Russland wird endlich misstrauisch

Russland wird endlich misstrauisch
 
Die gutmütige russische Seele fängt nun langsam an misstrauisch zu werden. Die Anschuldigungen aus den westlichen und überseeischen Demokratien im Fall des Patienten Nawalny nehmen stündlich an Intensität und Aggressivität zu. Es wird Zeit, dass Russland nun doch Untersuchungen aufnimmt.
 
 
Deutsche führende Politiker, an der Spitze die Bundeskanzlerin Angela Merkel, haben sich in einer Art und Weise zum Fall des Patienten Nawalny geäußert, dass der deutsche Normalbürger eindeutig verstanden: Putin hat den Tee gekauft, Bortnikow hat ihn serviert und Lawrow hat per Internetschaltung kontrolliert, ob Nawalny auch wirklich in den vergifteten Apfel … äh, … na, Sie wissen schon.
 
Und natürlich hat sich neben den deutschen Demokraten auch der Vertreter der größten Demokratie dieser Welt in Russland, also der amerikanische Botschafter in Russland, am Dienstagmorgen zu Wort gemeldet und Russland aufgefordert, sofort Untersuchungen einzuleiten, um den Schuldigen am Giftanschlag zu finden und zu bestrafen.
 
Und am heutigen Tag traf sich Russlands Außenminister Lawrow mit dem Stellvertretenden Staatssekretär der USA Steven Bigan. Dieser brachte seine tiefe Besorgnis über den Vergiftungsfall zum Ausdruck und machte sich Sorgen, welche Folgen dieser Fall auf die russische Gesellschaft haben wird.
 
Interessant dabei ist, dass es noch gar nicht bewiesen ist, ob es einen Vergiftungsfall gegeben hat. Natürlich haben sich die deutschen, die unabhängigen, die nicht beeinflussbaren Ärzte der Charitè dahingehend geäußert. Und denen glaubt natürlich die ganze Welt.
 
Den russischen Ärzten kann man nicht glauben, denn sie leben nicht in einer Demokratie und der russische Repressionsapparat hält alle Ärzte komplett unter Kontrolle. Deshalb haben alle Angst und tun nur das, was Putin sagt.
 
Dann gibt es noch einen bekannten Politiker in Russland:  Wjatscheslaw Wolodin, ein Mann, für den ich in der letzten Zeit beginne, immer mehr Sympathien zu entwickeln. Er ist der Vorsitzende der russischen Staatsduma und beeindruckt durch seine ruhige, ausgeglichene Art und die Art, wie er in Interviews auftritt und kommentiert.
 
Und Wolodin hat nun den Duma-Ausschuss für Sicherheit beauftragt, Untersuchungen im Fall des Patienten Nawalny einzuleiten. Er kann sich anscheinend nicht des Eindrucks erwehren, dass eventuell nicht Putin den Tee gekauft und Bortnikow diesen serviert hat, sondern Dienste aus den westlichen Demokratien – also solche, wie CIA, BND und wie sie sonst noch alle heißen, möglicherweise Koch und Kellner gespielt haben.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Kinoklassiker „Preschwalski (1951)
 
Wolodin möchte gerne wissen und mit ihm natürlich auch die restlichen 147 Millionen russischen Bürger, ob eventuell ein ausländischer Staat Einfluss auf die Gesundheit eines russischen Staatsbürgers genommen hat, um Unruhen in der russischen Gesellschaft auszulösen.
 
Erinnern wir uns an den Kommentar eines deutschen Journalisten in den Heute-Nachrichten des ZDF, wo dieser eine Äußerung von Nawalny zu seiner Sicherheit zitiert:
 
Videoeinspielung: Zitat HEUTE-Sendung ZDF
 
„Die einzige Garantie für seine (also Nawalnys) Sicherheit, sei die Angst der russischen Führung, vor einem frontalen Aufstand, wenn ihm etwas passiert.“
 
Diesen Satz kennen natürlich auch die anderen, sogenannten Partner Russlands und es besteht doch durchaus die Möglichkeit, dass man auf den Gedanken gekommen ist, zu prüfen, ob denn die russische Gesellschaft wirklich auf die Barrikaden geht, wenn Nawalny etwas zustößt.
 
Nun ist Nawalny etwas passiert und niemand geht in Russland auf die Barrikaden oder organisiert einen frontalen Aufstand. Eine interessante Erfahrung, die die westlichen Partner Russlands jetzt sammeln.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Kinoklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Wobei diese Partner, sprich USA, Deutschland und weitere, wohl noch nicht mal enttäuscht sind, denn sie haben neue Erkenntnisse über die russische Gesellschaft gewonnen.
 
Kommen wir nochmal kurz auf Wolodin, den Vorsitzenden der russischen Staatsduma und seinen Befürchtungen zurück. Er wollte nicht ausschließen, dass westliche Staaten – und er nannte ausdrücklich Deutschland, aber auch andere Staaten der Europäischen Union, eine Provokation gegen Russland gestartet haben.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Kinoklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Wolodin meinte, dass einige westliche Staaten durchaus bereit sein könnten, Nawalny zu opfern, damit Russland mit diesem Problem vollauf beschäftigt ist, d.h. mit der Beruhigung der russischen Gesellschaft, die ja eigentlich auf die Barrikaden gehen sollte, damit man keine freien Hände mehr habe, um sich um Belarus zu kümmern und hier der Westen einen Minskdan organisieren kann.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Kinoklassiker „Jemeljan Pugatschow“
 
Wolodin stellte fest, dass es gut ist, dass sich Frau Merkel um den radikalen russischen Oppositionellen Nawalny so intensiv kümmere. Für ihn steht nur die Frage, ob Frau Merkel sich auch um einen anderen russischen Menschen so gekümmert hätte.
 
Zum Schluss meines Beitrages möchte ich noch ein wenig die Phantasie meiner Leser und Zuschauer strapazieren.
 
Das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland verschlechtert sich von Jahr zu Jahr, insbesondere aber nach den Krim-Ereignissen 2014. Es ist gegenwärtig so schlecht, wie nie zuvor seit dem 9. Mai 1945. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, besteht durchaus die Gefahr, dass beide Länder sich entschließen auf Abstand zu gehen, auf diplomatischen Abstand. Und reicht Ihre Phantasie aus, liebe Leser, liebe Zuschauer, sich die Folgen dieser Politik vorzustellen, wenn es zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen kommt?
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Kinoklassiker „Priwalowskije Millionen“
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