Vierzig Banken in Russland vor dem AUS?

Vierzig Banken in Russland vor dem AUS?
 
Russische Medien informieren, dass rund 40 Banken in Russland chronisch mit Verlust arbeiten. Daraus ergibt sich die Frage, wie lange sich die Aktionäre der Bank noch selber in die Tasche greifen lassen oder wann diese Banken sich entschließen, vom Markt zu verschwinden.
 
 
Das Jahr 2020 verlief in Russland für den Bankensektor ausgesprochen ruhig. Bis Ende September kam es nur zu sieben Lizenzentzügen, obwohl die Zentralbank etwas ganz anderes geplant hatte. Ziel war, die Säuberung des Bankensektors von kriminellen und unprofessionell arbeitenden Banken in diesem Jahr abzuschließen. Bedingt durch Corona-Virus wird sich dieser Prozess nun wohl bis in das Jahr 2022 hinzögern.
 
Bei den 40 Banken, die bereits über einen längeren Zeitraum mit Verlust arbeiten, handelt es sich um kleinere Banken. Sie machen ungefähr ein Prozent der gesamten russischen Bankaktiva aus. Sollten diese also vom Markt verschwinden, wird es wohl kaum bemerkt werden.
 
Außer diesen 40 Banken, die seit Jahren verlustig arbeiten, gibt es aber weitere Banken, die in diesem Jahr ein Minus in der Bilanz aufzeigen. Analysten haben herausgefunden, dass in den ersten acht Monaten des aktuellen Jahres 105 Banken eine negative Bilanz hatten. Selbst diese 105 Banken verfügen nur über drei Prozent der gesamten russischen Bankaktiva – informierte ein Vertreter der russischen Zentralbank. Und er ergänzte:
 
„Sie brauchen sich nicht zu erschrecken, es sind nur ganz kleine Banken …“
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Der Revisor“
 
Die Äußerung deutet darauf hin, dass die Zentralbank wohl in absehbarer Zeit wieder energisch zur Säuberung des Bankensektors zurückkehren und durch eine große Anzahl von Lizenzentzügen die Aufmerksamkeit der russischen Sparer wecken wird.
 
Grafik: Lizenzentzüge der russischen Zentralbank
 
Um keine Panik aufkommen zu lassen, nun die beruhigenden Worte, denen aber am heutigen Freitag, es ist zum Glück nicht der „13.“, gleich Taten folgten, denn die Zentralbank entzog zwei Banken die Lizenz.
 
Grafik: Entwicklung russischer Bankensektor
 
Somit ist klar, dass die o.g. 40 Banken, ab heute sind es wohl nur noch 38 Banken, bis Jahresende vielleicht noch ihre Lizenz verlieren werden. Zum einen aus der Überlegung heraus, warum Gesellschafter, die jährlich Verluste einfahren, eine Bank weiterführen sollten, die ihnen nur Verluste bringt und mit der sie kein Geld verdienen. Was macht das für einen Sinn?
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
Zum anderen, wenn die Gesellschafter die Bank trotzdem weiter betreiben, natürlich die Zentralbank, aber auch die Steuerbehörden Russlands die Frage stellen, welchen Sinn es macht, ein verlustbringendes Unternehmen weiterzuführen. Und sollte es seitens der Gesellschafter keine logische und nachvollziehbare Antwort geben, so wird die Zentralbank handeln, denn der Staat ist nicht an Unternehmen interessiert, die, bedingt durch eine negative Bilanz, keine Steuern zahlen.
 
Grafik: Entwicklung des Bankeinlagensicherungsfonds
 
Für Iwan-Normalsparer bestehen keine Gefahren, wenn er denn die gesetzlichen Bestimmungen zur Einlagensicherung beachtet. 1,4 Mio. Rubel sind abgesichert und werden problemlos in kurzer Zeit erstattet. Dieser „bürokratische“ Prozess ist in den letzten Jahren so perfekt normalisiert worden, dass er abläuft, als wenn man sein monatliches Gehalt aufs Konto überwiesen bekommt. Wer allerdings mehr als 1,4 Mio. Rubel auf einem Konto bei einer Bank angehäuft hat, wird wohl dieses Geld abschreiben müssen, denn darauf zu hoffen, dass aus der Konkursmasse noch eine Nachzahlung erfolgt, ist wohl vergebene Mühe – obwohl der Russe sagt: Die Hoffnung stirbt zum Schluss.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker
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