Russland Macht nix. Russland macht nichts.

Russland Macht nix. Russland macht nichts.
 
Dem englischen Philosophen Francis Bacon wird der Satz zugeschrieben: „Wissen ist Macht“. exDDR-Bürgern wird die, mit russischem Akzent, ergänzte Aussage zugeschrieben: „Nix Wissen, (m)Macht nix.
 
 
Aktiv beraten die westlichen Demokratien jeden Tag zum Fall des Patienten Alexej Anatoljewitsch Nawalny. Jeden Tag werden neue Beschuldigungen, neue Forderungen, neue Drohungen an die Adresse Russlands, an die Adresse Putins, veröffentlicht.
 
Der Westen macht was.
 
Und Russland?
 
Russland macht nichts.
 
Russland Macht nix.
 
Und vermutlich ist das „relative“ Schweigen der russischen Offiziellen auf all diese An- und Beschuldigungen das einzig Richtige, was man jetzt tun kann, denn egal was Russland macht, sagt, tut – es ist alles erlogen, falsch und Kreml-Hinterlist. Und jede voreilige Aussage, Stellungnahme, jeder voreilige Kommentar russischer Offizieller, hilft dem Westen, seine, nicht schlecht organisierte Provokation, zu perfektionieren.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Tote Seelen“
 
Russland ist in diesem Fall, wie auch in einer ganzen Reihe anderer früherer Fälle, machtlos. Man kann gegen Intrigen und Gerüchte nicht ankommen.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker
 
Im Arbeitsleben ist in den letzten Jahren der Begriff „Mobbing“ etabliert worden. Diejenigen, die es betrifft – was können die tun? Nichts. Sie sind darauf nicht vorbereitet und können natürlich nichts tun, um sich zu rechtfertigen oder zu schützen – Mobbing wird häufig kollektiv organisiert und nicht selten ist auch der Chef Mitglied der Mobbinggruppe.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Jemeljan Pugatschow“
 
Ich bin davon überzeugt, dass Russland wieder einmal Opfer von international organisiertem Staatsmobbing geworden ist. Und Russland kann machen was es will, kann tausende von Zeugen aufmarschieren lassen, die Auslandsaufklärung oder die Hauptverwaltung Aufklärung des russischen Generalstabs können alle ihre Agenten aktivieren um Beweise zu sichern … nichts wird helfen, wenn sich die westliche Gemeinschaft kollektiv gegen Russland verschwört, kollektives Staatsmobbing organisiert.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Jemeljan Pugatschow“
 
Somit meine Aussage: Russland ist machtlos, also „Russland Macht nix“ und Russland macht nichts, also man verhält sich defensiv und konzentriert sich auf andere Dinge, die das Land bewegt und auf die man real Einfluss nehmen kann.
 
Steht die Frage, warum das Staatsmobbing durch die westlichen Demokratien organisiert wurde?
 
Wer die Nachrichten aufmerksam verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass sehr schnell die Thematik „Nord-Stream-2“ ins Spiel kam. Und dies dürfte wohl der hüpfende Punkt sein, wie Heinz Erhard mal so treffend formulierte.
 
Man sucht nach einem Ausweg, nach einem Weg, aus diesem Projekt gesichtswahrend auszusteigen …
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Der Revisor“
 
… – die Kanzlerin Angela Merkel hatte sich in den letzten Monaten sehr exponiert geäußert und irgendetwas ist vorgefallen, was Deutschland zwingt, aus diesem Projekt auszusteigen. Man könnte natürlich einfach die Wahrheit sagen, also das Deutschland keine souveräne Entscheidung treffen kann und die USA mal wieder diktieren, was andere Länder zu tun und zu lassen haben, aber … das ist natürlich nicht möglich.
 
Videoeinspielung: Zitat Putin zur Souveränität von Staaten
 
Also braucht man einen Anlass und opfert einen russischen Bürger, der, bedingt durch die letzten aktuellen Ereignisse in Russland, im Zusammenhang mit der Verurteilung von Nawalnys Stiftung „FBK“, für den Westen sowieso wertlos geworden ist.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Jemeljan Pugatschow“
 
Alles, was die russischen Ärzte untersucht und festgestellt haben, wird nun vom Westen in Frage gestellt, angezweifelt. Den Ärzten wird alles möglich vorgeworfen. Der FSB hat hinter jeder Krankenschwester, jedem Doktor, jedem Professor mindestens … wenn nicht gar mehr, Agenten gestellt, damit diese ja nichts verkehrtes sagen, geschweige denn schreiben.
 
Der Patient Nawalny durfte ausfliegen, nachdem, nach stundenlangem Warten auf das Erscheinen der deutschen Ärzte in der Klinik, sowohl die deutschen Ärzte, wie auch die Ehefrau und der Bruder die Verantwortung für den Gesundheitszustand des Patienten während des Transports übernommen hatten.
 
