Wer ist Nawalny?

Wer ist Nawalny?
 
Alle reden über Nawalny. Und alle wissen, wer Nawalny ist. Für manche ist er der neue Jemeljan Pugatschow, der den Zaren zum Teufel schicken will. Für andere ist er Wlassow, der Vaterlandsverräter in Friedenszeiten. Aber wer ist er wirklich?
 
 
 
Videoeinspielungen: Filmklassiker „Jemeljan Pugatschow“
 
Es gibt viele Informationen über Nawalny, offizielle, weniger offizielle, Gerüchte und Fakten.
 
Ein Gerücht, welches bisher noch nicht beweiskräftig widerlegt ist, besagt, dass er hochrangiger Offizier des russischen FSB ist und die Aufgabe hat, eine angebliche Opposition im Lande zu imitieren, die Russland einerseits nutzen kann, um dem Westen zu zeigen, wie vielfältig und demokratisch die russische Gesellschaft ist und die andererseits durch die Rechtspflegeorgane beherrschbar und lenkbar ist. Wie gesagt, Gerüchte, nichts als Gerüchte.
 
Ein anderes Gerücht, ebenfalls bisher nicht widerlegt, besagt, dass er Mitarbeiter eines oder mehrerer ausländischer Geheimdienste ist. Die Auswahl ist groß: CIA, Mi6, BND – das sind die gängigen Dienste, die den meisten von uns sofort einfallen. Seine Aufgabe besteht darin, Putin zu stürzen, die russische Gesellschaft zu spalten und die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um Russland in die Nostalgie, d.h. die 90er Jahre zurückzuführen, wo ausländische Staaten die Gelegenheit nutzten, Leichenfledderei an den sterblichen Überresten der Sowjetunion zu betreiben. Natürlich hatte man bei dieser Fledderei auch einheimische Helfer, die Leichenwäscher und die Totengräber, die alle ihre Arbeit verloren, als die Leiche plötzlich wieder anfing Lebenszeichen von sich zu geben und als Inkarnation Russland wieder auferstand.
 
Lassen Sie uns gemeinsam ein wenig in das russischsprachige Internet schauen, um zu erfahren, wer denn dieser Nawalny ist. Keine Sorge für diejenigen, die der russischen Sprache nicht mächtig sind … ich versuche ein wenig zu übersetzen.
 
Nawalny wurde am 4. Juni 1976 in einem kleinen Ort im Gebiet Moskau geboren.
Sein Vater, Jahrgang 1947, war ehemaliger Nachrichtenoffizier in der sowjetischen Armee.
Seine Mutter, Jahrgang 1954, studierte und war in letzter Funktion stellvertretende Direktorin für Ökonomie eines Institutes.
Sein Bruder Oleg wurde 1983 geboren. Bis Mai 2013 war er stellvertretender Direktor eines Sortierzentrums der „Post Russlands“ und Erster Stellvertreter des Direktors der Firma „Express-Zustellung EMS“ der „Post Russlands“.
Seine Frau Julia, Jahrgang 1976, ist von Beruf Ökonomistin.
Beide haben eine Tochter (2001) und einen Sohn (2008).
 
Kommen wir nun zu seinen Lebensstationen
 
1993 beendete er die Mittelschule
1993 bis 1998 absolvierte er ein Jurastudium und nahm danach eine Arbeit in der Bank „Aeroflot“ auf.
1998 bis 1999 arbeitete er in einer Developer Firma
1999 bis 2001 erfolgte ein weiteres Studium in der Fachrichtung „Finanzen und Kredit“
 
Machen wir eine kurze Pause und kommentieren die kurzen Arbeitszeiten von Nawalny in zwei Firmen, innerhalb eines Jahres. Vermutlich wollte er nur ein Jahr effektiv nutzen, bis zum Beginn des zweiten Studiums. Für mich steht dann aber trotzdem die Frage, warum er zwei Arbeitgeber in dieser kurzen Zeit hatte. Die mir zugänglichen Quellen geben keine Antwort auf diese Frage.
 
Dann gibt es einen kleinen Bruch, eine kleine Pause in seinem Lebenslauf – die Zeit von 2001-2003. 2001 hatte er sein Finanzstudium beendet und was war danach?
 
Vielleicht hat er sich mit Parteiarbeit beschäftigt, denn sein Lebenslauf zeigt auf, dass er im Jahre 2000 Mitglied der Partei „Jabloko“ wurde, die er dann im Jahre 2007 wieder verließ. In der Zeit seiner Parteimitgliedschaft engagierte er sich bei einer Vielzahl von Aktionen der Partei, begonnen bei Wahlen bis hin zu konkreten Funktionen, die er innerhalb des Parteiapparates besetzte.
All diese Tätigkeiten, so habe ich es verstanden, hatten nichts mit seinem letzten Studium zu tun. Sein Studium als Jurist hat ihm aber wohl geholfen, diese oder jene Frage im Interesse der Partei Jabloko zu entscheiden.
 
