Nawalny und seine amerikanischen Freunde

Nawalny und seine amerikanischen Freunde
 
Nawalny stirbt mal wieder. Alle Medien, sowohl ausländische, wie auch russische Medien berichten darüber. Diesmal stirbt er nicht an Nowitschok, sondern es ist eine Art Selbstmord. Er hat beschlossen zu verhungern.
 
 
Der Grund, weshalb er hungert ist, dass sich der russische Staat wohl augenscheinlich nicht mehr von denen erpressen lassen will, die die friedliche Entwicklung der russischen Gesellschaft behindern wollen. Andere, radikalere Blogger, würden vielleicht formulieren: Russland setzt den Feinden der Gesellschaft Grenzen. Nawalny fordert seinen Hausarzt im Gefängnis. Russland ist bereit, ihm die Rechte zukommen zu lassen, wie sie allen Straftätern im Strafvollzug zustehen und das ist eben kein Hausarzt, sondern das medizinische System der Strafvollzugsanstalt. Dieses medizinische System will der Strafgefangene Nawalny nicht nutzen und hat beschlossen, lieber zu verhungern.
 
Gut, Herr Nawalny ist Vertreter der Menschenrechte in Russland und es ist sein gutes menschliches Recht zu entscheiden, dass er verhungern will. Russland, das Land seines Vaters, was nicht bedeutet, dass Russland auch das Vaterland von Nawalny ist, könnte ihm noch einen Psychiater vorschlagen, der ihn auf seinem letzten Weg begleitet und ihn vielleicht doch noch in letzter Sekunde überreden kann, Brot und Speck zu essen. Aber es gibt noch bessere Vorschläge.
 
 
Ruslan Balbek, Abgeordneter der russischen Staatsduma, hat die Nawalny-Erklärung der USA vom Wochenende kommentiert. In dieser Erklärung haben die USA mit Konsequenzen für Russland gedroht, wenn Nawalny in einem russischen Gefängnis sterben sollte. Dabei spielt es für die USA anscheinend gar keine Rolle, dass Nawalny ja selber sterben will, er begeht Selbstmord – was will man da machen?
 
Man könnte natürlich Nawalny zwangsernähren, aber damit würde Russland vermutlich wieder gegen Menschenrechte verstoßen, denn das Recht des Menschen besteht doch darin, dass er festlegt, was er will und was er nicht will. Und vielleicht will Herr Nawalny nicht zwangsernährt werden? Man sieht, es ist alles nicht so einfach.
 
Aber kehren wir zu den interessanten Überlegungen von Ruslan Balbek zurück. Der meinte nämlich, dass die Erklärung des Gehilfen des amerikanischen Präsidenten für Fragen der nationalen Sicherheit
Jake Sullivan sich anhört wie eine „Fahrkarte ins Jenseits.“
 
Der russische Abgeordnete meinte, dass sich die Erklärung Sullivans – hörbar in der ganzen Welt – anhört, als ob man sich schon von Nawalny verabschiedet habe. Die USA haben ihm schon eine Fahrkarte ins Jenseits gekauft und Russland muss den Fahrschein nur noch abknipsen … also entwerten.
 
Die Amerikaner zeigen damit eigentlich, dass sie Nawalny nicht mehr brauchen … danke, dass wir dich ein paar Jahre nutzen konnten, aber jetzt bist du unnütz geworden. Spiele deine Rolle zu Ende und dann gute Reise …
 
Vielleicht sollte man Nawalny ermöglichen, regelmäßig die Medien seiner Wahl zu lesen, damit er sich selber, falls er dazu noch in der Lage ist, ein Bild machen kann, wie die USA ihn, ihren Mitarbeiter, ihren Interessenvertreter in Russland, bereits auf die letzte Reise geschickt haben. Und vielleicht wächst dann doch die Erkenntnis, dass hier irgendetwas nicht so läuft, wie man es ihm im Jahre 2010, während seines Schulungsaufenthaltes in den USA, versprochen hatte.
 
Aber vielleicht hat man ihm auch während seines Deutschlandaufenthaltes, im Sommer 2020, noch irgendetwas versprochen, um ihn für die letzte Reise ins Jenseits zu motivieren. Einmal ist er ja schon in allerletzter Sekunde vor dem Nowitschok-Tod gerettet worden und jetzt, so hofft Nawalny vielleicht, wird man ihn in letzter Sekunde vor dem Hunger-Tod bewahren.
 
Und … machen wir uns nichts vor … wir wollen alle leben. Natürlich will auch Nawalny leben. Und in letzter Sekunde entscheidet er sich, dass schon erwähnte Stück Brot mit Speck zu essen und beginnt sogar, mit den zuständigen, ihn begleitenden Psychologen, zu schwatzen. Und vielleicht erzählt er einige Dinge aus seinem Leben, insbesondere seinem Leben der letzten zehn Jahre. Der Rest der Welt wird sich ganz bestimmt brennend für die Dinge interessieren, die er zu erzählen hat – in Dankbarkeit, dass Russland ihm geholfen hat, seinen Selbstmord nicht zu vollenden.   
 
