Niemand hat die Absicht das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad zu schließen

Niemand hat die Absicht das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad zu schließen
 
Niemand hat die Absicht das deutsche Generalkonsulat in Kaliningrad zu schließen, aber die Forderung des deutschen Volkes ist eindeutig: Königsberg ist Deutsch. Und in Deutschland braucht Deutschland keine diplomatische Vertretung.
 
 
 
Videoeinspielung: Deutsches Generalkonsulat in Kaliningrad
 
Jeden Monat schalte ich auf meinem Informationsportal „http://kaliningrad-domizil.ru“ eine Umfrage. Die Fragen und Themen sind so kunterbunt wie das Leben selbst. Aber immer haben die Fragen irgendetwas mit Kaliningrad und Russland zu tun.
 
Am ersten Oktober hatte ich wieder eine obligatorische Umfrage geschaltet und bis 31. Oktober kann man noch daran teilnehmen.
 
Videoeinspielung: Deutsches Generalkonsulat in den Abendstunden des 3. Oktober 2020
 
Gefragt wurde:  
 
„Wie viele Diplomaten sind im deutschen Generalkonsulat Kaliningrad tätig?“
 
Als Antwortvarianten hatte ich vorgegeben:
 
  • 3 Diplomaten
  • 9 Diplomaten
  • 20 Diplomaten
  • Ein Honorarkonsul
 
Und als letzte Antwortmöglichkeit, um auch die Interessen der Mitglieder der Facebook-Gruppe „Ostpreußen“ und anderer derartiger Nostalgiegruppen zu berücksichtigen, hatte ich angeboten:
 
  • Keine. Königsberg ist Deutsch.
 
Natürlich, ich gebe es zu, war dies eine provokative Antwortvorgabe. Nichts desto trotz, habe ich auch diese Variante vorgegeben, genau wissend, wie viele Deutsch-Nostalgiker mein Portal mit inbrünstigem Hass jeden Monat lesen – immerhin berichte ich mit Optimismus über die Entwicklung der Stadt Kaliningrad – einer Tatsache, die die Königberg-Nostalgiker gar nicht gerne hören.
 
Anscheinend haben nun diese deutschen Nostalgiegruppen mobil gemacht, zumindest teilmobil. Denn alle mir bekannten einschlägigen Ostpreußen-Gruppen umfassen einige Tausend Mitglieder. An der Umfrage haben aber nur ein paar hundert teilgenommen.
 
Screen: Umfrageergebnisse Monat Oktober
 
Die Umfrageergebnisse in diesem Monat sind so klar wie niemals zuvor in der rund achtjährigen Geschichte des Informationsportals: 82 Prozent aller Abstimmungsteilnehmer (Stand Montag) waren der Ansicht, dass Königsberg Deutsch ist. Somit ist klar, dass in einer deutschen Stadt kein deutsches Generalkonsulat benötigt wird – Diplomaten sind ja im Ausland tätig.
 
Screen: Umfrageergebnisse Monat Oktober
 
Steht die Frage, ob das deutsche Auswärtige Amt in Berlin dem Willen der überwiegenden Mehrheit der Ostpreußen-Nostalgiker nachkommt und sein Generalkonsulat in der Telmana schließt.
 
Immer wieder versuchen mir Deutsche zu sagen, dass meine Schwarzmalerei zu Fragen der Germanisierung des Kaliningrader Gebietes an den Haaren herbeigezogen ist. Niemand will das exKönigsberg, das heutige Kaliningrad, heim ins Reich holen.
 
Möglich.
 
Aber wie erkläre ich mir dann das Umfrageergebnis?
 
Irgendjemand scheint doch stark daran interessiert zu sein zu vermitteln, dass Kaliningrad, … äh Königsberg Deutsch ist.
 