Grafik: Nawalnys Ausschluss aus der Partei „Jabloko“
 
Vermutlich war er aber für die Partei doch kein so wertvolles und qualifiziertes Mitglied, denn nicht er verließ die Partei, wie ich es vor einer Minute berichtet habe, sondern die Partei schloss ihn aus.
 
Nun muss das nicht unbedingt ein negativer Fakt sein, wenn die Partei „Jabloko“ ein Mitglied ausschließt. Wer sich ein wenig mit der russischen Parteienlandschaft beschäftigt hat, weiß, dass man einen Rausschmiss aus dieser Partei wohl eher als Befreiungsschlag werten sollte.
 
Somit hatte Nawalny im Jahre 2007 einen weiteren Lebensabschnitt beendet und ich sehe bisher noch nichts, wo ich sagen könnte, dass er im Leben irgendetwas Produktives geleistet hätte.
 
Schauen wir weiter.
 
Im Jahre 2008 begann er sich mit dem Thema Investitionen zu beschäftigen, organisierte 2009 ein Zentrum für den Schutz von Aktionären, insbesondere Minderheitsaktionären.
 
Im Jahre 2009 begann das Journal „Forbes“ Nawalny für seine Arbeit zu loben, die Zeitung „Wedemosti“ (damals noch mit anderem Besitzer als heute), nannte ihn „Privatperson des Jahres“.
 
2009-2010 war er nichtoffizieller Berater des Gouverneurs des Gebietes Kirow Nikita Belych.
 
Wie bitte? Ihnen kommt der Name bekannt vor? Ja, mir auch. Schauen wir mal, wer denn dieser Belych war.
 
Er war der, der 2016, noch in Funktion als Gouverneur des Gebietes Kirow, wegen Korruption im besonders großen Umfang verhaftet und zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe und zur Zahlung von 48 Mio. Rubel verurteilt worden war. Übrigens war es ein Deutscher, der das Schmiergeld zahlte.
 
Springen wir ein wenig in der Zeit nach vorn – in das Jahr 2011. Nawalny hatte gerade seine Tätigkeit für diesen korrupten Gouverneur beendet, da wurde gegen ihn ein Strafverfahren in der sogenannten „Kirow-Holz-Affäre“ eingeleitet. Jahrelange Verhandlungen endeten für Nawalny mit dem Urteil fünf Jahren Freiheitsentzug auf Bewährung. Selbstverständlich hat das Europäische Gericht für Menschenrechte dieses Urteil nicht anerkannt und Russland zur Korrektur aufgefordert.
 
Springen wir wieder zurück in das Jahr 2009 und stellen fest, dass Nawalny immer noch nichts Produktives geleistet hat.
 
2009 erhielt er den Status eines Anwaltes und registrierte seine Anwaltsfirma. Seine Anwaltsfirma nahm an insgesamt 11 Gerichtsverfahren teil. Nawalny selber trat nur zweimal vor Gericht auf. Alle anderen Fälle wurden durch seine Mitarbeiter verhandelt. Im Jahre 2010 wurde seine Anwaltskanzlei geschlossen.
                     
2010 begannen wieder ausländische Medien, Nawalny zu loben, so u.a. die Deutsche Welle. Verschiedene Medien-Titel wurden ihm zuerkannt.
 
2011, wir erinnern uns, dass war das Jahr, wo er in der „Kirow-Holz-Angelegenheit“ angeklagt wurde, kreierte er den Begriff „Partei der Gauner und Diebe“ für die Partei „Einiges Russland“. Man könnte meinen, dass er irgendwie Rache sucht gegen die, die ihm beim kriminellen Geldverdienen in die Suppe gespuckt haben. Seit diesem Zeitpunkt trat er als oppositioneller Politiker immer mehr in Erscheinung.
 
2012 wurde der FBK, der Fond für den Kampf gegen die Korruption durch ihn geschaffen. Heute hat dieser Fond den Status eines „Ausländischen Agenten“.
 
Grafik: Definition „Ausländischer Agent“
                       
Die Zeit danach, bis zum heutigen Tag, ist angefüllt mit mehr oder weniger spektakulären politischen Aktionen, gerichtet gegen den russischen Präsidenten, die in der Duma vertretenen Parteien und gegen andere gesellschaftliche Kräfte.    
 
