Russische Musik, russische Kultur – Nein danke!?

Russische Musik, russische Kultur – Nein danke!?
 
In Deutschland gibt es ein Sprichwort: „Was der Bauer nicht kennt, dass frisst er nicht.“ In den letzten 30 Jahren meines Lebens habe ich nach dem Motto gelebt: „Was ich nicht kenne, das höre und sehe ich nicht.“ Und so habe ich kaum russische Musik gehört und schon gar keine russischen Filme geschaut.
 
 
Das hat sich seit einigen Monaten geändert und ich habe festgestellt, dass ich eigentlich 30 Jahre meines Lebens nicht richtig gelebt, viel Spaßiges, viel Angenehmes, viel Wissensvermittelndes einfach ausgelassen habe.
 
Selbst wer im täglichen Leben die russische Sprache gut anwenden kann, wird feststellen, dass in der Vielfalt der russischen Kultur eine andere Sprache herrscht, als die auf der Straße. Sie ist schwerer zu verstehen, sie hat Nuancen und Besonderheiten, die nur derjenige wirklich vollständig versteht, der ein vollumfängliches Studium der russischen Sprache absolviert hat.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Der Revisor“
 
So einer wie ich, hat somit Probleme, russische oder sowjetische Filme in allen Nuancen zu verstehen, geschweige denn Texte von klassischen Liedern oder modernen Hits.
 
Und da ich mir dessen bewusst war, habe ich diesen Teil des gesellschaftlichen Lebens in Russland aus meinem persönlichen Leben weitgehend ausgeschlossen – mit anderen Worten: ich habe mich einem Problem nicht gestellt und konnte somit auch an vielen Gesprächen nicht gleichwertig teilnehmen.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Bei der Entwicklung neuer Formate für meinen YouTube-Kanal bzw. für mein Informationsportal war ich gezwungen, nach Musik zu suchen. Das ist nicht ganz einfach, denn westliche Musik ist häufig mit strengen Autorenrechten versehen und das Video wird sofort gesperrt.
 
Russische und sowjetische Musik haben auch Autorenrechte und YouTube verwarnt mich jetzt jeden Tag, aber die Videos werden nicht gesperrt. Ich verliere nur das Recht, mit meinen Beiträgen Werbeeinnahmen zu generieren. Da ich sowieso keine Werbung mache, ist mir das also ziemlich egal.
 
Videoeinspielung: Russischer Zeichentrickfilm
 
Bei der Suche nach passender sowjetischer und russischer Musik zu meinen Beiträgen, habe ich umfangreiche Datenbänke gefunden und mich von Tag zu Tag mehr in diese Musik … naja, doch … verliebt. Wenn ich mir meine Beiträge in der Rubrik „Guten Morgen Kaliningrad“ mit westlicher Musik vorstelle, muss ich zugeben: … das geht gar nicht.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Wenn ich über eine russische Stadt und das Leben in dieser russischen Stadt berichte, so gehört somit auch russische oder sowjetische Musik dazu. Mit anderen Worten: Der Bauer, äh, der Ausländer ist auf den Geschmack gekommen.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Jemeljan Pugatschow“
 
Ähnlich geht es mir mit sowjetischen oder russischen Filmen.
 
Als ich mich mit Bekannten unterhielt, haben diese angeregt, doch meine Informationsbeiträge nicht nur mit Grafiken, Diagrammen und Fotos aufzulockern, sondern auch passende, witzige, nachdenkliche Videoeinspielungen aus alten oder weniger alten Filmen einzuspielen – also eine Art spitzfindige, sarkastische, satirische kurze Pause zwischen ernsten Informationen.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Iwan Wassiljewitsch wechselt den Beruf“
 
Und so sitze ich jeden Tag und schaue mir Filme an, schneide diese, übersetze … Letztendlich entstand daraus ein neuer YouTube-Kanal – „Erichowitsch`s Zitatebibliothek":
 
Videoeinspielung: Screen Youtube-Kanal
 
Am vergangenen Sonntag habe ich mit einer neuen Rubrik begonnen, d.h. witzige sowjetische/russische Kurzfilme in deutscher Übersetzung. Jeden Sonntag möchte ich einen Kurzfilm freischalten - zwei bis vier Minuten lang. Ich verstehe schon, das untertiteltes Witziges weniger witzig ist für diejenigen, die die russische Sprache nicht verstehen. Es kommt ja auch auf die Tonlage, die Zwischentöne, die kurzen Pausen zwischen den Humoreffekten an.
 
Videoeinspielung: Außenminister Sergej Lawrow im Interview
 
Aber vielleicht schauen Sie trotzdem mal rein und können sich mit dem sowjetischen/russischen Humor anfreunden?
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Ich würde mich freuen, Sie auch auf dem Partner-YouTube-Kanal von „Uwe Niemeier“, Erichowitsch`s Zitatebibliothek begrüßen zu können.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Der Revisor“
 
Es folgt ein russischer humoristischer Kurzbeitrag mit deutschen Untertiteln: „Ungewöhnlicher Patient“
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Kommentare ( 2 )

  • A. Bienenfreund

    Veröffentlicht: 13. August 2020 13:15 pm

    Sehr schönes Projekt! Man ist ja im Runet quasie aufgeschmissen, wenn man diese ganzen Filmzitate, oft nur ein Bild, nicht kennt. Aber bald gibt es da dann Abhilfe, ein Lexikon russischer Film-Mems. sehr gut!

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 13. August 2020 13:18

      ... ich bin übrigens daran interessiert, Anregungen zu erhalten, wie man den Kanal übersichtlich gestalten kann, was anders gemacht werden sollte - jeder kleine Hinweis hilft. Mögliche Fehler oder Unbequemlichkeiten später auszubügeln, erfordert immer einen großen Zeitaufwand.

  • A. Bienenfreund

    Veröffentlicht: 14. August 2020 08:53 pm

    Ehrlich gesagt weiss ich nicht was Youtube da für Möglichkeiten bietet. In Anbetracht der schieren Menge des Materials wird es aber mMn irgendwann nötig sein, darüber nachzudenken, ob man eine nach dem Wiki Prinzip funktionierende Extraseite dafür macht, auf der man nach Film, Genre, Schauspieler, Mem-Kategorie usw sortieren kann. Vielleicht ist es klug, jetzt schon entsprechende Tags den YT-Videos beizufügen, dann fällt die Sortierung später leichter - und vielleicht hilft es auch der Suchfunktion von YT.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 14. August 2020 09:06

      ... danke für die Gedanken. YouTube funktioniert ein wenig anders. Schauen wir mal, was sich in der Praxis entwickelt ... danke nochmal.

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