Am Montag wurde bekannt, dass man den selbstmordgefährdeten Nawalny in das Gebietskrankenhaus verlegt hat. Hier gibt es eine spezielle Abteilung für Patienten im Strafvollzug. Die medizinische Einrichtung selber befindet sich auf dem Gelände der Strafvollzugsanstalt IK-3 und verfügt über alle notwendigen Einrichtungen für eine fortlaufende Beobachtung von Patienten. Vertreter des Nawalny-Fonds kommentierten, dass es sich bei dieser Einrichtung um eine Foltereinrichtung handele.
 
Informiert wird, dass es dem Patienten zufriedenstellend geht. Die Ärzte begannen, mit dem Einverständnis von Nawalny, eine Vitamintherapie. Durch einen Therapeuten der Strafvollzugsanstalt wird der Patient täglich untersucht.
 
Persönlich bin ich einerseits zufrieden, dass der russische Staat sich um den Patienten kümmert. Eigentlich ist es auch nichts Besonderes, denn jeder Patient, der russischer Staatsbürger ist, hat Anspruch auf kostenlose medizinische Betreuung.
 
Nicht zufrieden bin ich mit dem Umstand, dass sich der Patient Nawalny selber in einen gesundheitlichen Zustand gebracht hat, der zusätzliche Kosten verursacht. Und ich bezahle aus meinen Beiträgen zur Krankenversicherung und mit meinen Steuern die Behandlung des Nawalny. Mir scheint, hier sollte der Gesetzgeber bestehende Gesetze nachbessern, dass, wenn sich ein russischer Staatsbürger selbstverschuldet in einen Gesundheitszustand bringt, der zusätzliche Kosten verursacht, er auch diese Kosten zu tragen hat. Ich denke hier nicht nur an den selbstmordgefährdeten Alexej Nawalny, sondern auch an die, die rauschgift- oder alkoholabhängig sind.
 
Eine interessante Information veröffentlichten russische Medien schon am Sonntagabend. Am Montag wurden weitere Einzelheiten bekannt.
 
Anscheinend gab es irgendein Datenleck und es wurden sämtliche Daten von Nawalny-Anhängern bekannt. Gestohlen wurden die Angaben aus der Internetseite „Freiheit für Nawalny“.
 
Der Direktor des Nawalny-Fonds „Fond für die Bekämpfung der Korruption“ Iwan Schdanow versuchte sofort zu beruhigen, in dem er informierte, dass es eine derartige Datenbank nicht gäbe. Man habe nur die email-Adressen registriert. Es gäbe weder Namen, noch sonst irgendwelche Personalangaben.
 
Daraufhin erhielten russische Medien Auszüge aus der Datenbank, die bestätigen sollen, dass der Nawalny-Fond sehr wohl Personenangaben der Nawalny-Anhänger speichert. Der Absender der Information teilte mit, dass man alle Personalangaben aus dieser Datenbank auch Arbeitgebern übermitteln kann.
 
Dann ruderte man im zentralen Nawalny-Stab zurück und beschuldigte „Ratten“ und „Insider“ des Verrats. Namen nannte man jedoch nicht.
 
Das nun einige Tausend Nawalny-Sympathisanten sich in ihrer Haut äußerst unwohl fühlen, immer in Erwartung, dass der Arbeitgeber sich mit ihren Aktivitäten, insbesondere wenn diese ungesetzlich sind, nicht einverstanden erklärt und dies arbeitsrechtliche Konsequenzen hat, ist das Eine. Viel wichtiger aber ist für mich die Klärung der Frage, warum die Nawalny-Stiftung, eine Stiftung in Erwartung des richterlichen Beschlusses, sie zur Extremistenorganisation zu erklären und zu verbieten, Personalangaben ihrer Anhänger sammelt.
 
Wozu braucht man alle diese Personalangaben?
Wohin gehen alle diese Personalangaben?
Wer wird diese Angaben gebrauchen und missbrauchen?
 
Treibt man die Überlegungen auf die Spitze, so handelt es sich bei dieser Sammlung von Personalangaben russischer Staatsbürger, um die Brutstätte einer Anti-Verfassungs-Organisation, um ein Mitgliederverzeichnis für eine zukünftige Organisation zum Sturz der verfassungsmäßigen Ordnung in Russland.
 
Russland beginnt aufzuräumen im Land. Es hat sich viel Staub, ja sogar regelrechter Schmutz angesammelt. In den letzten 30 Jahren, wo man ständig mit dem Westen und um den Westen hofiert hat, hat man wohl nicht bemerkt, dass der Westen jede Menge Dreck in das Haus Russland getragen hat. In Russland ist es üblich, bei Betreten der Wohnung die Schuhe auszuziehen. Wessis machen dies nicht und Russland hat die Besucher gewähren lassen – aus falscher Rücksichtnahme auf die westliche Kultur. Und da ist wohl viel Dreck unter dem Absatz mit ins Land gekommen und auch liegen geblieben.
 
Hoffen wir, dass Russland beim Aufräumen und Staubwischen alle Regeln der russischen Demokratie und russischen Gesetzlichkeit beachtet. Regeln westlicher Demokratien oder westlicher Gesetze brauchen wir nicht mehr. Besinnen wir uns darauf, dass Russland das größte Land der Erde ist und im Lande 146 Mio. Patrioten leben … abzüglich einiger Verräter und Provokateure.
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