Egal, wie ich die Zahl interpretiere, sie macht nachdenklich. Entweder hat eine Einzelperson die, technisch nicht großartig abgesicherte, Umfrage manipuliert – eine reine Fleißarbeit oder aber es gibt wirklich so viele Deutsche, die von der Wiederherstellung Großdeutschlands träumen.
 
Egal wie ich das Umfrageergebnis drehe und wende – es bleibt dabei: Für einen Teil des deutschen Volkes, ist die deutsche Frage nach wie vor offen.
 
Videoeinspielung: Interview Präsident Putin zu Kaliningrad, dem exKönigsberg
 
Und in der gegenwärtig sehr angespannten Lage zwischen Deutschland und Russland und der geopolitisch empfindlichen Lage der russischen Region Kaliningrad, ist somit alles, was irgendeinen Bezug zu Deutschland und den Deutschen hat, mit besonderer Aufmerksamkeit zu betrachten.
 
Videoeinspielung: Putin zur Militärparade am 9. Mai 2020
 
Ansonsten verbleibt mir nur noch all denen zu danken, die sich für eine der anderen vier Antwortmöglichkeiten entschieden haben – egal ob richtig oder weniger richtig getippt. Danke für Ihr Interesse an diesem Aktiv-Artikel auf meinem Informationsportal und bleiben Sie weiterhin ehrlich und mir treu.
 
Tschüss und Poka aus Kaliningrad
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Kommentare ( 9 )

  • Hannelore Jülicher Nehme

    Veröffentlicht: 28. Oktober 2020 04:23 pm

    Das nimmt wohl nie ein Ende ?
    75 Jahre nach Kriegsende ist das ja wohl keine Frage mehr, wo unsere Grenzen sind. Wenn ich heute noch Königsberg oder Cranz, Schlossberg oder Insterburg schreibe, dann nur, weil sie mein Leben lang von der Familie immer so als ehem. in Ostpreußen Geborene genannt wurden. Aber keiner der Familie oder Freunde hat ab Mitte der 1950er mehr von "heim nach Ostpreußen" gesprochen. Sicher haben ALLE Heimatvertriebenen gelitten, aber die sind nicht weltfremd, und mussten sich damit abfinden, eine neue Heimat zu haben.
    Für mich war es von Jugend an eine Sehnsucht, zu sehen, wo meine Mutter und ihre Ahnen herkommen. Ich war da, habe jede Stelle ihrer Herkunft, Geburtswohnung und viele noch existierenden Orte besucht, und bin gespalten vor Freude und Trauer wieder nach Hause gefahren. Denn ich konnte ihnen nicht mehr von der Reise erzählen... 😥
    Aber Ostpreussen ist nunmal russisch, basta ❗ Ich kann ja trotzdem hinfahren 😍 nur mit der Sprache haperts 😉

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 28. Oktober 2020 05:28

      ... es geht ja vielen so, die nach Russland reisen. Man kann auch nicht jedes Mal eine Fremdsprache lernen, nur wegen einem Urlaubsaufenthalt. Ich kenne ein paar Leute, die sind sprachbegabt. Für die ist es eine Art Hobby, sich einen Grundwortschatz von den Ländern anzulegen, wohin sie reisen ... aber ansonsten ist Fremdsprache lernen doch schon recht anstrengend und ohne tägliche Praxis gehen die Kenntnisse auch schnell wieder verloren.

  • Mnborken

    Veröffentlicht: 28. Oktober 2020 08:56 pm

    Moin,
    ich oute mich, auch die letzte Option genommen zu haben. Allerdings nicht, weil ich Kaliningrad für deutsch halte, sondern weil ich nicht davon ausgehe, das Deutschland in Russland keine ernst zu nehmenden Diplomaten hat.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 28. Oktober 2020 08:59

      ... äh ... habe ich jetzt nicht richtig verstanden ... Sie gehen davon aus, dass Deutschland ernst zu nehmende Diplomaten in Russland hat - habe ich das richtig verstanden?