Aber irgendetwas fehlt noch im Lebenslauf von Nawalny.
 
Richtig, das Jahr 2010 ist leer, außer natürlich angefüllt mit den schon erwähnten Lobpreisungen verschiedener Medien. Und wo war Nawalny im Jahre 2010? Er war in den USA und besuchte dort die Yale World Fellows – Universität.
 
Mit anderen Worten, er beendete seine, noch nicht bekannte kriminelle Arbeit beim Gouverneur des Gebietes Kirow, fuhr in die USA zur weiteren Qualifizierung, kehrte zurück und begann seine politische Arbeit. Seit diesem Zeitpunkt begann seine wirkliche Karriere – ob sie uns nun gefällt oder nicht, er ist heute ein bekannter Mann in Russland, in Europa, in der ganzen Welt.
 
Mal schnell eine Kontrollfrage zwischendurch an Sie, meine lieben Zuschauer:
 
Wer ist der bekannteste russische Oppositionspolitiker … schnell, antworten Sie.
Und die zweite Frage: Wie heißt der Papst?
 
Stimmt`s, Sie haben etwas länger überlegen müssen.
 
Und noch ein Einwurf zum Nachdenken.
 
Im Jahre 1990 wollten viele ehemalige Offiziere der NVA in der Bundeswehr dienen. Manche wurden zum Verräter, manche hatten eine Familie, die ernährt sein wollte. In dreitägigen Loyalitätsgesprächen beim MAD in Köln, wurden diese Offiziere befragt. Im Ergebnis der Befragung eines Bekannten von mir, wurde diesem mitgeteilt, dass er als Absolvent einer sowjetischen Militärakademie generell unter dem Verdacht steht, ein KGB-Agent zu sein. Es ist das gute Recht des MAD dies zu glauben.
 
Es ist aber auch das gute Recht anderer zu glauben, dass Nawalny, nach einer Ausbildung in den USA, Agent des CIA oder einer anderen Geheimdienstorganisation der USA ist – zumindest der Logik des MAD folgend – oder?
 
Aber wir haben noch etwas im Lebenslauf von Nawalny vergessen.
 
Natürlich hat er Produktives geleistet, sogar schon im zarten Alter von 21 Jahren. Er war noch Student und gründete 1997 eine Firma mit dem Namen „Nesna“. Sie sollte sich mit Friseurdienstleistungen beschäftigen. Sie funktionierte niemals und wurde dann von ihm verkauft – ein normales Geschäft zur damaligen Zeit – Verkauf einer arbeitsbereiten Firma.
 
Aber 1997 gründete er noch eine zweite Firma unter dem Namen „Allekt“ und setzte sich dort als Direktor für juristische Fragen ein. Diese Firma spielte in der Zukunft eine politische Rolle, organisierte Wahlkämpfe für irgendwelche Parteien und verdiente damit ein wenig Geld. Nawalny erhielt Prozente. 2011, also ein Jahr nach der Rückkehr Nawalnys aus den USA, wurde diese Firma liquidiert.
 
Im Jahre 2000 gründete er mit anderen Studenten die Firma „N.N.Security“. Er hielt 35 Prozent Firmenanteile und war Hauptbuchhalter der Firma. Die Firma handelte mit Wertpapieren an der Börse und die Firma ging durch riskante Geschäfte pleite. Angeblich habe er, Nawalny, dadurch alles verloren, was er bisher erarbeitet hatte.
 
Videoeinspielung: Filmklassiker „Priwalowskije Millionen“
 
2001 wurde Nawalny Mitbegründer der Firma „Eurasische Transportsysteme“. Diese Firma transportierte Frachten.
 
Gemeinsam mit seinem Bruder, der, wie bereits anfänglich erwähnt, eine hohe Funktion in der „Post Russland“ innehatte, gründete er, ich glaube es war im Jahre 2008, eine Konkurrenzfirma für die „Post Russland“. Daraus wurde dann die Affäre „Yves Rocher“. Man machte dieser Firma, die ihre Ware über die „Post Russland“ an ihre Kunden versandte, organisatorische Probleme und schlug vor, dass die Firma die Post wechseln sollte. Die Firma der Nawalnys wäre besser. „Yves Rocher“ hatte verstanden und wechselte die Post. Wie viele andere Firmen ebenfalls von der „Post Russland“ in die „Nawalny-Post“ wechselten, ist mir nicht bekannt.
 
