bestimmt einen 18. Augenblick im Berliner Frühling geben, ganz bestimmt.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „17 Augenblicke des Frühlings“
 
Tschüss und Poka aus Kaliningrad.
Reklame

Kommentare ( 0 )

Um zu kommentieren, müssen Sie sich registrieren oder einloggen.

Autorisierung