  • Mnborken

    Veröffentlicht: 28. Oktober 2020 09:30 pm

    Eben das ja nicht. Diplomatie kann durchaus ungemütlich sein. Unsere Diplomaten können wir uns eigentlich sparen, es gibt sicherlich schon mehrere US-Vertretungen in Russland.

    Ich sehe keine Vertretung deutscher Interessen in Russland und anderen ehem. Sowjetstaaten. Es kann nicht in unserem Interesse sein, quer durch Europa neue Fronten aufzubauen. Das wird uns noch übel auf die Füße fallen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 28. Oktober 2020 09:34

      ... i. O., jetzt habe ich verstanden.

      Die deutsche Botschaft in Moskau ist ja - wenn ich richtig informiert bin - die größte Auslandsvertretung, die Deutschland hat. Vielleicht ändert sich ja da etwas in den nächsten Tagen, wenn Russland vom Wort zur Tat schreitet ... warten wir also die Ereignisse ab.

  • Link

    Veröffentlicht: 30. Oktober 2020 22:36 pm

    Da hat sich ganz sicher jemand einen üblen Scherz mit Ihnen erlaubt. In Deutschland - jedenfalls an Rhein und Mosel - können viele Leute "Kaliningrad" nicht einmal richtig verorten, geschweige denn verbinden sie etwas mit dem geschichtlichen "Königsberg", das ihnen mindestens so fern liegt wie das römische Pompeji.
    Dies unterscheidet sich deutlich von Polen, wo "Królewiec" den meisten ein Begriff ist - wohl nur noch übertroffen von "Karalauskas" in Litauen.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 31. Oktober 2020 05:18

      ... möglich, dass da jemand in "Fleißarbeit" versucht, die Umfrage zu manipulieren ... Aber es bleibt die Frage - warum? Er oder sie könnten doch auch die Antwortvariante 1 manipulieren. Eine insgesamt völlig sinnlose Aktion - 700 Mal einen Punkt anklicken ... ich hätte in der Zeit lieber Kaffee getrunken ...

  • Karl-axel-heggenberger@t-online.de

    Veröffentlicht: 30. Oktober 2020 22:42 pm

    Für mich ist seit der Wiedervereinigung Deutschlands mit dem 2+4 Vertrag Russisch !

  • Vladimir Rudyh

    Veröffentlicht: 31. Oktober 2020 08:30 pm

    Betrachtet jemand die Frage nach dem Staatseigentum an Kaliningrad aus demografischer Sicht? Die Zahl der Deutschen in Deutschland geht dramatisch zurück. Auch die Zahl der Russen in Russland nimmt ab. Kaliningrad ist bereits heute "das russischste" in Russland, da sich die Migrantenwelle aus dem Süden und aus dem Osten bewegt. Welche Art von "Königsbergs Rückkehr nach Hause" gibt es? Dies ist für niemanden eine Frage. Die Tendenz ist also, dass Kaliningrad länger russisch bleibt als selbst Moskau und länger als Berlin deutsch.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 31. Oktober 2020 09:55

      ... eine interessante Überlegung, der ich von der Logik her eigentlich zustimmen müsste. Aber von meiner praktischen Erfahrung her, haben viele Übersiedler, die nach 1990 aus dem russischen Mutterland oder auch aus anderen ehemaligen Sowjetrepubliken kamen, den Splin, dass Kaliningrad ja eigentlich eine deutsche Stadt ist und man die eigentlich auch wieder umbenennen müsste ... Also, ich wäre mir da nicht so sicher, was die bedingungslose Zukunft, basierend auf vernunftbedingte Migration anbelangt. Dazu kommt, dass Migration auch gesteuert werden kann - sowohl von russischer Seite, wie auch von ausländischer Seite ... wie die 90er Jahre gezeigt haben.