Alle wissen wir nun, dass Alexej und Oleg Nawalny in dieser Angelegenheit verurteilt worden sind. 3,5 Jahre für Oleg in Realhaft und 3,5 Jahre für Alexej zur Bewährung. Alexej Nawalny ist der einzige Vorbestrafte in Russland, der zwei Bewährungsstrafen erhalten hat, eine in der „Kirow-Holz-Angelegenheit“ und eine zweite in der „Yves Rocher-Affäre“. Die russische Gesetzgebung sieht dies nicht vor. Warum Richter die eigenen russischen Gesetze nicht eingehalten haben, bleibt als unbeantwortete Frage im Raum stehen.
 
Fazit: Wir haben es bis zum Jahre 2010, seiner Abreise in die USA, mit einer völlig verkrachten Existenz, einem Bankrotteur und beruflichen Versager zu tun – oder sehen Sie das anders?
 
 
Im Jahre 2012, Nawalny hatte schon eine gewisse Popularität erlangt, schlug man ihm vor, in den Direktionsrat der „Aeroflot“ einzutreten. Nawalny stimmte zu und versprach, in seiner Eigenschaft als Direktor der Aeroflot, sich um die Korruptionsbekämpfung zu kümmern. Am 25. Juni 2012 wurde er Mitglied des Direktoriums. Im Februar 2013, also rund acht Monate später erfuhren die Aktionäre der Aeroflot, dass Nawalny die Firma bereits wieder verlassen hat.
 
Seine berufliche Versagertätigkeit setzte sich also fort, aber seine gesellschaftliche, die Tätigkeit zur Spaltung der Gesellschaft, seine Aufrufe zu gesellschaftlichen Unruhen, zur Zerstörung der Gesellschaft, setzen sich erfolgreich fort. Die Stärken Nawalnys scheinen also eher im Zerstören, denn im Aufbauen zu bestehen.
 
Im Jahre 2013 wurde Nawalny dann auch noch aus der russischen Anwaltskammer ausgeschlossen und der Anwaltstitel aberkannt. Schade um die Zeit, die er in den Hörsälen der Universität verbracht hat.
 
Für diese, sagen wir es gerade heraus, verkrachte Existenz, setzt sich Deutschland und alle anderen Länder der Europäischen Union ein.
 
Grafik: Vertrauensumfrage durch Levada-Zentrum (Ausländischer Agent)
 
Diese verkrachte Existenz ist sogar Gast der Bundeskanzlerin und wird von ihr beköstigt und erhält Unterkunft auf Kosten der deutschen Steuerzahler.
 
Wobei, das Geld ist eigentlich gut investiert, denn wie wir erfahren haben, besteht die Stärke von Nawalny im Zerstören. Und da sein Ziel ist, erstmals im Jahre 2016 erklärt, russischer Präsident zu werden, wissen wir, dass er das Land zerstören wird. Und somit ist, aus der Sicht des nicht souveränen Deutschlands, des Willensvollstreckers der USA, das Geld für Nawalnys Speis und Trank gut investiert.

 

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Kommentare ( 4 )

  • Gerald Hübner

    Veröffentlicht: 7. Februar 2021 15:05 pm

    Vielen Dank, suchte schon länger den CV von dem Patienten! Stimme dem voll zu, allerdings Logik war noch nie eine Stärke von IM Erika!!

  • A. Bienenfreund

    Veröffentlicht: 7. Februar 2021 21:21 pm

    @GH: Unterschätzen Sie die Wirschaffendas nicht. Ein Physikstudium schafft man nicht ohne ausgeprägte Logik und eine Diss in Quantenchemie - mal unterstellt sie hat sie selbst geschrieben - auch nicht. Fragen Sie besser welche Interessen Wirschaffendas antreiben und in der Bahn halten - kennt man die, erschließt sich vielleicht auch die Logik im Irrsinn.

  • Gerald Hübner

    Veröffentlicht: 8. Februar 2021 18:40 pm

    Keine Ahnung, wer ein Physikstudium abgeschlossen hat. Aber richtig, wem nutzten welche HANDLUNGEN, wem also nutzt "Wirschaffen das", was denn?? Die Migranten ausbilden für das, was die Industrie braucht?? Sozialsysteme auf Pump, hillft nur denen, die ohnehin nichts erschaffen!

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 8. Februar 2021 20:58 pm

    Nicht unterschätzen, aber auch nicht überschätzen, denn sie hat in ihrer Amtszeit ziemlich verhängnisvolle Fehlentscheidungen getroffen, die das Land sehr teuer zu stehen kommen.
    Wen es interessiert, der schaue sich doch den Artikel in The European - Angela Merkel - Die schwarze Witwe
    Oskar Lafontaine 6.11.2018 - an.

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