Warum sollen Deutsche in Ghettos wohnen?

Warum sollen Deutsche in Ghettos wohnen?

 

Unlängst kommentierte jemand auf meinem YouTube-Kanal die Thematik „Deutsches Dorf in Königsberg“. Und ich erhielt aus diesem kurzen Kommentar interessante weitere Informationen. Es scheint populär zu werden, Deutsche kompakt und konzentriert im Kaliningrader Gebiet anzusiedeln.

Mit diesem Beitrag werde ich mir wiederum keine Freunde schaffen, aber ich tummele mich nicht im Internet, um falsche Freunde (wie bei Facebook) zu finden, sondern um über reale Vorgänge im russischen Kaliningrad zu berichten. Vielen gefällt meine Meinung nicht, aber ich habe nicht die Absicht, meine Meinung den Meinungen anderer anzupassen, nur um denen zu gefallen. Seit 3. Oktober 1990 bin ich der kommunistischen Diktatur, dank den mutigen Menschen (ich gehörte nicht dazu) in der ehemaligen Ostzone, entronnen und nutze die mir versprochene Möglichkeit, frei meine Meinung zu äußern.

Und so fand ich folgenden Kommentar zu meinem Beitrag „Von einem der auszog, in Königsberg zu siedeln“:

 

„ … feiner Beitrag. Der Verein Friedenswerk riecht nach ziemlich rechter Gesinnung. Habe vorhin noch einen Beitrag von Johann  Conrad, mit einem Andreas Funke, angeguckt. Der letztere will ein Dorf in der Nähe von Svetlogorsk errichten, auch alles ohne Risiko und im Interesse der Interessierten. Lass mich nicht lachen. Wenn ich ein Haus in Kaliningrad oder überhaupt in Russland bauen will, dann mache ich es selber …“

 

Ja, es ist richtig. Nicht nur die Herren Bachmann und Tischer planen den Bau eines Deutschen Dorfes im Königsberger Gebiet. Auch andere haben die Idee, Deutsche im Kaliningrader Gebiet anzusiedeln und haben sich dafür aber einen Standort ausgesucht, der diametral entgegengesetzt dem Gebiet liegt, den die Herren Bachmann und Tischer für sich ausgesucht haben. Obwohl, glaubt man den Gerüchten in Kaliningrad, gibt es noch keinen wirklich endgültigen Standort für „Neu-Fuchsberg“.

Der zweite Standort, von dem in dem YouTube-Kommentar gesprochen wurde, befindet sich an der Küste, nur sieben Kilometer von Svetlogorsk entfernt. Die Projektbezeichnung lautet „Etna-Dorf“. Hier gibt es ein ausgedehntes Gebiet, wo bereits reale Erschließungsarbeiten laufen. Eine russische Firma hat die Vermarktung der Grundstücke übernommen. Ein Großteil der Fläche ist für individuelle Käufer, i.d.R. russische Käufer vorgesehen, ein separater Teil der Fläche ist ausgewiesen als „Grundstück für Großkunden“.

 

 

Für mich, der ich konservativ bin, wie viele andere Deutsche in meinem Alter, und der Individualität liebt, stellt sich die Frage, warum Deutsche sich unbedingt in einem eigenen Dorf ansiedeln wollen. Wer sich in Deutschland, aus welchen Gründen auch immer, unwohl fühlt und auswandern will, der kann dies jederzeit tun und sich dort niederlassen, wo er oder sie es am gemütlichsten, am zweckmäßigsten findet. Warum muss es ein, tja, wie soll ich es formulieren … mir liegt der Begriff „Ghetto“ auf der Zunge … nein, formulieren wir lieber: „Geschlossene deutsche Wohngemeinschaft“, sein?

Die deutschen Aktivisten stellen sich als Idealisten dar, die sich darum kümmern wollen, aus unzufriedenen Deutschen in Deutschland, zufriedene Deutsche in Russland zu machen. Gut, wenn es denn wirklich Idealisten sind – aber ich habe daran meine Zweifel. Und ich habe auch meine Zweifel, dass unzufriedene Deutsche aus Deutschland, zufriedene Deutsche in Russland werden. Aber lassen wir jetzt diese Polemik.

