Tag 3 des russischen Ultimatums an Deutschland

Tag 3 des russischen Ultimatums an Deutschland
Am 23. September, 10 Tage vor dem Tag der Deutschen Einheit, übergab Russland der internationalen Organisation zum Verbot von Chemiewaffen ein Schreiben, gerichtet an Deutschland. Russland forderte darin die Übergabe sämtlichen Nawalny-Beweismaterials durch Deutschland an Russland.
 
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Der Idiot“
 
Das Schreiben war nicht mit der Überschrift „Ultimatum“ versehen. Aber da die internationalen Vereinbarungen zur Zusammenarbeit in dieser Organisation eine Bearbeitungsfrist von zehn Tagen vorsehen und in russischen Medien kommentiert wird, dass Russland geeignete weitere Schritte zum Schutze der russischen Interessen einleiten werde, für den Fall, dass Deutschland keine zufriedenstellenden Antworten liefere – kann der Durchschnittsbürger dies nur als Ultimatum werten.
 
Das Datum ist – da bin ich fest von überzeugt – nicht zufällig ausgewählt. Es gibt im politischen Leben keine Zufälligkeiten.
 
Die 10-Tages-Frist läuft genau am 3. Oktober 2020 ab – dem Tag, den Deutschland als „Deutsche Einheit“ feiert und der nur deshalb gefeiert werden kann, weil die Sowjetunion der BRD die Wiedervereinigung mit der DDR, also das Entstehen eines großen Deutschlands, ermöglicht hatte. 
 
Natürlich kann Deutschland die ultimative Aufforderung Russlands auch eher erfüllen, z.B. heute oder auch am 2. Oktober. Aber wenn Deutschland die Aufforderung Russlands nicht erfüllt und die angeblichen Beweise nicht an Russland übergibt?
 
Wissen Sie, liebe Leser, liebe Zuschauer, meine Phantasie ist sehr groß und manchmal strömt sie auch über. Trotzdem versuche ich zu erahnen, welche Maßnahmen Russland dann wohl gegen Deutschland einleiten wird.
 
Es könnte zum Beispiel von Deutschland die Rückübergabe der DDR fordern.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Besonderheiten der nationalen Jagd“
 
Ich hoffe, Sie haben dies jetzt als Scherz verstanden – eine Art meines schwarzen Humors.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Man könnte auch den deutschen Botschafter am 3. Oktober, einem arbeitsfreien Feiertag, in das russische Außenministerium einbestellen und diesen in stundenlangen Gesprächen davon abhalten, den Feiertag mit anderen Deutschen in gemütlicher Runde zu feiern.
 
Videoeinspielung: Russischer Filmklassiker „Der unsichtbare Reisende“
 
Es wäre aber auch möglich, dass Sergej Lawrow, der russische Außenminister nur verärgert feststellt, dass die Deutschen undankbar sind, sich eine Tasse Tee einschenkt, diese austrinkt und die leere Tasse dann hinter sich an die Wand wirft – wie die stereotypen Vorstellungen der Deutschen über die Russen so sind.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Preschwalski“
 
Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Wir wissen, dass Russland niemals so reagiert, wie die Öffentlichkeit dies erwartet. Gerade das russische Außenministerium ist für seine originellen Lösungsvarianten von Problemen bekannt. Und wenn es zu Antwortmaßnahmen kommt, so müssen diese so sein, dass sie Deutschland weh tun, aber der russische Bürger davon keine Nachteile hat.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Filmklassiker „Jemeljan Pugatschow“
 
Am Samstag, den 3. Oktober 2020, feiern auch die diplomatischen Vertretungen in Russland den Jahrestag der Deutschen Einheit. Real werden wohl aber die Feierlichkeiten, wenn sie denn stattfinden, am 2. Oktober organisiert.
 
In den letzten Tagen habe ich intensiv Kontaktpflege mit Personen betrieben, die ich in den vergangenen zehn Jahren beim Empfang des deutschen Generalkonsulats in Kaliningrad gesehen habe. Niemand von denen, die ich kontaktiert habe, hat eine Einladung erhalten.
 
Videoeinspielung: Russischer Filmklassiker „Kriminelles Talent“
 
Meine Anfrage an das deutsche Generalkonsulat, wann und wo die Feierlichkeiten stattfinden, wurde am Freitag beantwortet.
 
Der deutsche Generalkonsul teilte mir und seinen Freunden mit:
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,
 
am 3. Oktober jährt sich zum dreißigsten Mal der Tag, an dem Deutschland seine staatliche Einheit wiedererlangt hat.
 
Dies haben wir geschafft vor allem dank des Mutes und der Willenskraft der Ostdeutschen – mit einer friedlichen Revolution, symbolisiert durch den millionenfach auf die Straßen getragenen Ruf „Wir sind das Volk“, brachten sie zuerst die Diktatur in ihrem Teil unseres Landes zum Einsturz und ließen dann ihren zweiten, in freier demokratischer Wahl bekräftigten Ausruf „Wir sind ein Volk“ Wirklichkeit werden.
 
In diesem Jubiläumsjahr werden wir den Tag der Deutschen Einheit nicht wie gewohnt mit Ihnen feiern können.
 
Die Pandemie verbietet uns Massenveranstaltungen wie meinen Empfang am Abend des 3. Oktober.
 
Vielleicht werden Sie gleichwohl, wie ich, am 3. Oktober allein oder in kleiner privater Runde des geschichtlichen Ereignisses gedenken und sich an die überwältigende Freude jener Zeit erinnern.
 
Letzteres tut besonders gut in – wie aktuell – schwierigen Zeiten.
 
Nach Corona werden wir wieder gemeinsam feiern !
 
Mit besten Grüßen
Hans Günther Mattern
 
 
Soweit zum Stand der Dinge, am Tag 3 des russischen Ultimatums an Deutschland.
 
Begleiten Sie mich weiter im Countdown bis zum 3. Oktober 2020.
 
Tschüss und Poka aus Kaliningrad
Reklame

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