  • Hannelore Jülicher Nehme

    Veröffentlicht: 31. Oktober 2020 11:39 pm

    Ich bin sicher nicht sehr qualifiziert, für politische Themen fundierte Weisheiten zu verbreiten. Aber wir sind mehr als 82mio Bürger in D, von denen wahrscheinlich 99,99% gar nicht auf die Idee kommen würden, Ostpreußen wieder als Deutsche Exklave aufleben zu lassen. Ich habe noch nirgends gelesen oder gehört, dass diese Figuren auf dem Weg nach 39 erstmal dann Land in Polen einnehmen müssten, damit der Weg "kürzer" wird.

    Ich bin jedesmal schockiert zu sehen, dass es in jedem europ. Land NS Kulturen gibt, die sich für die Herren halten. Nur die Deutschen Gruppen wollen auch Land wiederhaben. Sollnse ruhig träumen, sie werden das gottseidank nie erleben, wir haben 2020, und das ist nicht die Stimme von uns Deutschen !
    Die Schreihälse sind bis auf Wenige die Nachkriegsgeneration, die nicht wissen, wo"Ostpreußen" liegt, da bräuchten sie ein Navi. Meine Mutti ist dort geboren, und ich war auch da - in Russland! Und ich möchte wieder hin.
    Als Gast in Russland auf Familienspuren. 8-)

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 31. Oktober 2020 12:26

      ... prinzipiell kann ich Ihren Überlegungen folgen. Aber so winzig klein dieser Bevölkerungsanteil ist, der "nostalgiert" ... jeder Baum ist mal ganz klein ... und irgendwann ist er eine große stabile Eiche, die anderen Bäumen das Licht und den Platz wegnimmt, wenn man nicht rechtzeitig beschneidet und das Wachstum reguliert.

  • Hannelore Jülicher Nehme

    Veröffentlicht: 31. Oktober 2020 23:34 pm

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß unser Verfassungsschutz die Bäumlein in den Himmel wachsen lassen, dazu ist unsere NegativHypothek zu groß und noch immer present.
    Dass die Burschen vom VS etwas langsam und blind sind, ist kein Geheimnis. Aber ganz so doof sind selbst die nicht.
    Wie gesagt, ich bin schockiert über die weltweite Nazientwicklung, aber ich bin auch sicher, dass diese Tendenzen selbst in Ruland existieren.
    Und der Präse selbst sagte laut, dass er die Krim auch" ins Heim geholt" hat. Irgendwie wiederholt sich doch alles...
    Hmmm 😉😉

  • Jan Heller

    Veröffentlicht: 3. November 2020 21:24 pm

    Ja, die Krim war ein Geschenk des Genossen Stalin an die Ukrainische SSR. Völkerrechtlich problematisch wurde das Ganze erst als die Sowjetunion von einem Rosenkrieg in den anderen stürzte. Allerdings würde man hier Äpfel mit Birnen vergleichen das Krimproblem mit der Kriegsbeute Königsberg und dem nördlichen Ostpreussen in einen Topf zu werfen geschweige allen allierten Regelungen für das Nachkriegsdeutschland mit deren völkerrechtlichen Verbindlichkeiten und auch Unzulänglichkeiten. Die Freie Stadt Danzig wurde völkerrechtswidrig durch einen Kriegsakt heimgeholt, dann jedoch ohne Zustimmung des Völkerbundes, der vor der Heimholung ins Reich zumindest völkerrechtlich das Sagen hatte, an die Volksrepublik Polen gegeben. Aber das sind Spitzfindigkeiten, und dann gibt es auch noch einen Rechtsterminus sich etwas zu ersitzen.
    Kurzum, Gdansk ist und bleibt polnisch, und das Kaliningrader Gebiet ist volkerrechtlich legitimierter Teil Russlands. Auch ohne UN und Zwei-Plus-Vier-Vertag.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 3. November 2020 21:26

      ... besten Dank für den sachlich-ergänzenden Beitrag.

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