Warum organisieren dann diese deutschen Idealisten nicht, dass die Deutschen nach Kaliningrad kommen und hier individuelle Wohnungen irgendwo, in irgendeiner der Städte oder Dörfer kaufen, oder irgendwo auf den 15.000 Quadratkilometern des Kaliningrader Gebietes sich ein nettes Häuschen hinsetzen? Warum sollen die Deutschen kompakt wohnen? Wegen der deutschen Verwaltung der Siedlung? Es wird keine deutsche Verwaltung geben, weil dies die russische Gesetzgebung nicht zulässt.

Diese Deutschen können doch eine ganz normale Firma in Kaliningrad gründen, die sich mit Immobilienverwaltung beschäftigt. Sie vermitteln Immobilien überall, wo es interessante Angebote gibt und betreuen anschließend diese Immobilien, in denen die Deutschen wohnen, wenn die Deutschen denn dies so wollen.

Ich stelle mir vor, dass diese deutschen Dörfer wirklich einmal real gebaut und besiedelt werden. Und ich stelle mir vor, dass es in dieser deutschen Wohngemeinschaft rein menschlich nicht funktioniert – wir wissen ja, dass wir Deutschen nicht ganz einfach im Umgang miteinander sind. Was dann? Kann ich dann meine teuer erworbene Immobilie in der Exclave Kaliningrad verkaufen? Wer wird diese kaufen, wenn klar ist, dass die arische Dorfgemeinschaft, die arische Insel, in der russischen Insel, in der Europäischen Union, nicht miteinander klarkommt?

 

 

Habe ich aber irgendwo eine Wohnung, irgendwo ein Haus, so ist die Chance, dass mir diese Immobilie wieder abgekauft wird, wenn ich in Kaliningrad nicht glücklich werde, viel größer. Und wenn diese Immobilie nicht von einem Deutschen gekauft wird, dann ganz bestimmt von einem Russen. Aber ein Russe wird niemals ihre Immobilie in den Arier-Dörfern kaufen, denn ein Russe ist ein Russe und kein Arier.

Und, ich hoffe, dass es in der Zwischenzeit allen klar geworden ist, spätestens seit 2014, dass man auf Deutsche und deren Aktivitäten im exKönigsberger Gebiet besonders aufmerksam schaut. Und der Deutsche, der sich hier in Kaliningrad niederlassen will und das Zeitweilige Wohnrecht oder die Aufenthaltsgenehmigung beantragt, wird sicherlich durch die Migrationsbehörden entsprechend geprüft, ob er eine weiße Weste hat, oder aber eine braune.

Meine ständigen Leser und Zuschauer werden sich sicherlich noch an den Beitrag vom 11. Juni 2019 erinnern: „Einsamer Rufer im ostpreußischen Wald: Russland erwache!

 

 

Da ging es um die Undercover-Erkenntnisse von Tobias Ginsburg. Er bewegte sich in der Reichsbürgerszene und hatte Kontakt zu einem „Thomas“ … lassen Sie mich nochmal ein wenig zitieren, was dieser „Thomas“ gesagt hat, wie er und seine Organisation sich die Eroberung von exKönigsberg vorstellen:

Zitat: „Wir werden eine Sendestation aufbauen, einen eigenen, deutschen Fernsehsender. Live aus Königsberg richten wir uns an das deutsche Volk … und klären auf.“

Zitat: „Der Plan beginnt bescheiden mit einer kleinen Siedlung in Georgenwald, gleich bei der Stadt Rauschen. … Die russische Exklave, der Oblast Kaliningrad, soll wieder zum Norden des deutschen Ostpreußens werden, zu Königsberg, zur neuen Heimstätte für das staatenlose deutsche Volk.“

Lassen Sie mich kurz unterbrechen: Haben Sie es richtig verstanden? „… für das staatenlose deutsche Volk.“ Hatten wir nicht schon mal ähnliche Formulierungen: „Ein Volk ohne Raum?“

 

