Wer ist Wer – fragen deutsche Geheimdienste und besorgte Kaliningrader

Wer ist Wer – fragen deutsche Geheimdienste und besorgte Kaliningrader

 

Die Konsumierer von Spionageliteratur wissen natürlich, dass jeder Geheimdienst bemüht ist herauszufinden, wer denn die Person ist, die gerade ihr Interesse hervorruft. Aber auch im täglichen Leben möchte man gerne wissen, mit wem man es zu tun hat. Und es gibt Deutsche, die sich temporär in Kaliningrad aufhalten und versuchen, das „Wer ist Wer“ mit lieblichen Worten zu verschleiern.

 

 

Seit vielen Monaten berichte ich über Deutsche, die bei Königsberg ein deutsches Dorf errichten wollen. Einiges weiß ich, vieles weiß ich nicht. Was die Herren Thomas Tischer und Godwin Bachmann anbelangt, so gibt es eigentlich ausreichende Informationen im Internet, um sich ein Bild zu machen, mit wem man es zu tun hat. Aber beide Herren versuchen die „Wer ist Wer“-Frage zu umgehen – mit lieblichen Worten und nach dem Motto: Haltet den Dieb.

Zitat aus einem Gespräch mit Herrn Bachmann am 27. Mai 2019:

GB: "… wissen Sie, Sie führen hier einen journalistischen Kleinkrieg. Daran habe ich kein Interesse. … das ist für mich übelste Propaganda auf dem Niveau eines Joseph Goebbels."

Allerdings können einige Eindrücke auch täuschen. So empfahl mir vor kurzem jemand, dass ich bei den Beiden doch ein wenig differenzieren sollte. Während Herr Tischer ein „Nostalgiker“ reinsten Wassers sei und seine Aktivitäten in Kaliningrad im wesentlichen ideologische Gründe haben, geht es Herrn Bachmann doch mehr um´s Geld verdienen – sagte mir mein Gesprächspartner.

Mein Gesprächspartner hatte anstelle des Begriffes „Nostalgiker“ einen anderen Begriff gebraucht, aber nachdem Herr Tischer einer bekannten deutschen Zeitung mit einer Welle von Anzeigen gedroht hat, wenn diese ihn als Nazi bezeichnen, werde ich selbstverständlich Zurückhaltung üben. Erst, wenn der russische Staat zu den Aktivitäten von Herrn Tischer und Herrn Bachmann Stellung bezogen hat, vielleicht so, wie bereits Mitte der 90er Jahre gegenüber anderen Deutschen, die ein deutsches Dorf errichten wollten, kann man sich über eine andere verbale Bewertung der Handlungen und Denkweisen der Herren Gedanken machen.

Bei meiner Suche nach neuen Informationen, dass Kaliningrader Gebiet betreffend, bin ich auf einen aktuellen Artikel der TAZ gestoßen:

 

Einige Dinge, in diesem sehr langen Beitrag kamen, mir bekannt vor und erinnerten mich an eigene Recherchen in Kaliningrad. Der Artikel behandelt das Schicksal des Bundeswehr-Offiziers Maximilian T. Ständige Leser meiner Veröffentlichungen kennen diesen Namen bereits.

Kurz zusammengefasst geht es darum, dass Maximilian T. durch die deutschen Sicherheitsorgane verdächtigt worden war, extremistische Handlungen vorbereitet zu haben – gemeinsam mit anderen Kameraden. Er wurde verhaftet, freigelassen, aus der Bundeswehr entlassen, dann wieder eingestellt und die TAZ schreibt, dass das alles irgendwie nicht so richtig erklärlich ist.

Heute ist Maximilian T., der eine Zeitlang unter Terrorverdacht stand, Angestellter eines Bundestagsabgeordneten der AfD und hat Zugang zum Bundestag und kann sich mit allen Politikern auf den Korridoren der deutschen Demokratie treffen – auch denen, die angeblich auf einer Liste standen, die durch ihn und seine Kameraden „beseitigt“ werden sollten.

Zitat TAZ:

"Es ist gar nicht so lange her, da vermuteten Ermittler, Maximilian T. habe sich darauf vorbereitet, unter anderem die Grünen-Politikerin Claudia Roth zu töten. Gemeinsam mit Franco A. Sie sollen eine Feindesliste angelegt, Pläne geschmiedet haben. „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ heißt das. Es ging um Terror. Und jetzt darf Maximilian T. im Bundestag arbeiten."

In den weiteren Darlegungen der TAZ geht es darum, dass dieser Maximilian T. über viele Verbindungen in die Politik und in verschiedene Behörden verfügen muss – so die Vermutung. Denn alle möglichen Untersuchungen gegen ihn verlaufen letztendlich im Sande oder werden eingestellt: „Unschuld erwiesen“. Und man stellt sich die Frage, woher bei einem so jungen Mann, er ist Jahrgang 1990, diese Verbindungen herkommen? Wer hat ihm geholfen, Bekanntschaften mit diesem oder jenem Politiker, Beamten, Entscheidungsträger zu knüpfen?

Zitat TAZ:

"Was die Geheimdienste nicht wahrnehmen: Franco A. und Maximilian T. beschäftigen sich tatsächlich längst mit Bürgerkriegsszenarien. (…). Über einen gemeinsamen Kameraden werden beide Mitglied in Chatgruppen (…). In den Gruppen, das belegen unsere Recherchen, geht es um Funktechnik beispielsweise, aber auch um Truppenbewegungen nahe Russland."

