Tag 4 des russischen Ultimatums an Deutschland

Tag 4 des russischen Ultimatums an Deutschland
 
Am 23. September, 10 Tage vor dem Tag der Deutschen Einheit, übergab Russland der internationalen Organisation zum Verbot von Chemiewaffen ein Schreiben, gerichtet an Deutschland. Russland forderte darin die Übergabe sämtlichen Nawalny-Beweismaterials durch Deutschland an Russland. Das Ultimatum endet am 3. Oktober 2020 – dem Tag der Deutschen Einheit.
 
 
 
Videoeinspielung: Russischer Kinoklassiker „Kriminelles Talent“
 
Zu Fragen des Verhältnisses zwischen Deutschland und Russland gibt es keine Deutsche Einheit. Meine täglichen Beobachtungen der gesellschaftlichen Ereignisse in dem Land, welches ich 1992 verlassen habe, zeigen, dass die Gesellschaft gespalten ist.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Kinoklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Wie das Spaltungsverhältnis aussieht, also rein prozentual, wer gegen die Russen ist und wer sich für ein gutes, oder doch zumindest vernünftiges Verhältnis zu Russland einsetzt, kann ich nicht einschätzen.
 
In der Zwischenzeit wurde bekannt, dass die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in allen deutschen diplomatischen Vertretungen in Russland abgesagt worden sind.
 
Videoeinspielung: Russischer Kinoklassiker „Der unsichtbare Reisende“
 
Zumindest informierten mich Leser und Zuschauer meines Kanals darüber, dass auch sie entsprechende Schreiben bekommen haben, wo mitgeteilt wurde, dass die Corona-Epidemie derartige Feiern zum Nationalfeiertag in diesem Jahr unmöglich machen.
 
Es gibt aber auch andere Stimmen, die behaupten, dass die deutschen Diplomaten keinerlei Räumlichkeiten finden konnten, um diese Feier durchzuführen. Putin persönlich soll die Weisung gegeben haben, alle Räume mit einem Fassungsvermögen über zwei Personen, für Deutsche zu sperren.
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Kinoklassiker „Dorfgericht“
 
Naja, Sie verstehen schon, dass dies ein Scherz meinerseits ist, wieder aus der Rubrik meines ganz speziellen schwarzen Humors. Obwohl … man sagt, dass an jedem Gerücht ein Quäntchen Wahrheit ist.
 
Videoeinspielung: Putin zitiert
 
Das russische Außenministerium hat sich nochmal zum Thema Nawalny geäußert – mehr polemisch – mit Gedanken, dass es Russland klar ist, dass es sich um eine gut vorbereitete Geheimdienstaktion Deutschlands handelt. Alles lief ab, wie in einem gut geölten Uhrwerk einer Uhr von Lange & Söhne aus der deutschen Kleinstadt Glashütte.
 
Videoeinspielung: Russischer Zeichentrickfilm
 
Die Vergiftungssymptome traten bei Nawalny im Flugzeug so zeitgünstig auf, dass man in Omsk kurzfristig landen konnte. Wenige Stunden später wurde bereits die Ausreise nach Deutschland von Nawalnys Frau gefordert und Deutschland reagierte prompt. Wenige Stunden später stand das Flugzeug bereit, mit Spezialisten der Bundeswehr an Bord – schreiben russische Medien. Noch lag der Patient Nawalny in einem Spezialtransport vom Airport zum Krankenhaus, da erhielt er schon den Status „Persönlicher Gast der Bundeskanzlerin“ und der Informationsaustausch, den Deutschland einseitig mit westlichen Partnern, Organisationen und Verbündeten pflegte klappte perfekt, so perfekt, dass man sich wundert, wo doch ansonsten auf politischen Terrain innerhalb der EU oder der NATO in den letzten Jahren selten etwas klappt.
 
Videoeinspielung: Russischer Kinoklassiker „Besonderheiten der nationalen Jagd“
 
Klappen tut auch die Abschottungspolitik Deutschlands und der Organisation zum Verbot von Chemiewaffen. Russland kann sich hinwenden, wohin es will, man spielt mit Russland „Blinde Kuh“ und schickt Russland in den Kreisverkehr ohne Ausfahrt. In Russland sagt man: Futbolit – also Russland ist der Fußball, den die Spieler hin und her schießen und der möglichst nicht ins Tor gelangen soll.
 
Videoeinspielung: Russische moderne Tagessatire
 
Russland hat das alles längst erkannt und es ist klar, welches Spiel gespielt wird. Nicht klar ist, welches Spiel sich Russland ausdenken wird. Bis 3. Oktober ist ja noch ein wenig Zeit.
 
Ich persönlich habe meine Zweifel, dass sich Russland von der jüngsten Entscheidung Deutschlands – sie ist gestern bekannt geworden – beeindrucken lässt. Deutschland hat entschieden, an Russland ein paar Tausend Ikonen zurückzugeben, die durch kriminelle Machenschaften aus Russland nach Deutschland geschmuggelt worden sind.
 
Videoeinspielung: Sowjetsicher Kinoklassiker „Tote Seelen“
 
Vermutlich werden die letzten Äußerungen, die Nawalny getätigt hat … nein, es sind nicht seine prinzipiell letzten Äußerungen, ich meine die letzten veröffentlichten Äußerungen bei Instagram, kaum Einfluss auf die Maßnahmen haben, die sich Russland einfallen lässt. Für Nawalny und seine Äußerungen scheint sich in Russland niemand zu interessieren. Und so geht seine Danksagung an die deutschen Ärzte, die ihm das Leben gerettet haben, in der täglichen Informationsvielfalt in Russland eigentlich unter. Was die russischen Ärzte aus Omsk anbelangt – die haben nicht viel getan. Mit der verabreichten Spritze haben sie ihm – so sagt er – nur 15-20 weitere Stunden Leben gegeben, nicht mehr und nicht weniger. Tja, wie sagte schon der Genosse Stalin:
 
 
Und zum Schluss forderte der Vorsitzende des Europarates eine unabhängige Untersuchung der Nawalny-Angelegenheit. Eine interessante Forderung finde ich, lässt sie doch den Schluss zu, dass es bisher keine unabhängige Untersuchung gegeben hat – oder?
 
Und wenn es zu einer unabhängigen Untersuchung kommen sollte, woher nimmt dann der Westen die „Unabhängigen“?
 
Videoeinspielung: Sowjetischer Kinoklassiker „Der Idiot“
 
Soweit zum Tag 4 des russischen Ultimatums an Deutschland.
 
Besuchen Sie meinen Kanal morgen, am Tag 5 des russischen Ultimatums
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