Foto: Autor Tobias Ginsburg

 

Zitat: „Die kleine Siedlung besteht anfangs nur aus ein paar Häusern, unserem Verein, einer Handvoll Russlanddeutschen und einer Seniorenresidenz für deutsche Rentner, die ihr Ostpreußen nie aufgeben wollten. Die greisen Germanen werden im scharfen Ostseewind durch die Seebäderarchitektur wandern. Wiedergänger der Geschichte, als wären sie nie weg gewesen.“

Zitat: „… folgt der deutsche Mittelstand unserem Ruf in Scharen. Sie werden kommen wegen der Steuervorteile, werden Briefkastenfirmen gründen … Peu à peu wird so die Siedlung zu einem Dörfchen, das Dörfchen zu einem Dorf.“

Zitat: „Die Russen wissen, dass sie uns unterlegen sind. Drum lassen sie uns ja auch kommen.“

Darf ich noch mal kurz unterbrechen? Sie haben verstanden? Sie können sich noch erinnern an Formulierungen aus der Zeit ab 1933? Und so denken Deutsche heute noch! Aber denken alle Deutschen so? Wer denkt so und wer denkt nicht so? Russland hat keine Zeit und keine Möglichkeit, alle Deutschen einer Gesinnungsprüfung zu unterziehen. Deshalb ist klar: Je weniger Deutsche nach Kaliningrad kommen, um sich hier ständig niederzulassen, um so sicherer wird das Gebiet sein.

Zitat: „Dennoch werden wir vorsichtig sein: das Wort „Reich“ nicht benutzen. Das würde sonst so klingen, als ob sich die Deutschen ihr Land hinterlistig durch die kalte Küche zurückholen … auch wenn’s im Endeffekt so ist.“

Zitat: „In der Rominter Heide, da werden wir Jagdgesellschaften gründen. In die Rominter Heide hatte sich ja auch schon Hermann Göring verliebt… Ich glaube, das ist unser Plan: Wir werden Hermann Görings Heide retten.“

Zitat: „Der Plan besagt, dass wir größer werden, immer größer. 4.000 Hektar Bauland bei Tapiau, der Russe nennt es Gwardeisk, dreißig Kilometer östlich von Königsberg ... Das Gebiet werden wir bebauen, eine Stadt gründen. Und dann werden wir uns die anderen Städte nehmen...“

Na, liebe Leser, liebe Zuschauer, stehen Ihnen schon die Haare zu Berge? Glauben Sie immer noch, dass es keine Germanisierung des Kaliningrader Gebietes gibt? Ich zitiere weiter aus dem Buch:

Zitat: „Zwei Millionen Deutsche werden gegen 900.000 Russen stehen. Es geht nicht um Autonomie, auch nicht um einen deutschen Staat, das kommt alles viel später.“

Natürlich werden jetzt wieder einige sagen, dass das einzelne Spinner sind, die man nicht ernst nehmen kann. Und es gibt einige, die mich belächeln und mich mit allen möglichen Schimpfworten und Beleidigungen überschütten, wenn ich an die Sudetendeutschen erinnere, wenn ich über die Germanisierung des Kaliningrader Gebietes berichte.

Es gab bereits Anfang der 90er Jahre eine Aktion, „Königsberg“ wieder heim ins Reich zu holen. Die „Aktion Deutsches Königsberg“ unter Führung von Roeder und Kumpane scheiterte. Roeder und Kumpane erhielten ein lebenslanges Einreiseverbot.

Ich glaube, ich nehme den Mund nicht zu voll wenn ich behaupte, dass es kein Deutsches Dorf, weder im Osten noch im Westen, weder im Norden noch im Süden des Kaliningrader Gebietes geben wird. Deutsche, die in Kaliningrad wohnen wollen, weil sie es in Deutschland nicht mehr aushalten, können dies. Aber einen deutschen Stützpunkt im Kaliningrader Gebiet zu errichten, welcher als Brutstätte für die Fünfte Kolonne dienen soll, wird sich weder der russische Staat noch der patriotische Teil der Kaliningrader Gesellschaft gefallen lassen.

 

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