Und schon ist das Stichwort „Russland“ gefallen. Und wo Russland ist, da ist Kaliningrad oder Königsberg nicht mehr weit.

Zitat TAZ:

"Die Abgeordneten wissen auch: Ein Oberleutnant aus Augustdorf bekam ein Uniformtrageverbot verhängt, weil er unter anderem vom deutschen Königsberg fantasierte. Einmal erzählte er einem Kameraden von einer Gruppe in Illkirch, die versuche, Waffen und Munition zu sammeln, um sich auf einen Bürgerkrieg vorzubereiten."

Und diese Passage der TAZ erinnert mich wieder an das Buch von Tobias Ginsburg „….“ in dem ein „Thomas“ zitiert wird, der in Königsberg eine deutsche Siedlung bauen und eine deutsche Kampfgruppe, ähnlich der Wehrsportgruppe Hoffmann, organisieren will.

Zitat TAZ:

"Hört man sich in Sicherheitskreisen um, fällt ein Satz: „Maximilian T. ist der mit den guten Kontakten.“

Dann schaut die TAZ ein wenig zur Familie dieses Maximilian T. und schon bekommt das Puzzle Konturen.

Der Vater von Maximilian T. ist Thomas T. „Kaliningrad-Domizil“ hatte bereits in mehreren Veröffentlichungen etwas nebulös darauf hingewiesen. Aber nun können wir in der TAZ nachlesen, dass wir richtig gelegen haben. Und die TAZ informiert über die Tätigkeiten des Thomas T. in den jungen Bundesländern, insbesondere in Sachsen-Anhalt, aber auch über ausländische Aktivitäten

Zitat TAZ:

"Zuletzt hat er vor allem daran gearbeitet, zusammen mit einem alten Weggefährten eine deutsche Siedlung in Russland aufzubauen. Oder wie es in einem Werbetext heißt: „Die Idee einer sicheren Arche im Königsberger Gebiet nimmt weiter Gestalt an!“

Und die TAZ bestätigt das, was man auch aus vielen anderen Quellen im Internet erfährt.

Zitat TAZ:

"Thomas T. trat Mitte der Nullerjahre in Ostdeutschland als „Inspekteur des Deutschen Reichs“ auf, war für ein „Reichsverwaltungsamt“ in Magdeburg tätig, das mit „Staatsanleihen“ des „Deutschen Reiches“ Geschäfte machte. In Vorträgen führte er aus, dass es sich bei der Bundesrepublik Deutschland um ein illegales Gebilde handele, weswegen man auch keine Steuern zahlen müsse. Thomas T. ist ein Reichsbürger."

Und die TAZ schreibt, dass sie diesen Thomas T. in dem schon erwähnten Buch von Tobias Ginsburg gefunden hat – dort wird er nur als „Thomas“ bezeichnet. „Kaliningrad-Domizil“ hat hierüber einen großen Beitrag gebracht – und wir sind dafür beschimpft worden.

Und die TAZ zitiert eine Aussage von dem Herrn Thomas T., der sich gegenwärtig sehr häufig im ExOstpreußen, in ExKönigsberg aufhält, allerdings mit einem Kaliningrad-Visum.

Zitat TAZ:

„Du kannst die Welt nur noch mit einer ganz radikalen Maßnahme retten. Wenn du Milliarden biologisch und den ganzen Nahen Osten atomar vernichtest.“

Und dieser Mann, der die Welt vernichten will, der Milliarden biologisch und den Nahen Osten atomar vernichten will, kann sich unbehelligt in Russland bewegen, kann damit prahlen, dass der Gouverneur ihn mit offenen Armen empfangen und Verständnis für ihn und seine Arbeit im „Königsberger Gebiet“ hat.

Es wäre schon interessant zu erfahren, ob die zuständigen russischen Stellen schon Kenntnis genommen haben von diesem Mann und von seinen Aktivitäten in Russland. Noch, so hört man, hat er seinen Sohn Maximilian T. noch nicht nach Kaliningrad geholt, aber als ausgebildeter Bundeswehroffizier wäre dieser doch bestens geeignet, die arische Selbstverteidigungstruppe zu gründen, auszubilden und zu befehligen.

Und die TAZ zitiert Thomas T., mit dem sie wohl ein Telefongespräch geführt hat.

Zitat TAZ:

„Ich engagiere mich nicht mehr politisch, das Thema ist völlig durch.“

Tja, da hört man aber in Kaliningrad ganz andere Dinge, Herr Thomas T.

Und sein Sohn, der Maximilian T. hat wohl alle Sicherheitsüberprüfungen der diversen bundesdeutschen Dienste gut überstanden, denn die TAZ weiß zu berichten:

Zitat TAZ:

"Maximilian T. arbeitet bis heute bei der Bundeswehr. Er ist inzwischen heimatnah stationiert, auf dem Truppenübungsplatz Altmark im Norden Sachsen-Anhalts. Im dortigen „Gefechtsübungszentrum Heer“ üben Soldaten die Methoden moderner Kriegsführung."

Somit können wir uns die Frage „Wer ist Wer“ nun selbst beantworten. Und es steht die Frage, ob wir in Kaliningrad, diesem sicherheitsempfindlichen russischem Gebiet, einen deutschen Revanchisten brauchen, der unzufriedene Deutsche aus Deutschland nach Königsberg aussiedelt und diese vielleicht noch durch seinen Bundeswehr-Offizier-Sohn im Kampf gegen die Russen ausbilden lässt.

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