Wenn Russland etwas zu befürchten gehabt hätte, warum hat man Nawalny ausfliegen lassen? Wenn man ihn mit Nowitschok vergiftet hat, dem Gift, welches vom Fall Skripal her, der ganzen Welt bekannt ist, so war doch klar, dass jedes Labor dieser Welt dies umgehend feststellen und melden würde: Wir haben am Tatort die Visitenkarte des Täters gefunden.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Der unsichtbare Reisende“
 
Sind die Russen wirklich so dumm, jedes Mal eine Visitenkarte zu hinterlassen?
 
Untersucht wurde das Bio-Material des Patienten Nawalny in einem Bundeswehrlabor, in einem Labor der Armee, die Mitglied der NATO ist, also einer militärischen Allianz, die, ob es nun offiziell so formuliert wird oder nicht, der Feind Russlands ist. Und warum sollte Russland den Untersuchungsergebnissen eines feindlichen Labors Glauben schenken?
 
Videoeinspielung: Zitat Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten
 
Nun kann natürlich Russland fordern, dass der Patient Nawalny in die Schweiz zur nochmaligen Untersuchung verlegt wird, oder in irgendein anderes neutrales Land. Macht alles keinen Sinn, denn der Patient Nawalny dürfte ausreichend präpariert worden sein, damit andere Ärzte, bei zukünftigen Untersuchungen, zu den von den westlichen Demokratien gewünschten Untersuchungsergebnissen kommen.
 
Videoeinspielung: Zitat Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten
 
Sie meinen, meine Phantasie geht mit mir durch? Sie sind empört, wenn ich Deutschland der Fälschung und des Betruges beschuldige? Sie finden den von mir verwendeten Begriff „Staatsmobbing“ im Zusammenhang mit den westlichen Demokratien als eine unerträgliche Beleidigung? Sie können empfinden wie Sie wollen, ich empfinde es als unerträglich, wenn ein Land und seine Führung des versuchten Mordes beschuldigt wird, ohne dass auch nur die Spur eines Beweises vorliegt.
 
Videoeinspielung: Zitat Wladimir Putin zur Beweisführung des Westens
 
Kommen wir noch kurz zu den möglichen Konsequenzen – die, völlig unzweifelhaft, kommen werden, denn der Westen wird, egal wie sich die Dinge entwickeln, Sanktionen verhängen und Russland wird – ganz logisch, darauf antworten – „serkalno“ wie man in Russland formuliert.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Ein gutes, schmackhaftes und komplettes Mittagessen besteht in der Regel aus drei Gängen: Vorspeise, Hauptspeise, Dessert. Klar ist, dass die Hauptspeise, das „Nord-Stream-2-Projekt“ ist, egal, wieviel diese Hauptspeise den beteiligten deutschen Firmen und dem deutschen Steuerzahler kostet. Völlig ratlos bin ich, wie die russische Seite darauf „serkalno“ antworten wird. Für mich wird diese Reaktion also ein „Überraschungs-Menü“.
 
Als Vorspeise dürfte man wohl die übliche Ausweisung von russischen Diplomaten anweisen: vier Diplomaten aus der Botschaft in Berlin und je einen Diplomaten aus den Generalkonsulaten in Frankfurt, München, Hamburg, Leipzig und Bonn. Macht zusammen neun Diplomaten. Nun könnte Russland „serkalno“ dasselbe tun: Drei deutsche Diplomaten aus der Botschaft in Moskau, zwei aus Jetarienburg, zwei aus Nowosibirsk und zwei aus Kaliningrad. Man kann aber auch eine andere diplomatische Entscheidung treffen, eine, die den Deutschen doch ein wenig weh tut … belassen wir es bei dieser Andeutung.
 
Als Dessert gibt es dann wieder personengebundene Sanktionen gegen Russen, die dem Präsidenten nahestehen oder die in irgendeiner Chemiefirma in Russland Gifte brauen.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Sollte es zu einem Abbruch von „Nord-Stream-2“ kommen, so wäre ich persönlich darüber nicht mal sehr traurig, vielleicht würde ich sogar heimlich 50 Gramm Krim-Wodka trinken.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Iwan Wassiljewitsch wechselt den Beruf“
 
Warum? Nun, die Sanktionen aus dem Jahre 2014 haben dazu beigetragen, die russisch Wirtschaft anzukurbeln, den russischen Bären zu wecken, damit er seinen trägen Pelz ein wenig bewegt. Er hat sich bewegt und muss sich weiter bewegen. Und je weniger Erdöl, je weniger Gas durch die westlichen Demokratien abgenommen wird, um so weniger Geld fliest in die russischen Kassen und den russischen Steuersäckel. Und so muss Russland und seine erfolgreichen Unternehmer intensiv über Alternativen, über eine weitere Diversifizierung der Wirtschaft nachdenken – also: Sa Sdarowje, Towarischi.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Weiße Rosen“
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